A L B E R T    S C H N E L L E R    (10.05.1892 Jechtingen (Kaiserstuhl) – 01.06.1970 Grünwettersbach)

 

 

 

Albert Schneller: nächtliche Kriegsszene (1939)

 

Zu Albert Schneller (10.05.1892 Jechtingen (Kaiserstuhl) – 01.06.1970 Grünwettersbach):
Maler, Zeichner, Grafiker, Schriftsteller.
Anfangs auf Wunsch der Eltern absolvierte er eine handwerkliche Malerlehre. Nach Abschluss Reise über die Alpen nach Italien.
Albert Schneller besuchte von 1913 bis 1915 die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe.
1916-18 Kriegsdienst in Frankreich. Durch eine Verwundung kam er in ein Lazarett nach Dresden, wo er immer wieder Galerien und Museen aufsuchte.
1919 bis 1925 die Kunstakademie in Karlsruhe (bei Friedrich Fehr und Hans Adolf Bühler). In den Semesterferien arbeitete er als Malergehilfe, um sich das Studium zu verdienen, da Schneller zur damaligen zeit bereits Waise war und keine Unterstützung der Familie erhielt.
Bereits zum Ende seines Studiums konnte er sich an Ausstellungen im Karlsruher Kunstverein beteiligen.
Schneller hatten engen Kontakt zu den Künstlerkollegen Fritz Siegrist (1888-1963) und Hugo Bickel.
Nach seinem Studium lebte er in Grünwettersbach und war dort als Künstler tätig. Es entstanden zur damaligen Zeit vor allem Dorfansichten, Landschaften, figürliche Kompositionen wobei hierbei das Bauern-Sujet einen besonderen Part einnimmt. Schneller bevorzugte einen schnellen, expressiv realistischen Ausdruck mit breitem Strich.
In einem für den privaten Freundes-, Bekanntenkreis verfassten Text gibt die Tochter des Künstlers an: „[19]34 [gemeint wohl: 1937] wurde von meinem Vater der schöne Holzschnitt: Straßenmusikannten[sic] in einer Hohn- und Spott-Ausstellung als ‚Beispiel entarteter Kunst‘ zwangsweise gezeigt.“ Dies konnte jedoch bislang nicht belegt werden.
Kriegsteilnahme und anschließende Gefangenschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand er zu einem neuen Landschaftsstil und zu einer stärker abstrahierten Figurenmalerei. Schneller behandelt verstärkt auch religiöse Themen.
Er konnte sich wieder an Ausstellungen in u. a. Karlsruhe beteiligen.
Nach seinem Tod führten die Hinterbliebenen das Wohnhaus des Künstlers in dem Burgweg als Albert-Schneller-Museum weiter und schafften es, dieses noch jahrzehntelang als solches zu führen. Der Burgweg wurde später in Albert-Schneller-Straße umbenannt.
2016 ging das Erbe der ebenso künstlerisch tätigen Söhne Heimdall und Tankred an die Stadt Karlsruhe, die sich damit verpflichtete „den Kern des künstlerischen Erbes der Familie Schneller dauerhaft zu sichern.“

Ausstellungen
— 1923 (zusammen mit Karl Brutzer), Kunstverein Karlsruhe
— 1924 Kunstverein Karlsruhe, in den folgenden Jahre mehrere Beteiligungen an Ausstellungen
— Weitere Ausstellungsbeteiligungen in den 1920er Jahren in Mannheim und Baden-Baden.
— Nach 1945 erneute Ausstellungsbeteiligungen v. a. in Karlsruhe und Baden-Baden.
— Ab 1965 jährliche Ausstellungen im vom Sohn Heimdall errichteten Ausstellungsgebäude in Grünwettersbach.

Veröffentlichungen
1960, „Leben und Wirken des Malers Gottlob“, Grünwettersbach: Selbstverlag

Literatur
— „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion
— Mülfarth, Leo (1987): Kleines Lexikon Karlsruher Maler, Karlsruhe: Badenia Verlag, S. 247