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Weitere Berliner Künstler

 

 

Peter Midgley: Brief (v. 16.02.1955) mit erotischen Zeichnungen am Rand, gerichtet an den Künstlerkollegen John Leech

 

Zu Peter Midgley, geb. Fleischmann (1921 Berlin – 1991 London):
Maler, Zeichner, Grafiker, Kunsterzieher; der Vater betrieb wohl in Berlin eine Zeitung und engagierte sich für soziale / sozialistische Ideen; nachdem beide Eltern starben und er noch nicht volljährig war, wuchs er in einem Baruch Auerbach’schen Waisenhaus in Berlin auf; noch vor Kriegsausbruch konnte er mit Hilfe des „Central British Fund for German Jewry“ nach England emigrieren; den Nachnamen „Midgley“ nahm er von der Familie an, die ihn damals aufgenommen hatte; beim Kriegsausbruch wollte er der englischen Armee beitreten, wurde abgelehnt und 1940 als „feindlicher Ausländer“ inhaftiert – zuerst in Warth Mills und danach kam er wohl auch auf die Isle of Man; während der Haft war er künstlerisch tätig und gewann auch einen Preis bei einer dortigen Ausstellung; nach der Haft besuchte er die Beckenham School of Art; 1943 konnte er dann doch der britischen Armee beitreten; 1944 Heirat mit der ebenso geflohenen, jüdisch stämmigen Ingrid Wolff; nach dem Krieg besuchte er nochmals die Beckenham School of Art (1947-51) und danach das Royal College of Art (1951-53); nach dem Studium unterrichtete er an der Beckenham School of Art (ab 1955) und am Ravensbourne College of Design and Communication (1966-86)

Ausstellungen: Juni 1953 Irving Galleries (zusammen mit John Leech und Hazel Ward); 29.09.-10.11.1978 Rathaus-Galerie, Kunstamt Berlin-Neukölln; weitere Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in der Woodlands Art Gallery, dem Victoria and Albert Museum, dem Camden Arts Centre und der Redfern Gallery (London)).

Mitgliedschaften: 1956 Wahl in die „Society of Old Mural Painters“; ab 1958 Beitritt zur „Chartered Society of Designers“

Literatur
„Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 42173826