P E T E R   L O E D I N G   (11.02.1936 Hamburg – 30.12.2013 ebd.)

 

Weitere Werke von Peter Loeding

 

 

„Alter Karren“ (1973)

Öl auf Platte, gerahmt
unten rechts signiert „Loeding“, sowie verso nochmals signiert

€ 680,-

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Titel
„Alter Karren“ [so verso oben betitelt]

Jahr
verso datiert „[19]73“

Größe
Größe: 51,5 x 66,5 cm (ohne Rahmen) bzw. 56 x 71 cm (mit Rahmen)

Zustand
Rahmung ungeöffnet; mitunter leicht fleckig und leicht staubig; Platte verso etwas berieben und mitunter leicht fleckig; Rahmen an Kanten etwas berieben und bestoßen

 

 

Peter Loeding machte anfangs eine Chemigrafenlehre in Hamburg (1953-57) und schloss hieran einen längeren Paris-Aufenthalt an (1958-60), bei dem er die Radiertechnik im Atelier Jonny Friedländers erlernte. 1960 hatte er seine erste Einzelausstellung und ab dieser Zeit nahm er an vielen Gruppenausstellungen teil. Wenige Zeit später (1963) erhielt er einen Lehrauftrag für Druckgraphik an der FH Hamburg und ab 1969 arbeitete er zusammen mit Peter Fetthauer in einem Atelier. In der Folge erhielt Loeding mehrere öffentliche Aufträge in Hamburg, nahm an Ausstellungen teil und arbeitete zudem als Drucker für Künstlerkollegen (u.a. Horst Janssen und Stephan Balkenhol).

Das vorliegende Gemälde entstand 1973. Peter Loeding zeigt hier in kräftigen, breiten Strichen eine beinahe monochrom anmutende, grau düstere Ansicht auf ein Gehöft. Im Vordergrund steht der titelgebende „alte Karren“ und dahinter zeigen sich die Umrisse von Gebäuden, sowie in der Bildmitte ein Baum. Der Boden ist dunkel, graubraun und partiell aufgelockert mit dunkelgelben Farbstrichen, was an einen frühen Morgen denken lässt. Der Himmel ist ebenso dunkel und lässt an eine Dämmerzeit denken – die Sonne ist erst dabei aufzugehen, hat nur den Boden leicht aufgehellt, doch für die Aufhellung des Himmels reicht die Kraft des Himmelskörpers noch nicht aus.

Es ist eine ruhige, gerade farblich aber auch formal stark reduzierte Ansicht. Das alltägliche Arbeitsmotiv vermittelt trotz der ländlich-dörflichen Thematik keine romantisierende Idylle. Man wird bei der Stimmung eher erinnert sein an literarische Darstellungen des harten, ländlichen Lebens wie sie bspw. Maria Beig in ihren Büchern beschreibt.

 

 

Zu Peter Loeding (11.02.1936 Hamburg – 30.12.2013 ebd.):
Maler, Zeichner, Grafiker; 1953-57 Chemigrafenlehre in Hamburg; 1958-60 Parisaufenthalt und Studium der Radiertechnik im Atelier Jonny Friedländer; 1960 erste Einzelausstellungen in Paris und Hamburg; ab 1960 Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland; ab 1963 Lehrauftrag für Druckgraphik an der FH Hamburg (Fachbereich Gestaltung); ab 1969 gemeinsames Atelier mit Peter Fethauer; 1979 Preisträger im Wettbewerb der Otto Stiftung zum „Jahr des Kindes“; in den 1980ern mehrere öffentliche Projektaufträge in Hamburg; Loeding war zudem Drucker für Künstlerkollegen wie bspw. Horst Janssen, Stephan Balkenhol

„Er versteht seine Arbeit als Möglichkeit der Kommunikation mit der Umwelt. […] Bild des Menschen in der Arbeitswelt, Arbeitende und Lädierte. […] Bilder in quasi ‚naivem‘ Stil“ (Maike Bruhns in „Der neue Rump“).

Sammlungen
Hamburger Kulturbehörde
Kunstsammlung der Hamburger Sparkasse

Literatur
Galerie am Chamissoplatz (1993): Peter Loeding. Malerei Holzschnitt; Berlin
Galerie Mitte (1991): Peter Loeding. Bilder und Grafik [Katalog zur Ausstellung vom 23. Mai – 30. Juni 1991]; Dresden
Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.) (1982): Künstler in Hamburg; Christians Verlag; Hamburg, [unpag.] Heydorn, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 133
Familie Kay Rum (Hrsg.) (2013): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 272