D I E T E R N U H R (geb. 29.10.1960 Wesel)
Dieter Nuhr: Hütte am Ufer (1985)
Zu Dieter Nuhr (geb. 29.10.1960 Wesel):
Kabarettist, Komiker, Fotograf, Künstler.
Wuchs in einer katholischen Beamtenfamilie auf, der Vater Erhard Nuhr (1925-2018) war Regierungsrat und später Regierungsdirektor.
Anfangs lebte die Familie in Wesel, später in Düsseldorf.
Abitur am Leibniz-Gymnasium in Düsseldorf.
Bereits in einer Schülertheatergruppe hatte er erste Bühnenauftritte.
1980 war er Gründungsmitglied der „Grünen“, von denen er sich im Späteren aber distanzierte.
Ab 1981 Lehramtsstudium (Kunst (Malerei bei dem ungarisch-deutschen Maler und Bildhauer László Lakner (geb. 1936)) und Geschichte) an der Universität-Gesamthochschule Essen (heute: Universität Duisburg-Essen).
Lakner hat ihn nachhaltig beeinflusst und ihm Rückblick sagt er hierzu: „Lakner war ein großartiger Lehrer, der genau gesehen hat, wo in einer künstlerischen Arbeit Intensität und Konsequenz fehlten.“ [1]
Sein damaliges künstlerisches Schaffen (bis etwa Mitte der 1990er Jahre) beschreibt Nuhr wie folgt: „Anfang der 90er Jahre malten alle und die Bilder waren groß und man benutzte fette Pinsel und alles sah eigentlich gut aus, auf einer großen Leinwand, wenn man richtig Schwung genommen hat.” [2]
1986 gründete er mit Frank Küster das Kabarettduo V.E.V.–K.Barett.
1988 erstes Staatsexamen
Ab 1994 trat Nuhr mit dem ersten eigenen Kabarettprogramm („Nuhr am nörgeln!“) auf.
Ab 1995 entstehen Fotografien und diese lösen künstlerisch die Malerei ab bzw. es entstehen von Malerei überarbeitete Fotografien.
Ab etwa 2000 trat Nuhr in verschiedenen Sendungen im Fernsehen auf. 2011 hat er die Sendung „Nuhr im Ersten“.
Nuhr lebt in Ratingen.
Seine Kunstwerke (digital überarbeitete, übermalte Fotografien) entstehen vor allem auf Reisen durch u. a. Bolivien, Mexiko und Marokko, durch den Iran, Indien, Nepal und Sri Lanka sowie durch Bulgarien, Schottland und Spanien.
“Dieter Nuhrs Fotografien sind das Ergebnis von Reisen durch unzählige Länder rund um die Welt. Als sensibler Beobachter spürt er den Dingen nach, die meist ungesehen bleiben: Orte, Interieurs und Schauplätze des alltäglichen Lebens, eine Wand, von der der Putz bröckelt, eine rissige Tür, oft hinterlassene Gegenstände, die auf den ersten Blick wenig bildwürdig erscheinen. Nuhrs Fotografien sind sachlich, muten bisweilen melancholisch und ernst an. Sie blenden das Schöne oder gar Romantische exotischer Welten gänzlich aus und lassen damit die Blicknahme bloßer Reiseimpressionen weit hinter sich. Der Fokus gilt dem Detail, das über seine Informationsfülle Assoziationen freisetzt und exemplarisch für das große Ganze steht. Die Welt erscheint auf eine neue, bislang unbekannte Weise.” [3]
Nuhr selbst sagt über sein künstlerisches Schaffen:
„Jede Form hat ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten. In der Sprache kann ich ironisch sein, in Bildern erscheint mir die Welt eher ernst.“
Einzel-, Gruppenausstellungen als Künstler (Auswahl)
— 2008 Galerie Robert Morat, Hamburg
— 2010, 2013, 2015 Museum Ratingen
— 2010, 2013, 2015 Siegerlandmuseum, Siegen
— 2010, 2013, 2015 Stadtmuseum Siegburg
— 2011, 2013 Städtisches Kramer-Museum, Kempen
— 2011 Galerie der SOS-Kinderdörfer weltweit, Berlin
— 2012 Herforder Kunstverein
— 2015 Galerie Küper, Peking
— 2016 Städtisches Museum Wesel
— 2017 Gallery Pékin Fine Arts, Peking
— 2017 Villa Stahmer, Georgsmarienhütte
— 2018 Galerie Kamp, München
— 2019 Museum und Galerie im Prediger, Schwäbisch Gmünd
— 2019 Kunsthalle Dresden
— 2019 Luxehills Art Museum, Chengdu
— 2020 Städtische Galerie Iserlohn
— 2020 Kunstverein Oberhausen
— 2022 Kunstverein Ulm
— 2023 Ludwig Museum, Koblenz
— 2024 Bayerisches Nationalmuseum, München
— 2025 Galerie Löhrl, Mönchengladbach
— 2026 Galerie ArtAffair, Regensburg (zusammen mit Jiny Lan)
Preise (Auswahl)
— 1998 Deutscher Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett
— 2003 Deutscher Comedypreis
— 2009, 2010, 2016 Deutscher Comedypreis – Bester Komiker
— 2014 Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache
— 2017 Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
— 2022 Sonderpreis des Kleinkunstfestivals in den Wühlmäusen
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[1] Zitiert nach: Lena Naumann: „Oberflächen mit Hintergrund. Zur fotografischen Arbeit von Dieter Nuhr“, in: MUNDUS. Das Kunstmagazin aus München, Nr. 1/2021, S. 8-17 [hier: 10].
[2] Zitiert nach: Ohne Autor: „Dieter Nuhr – Woanders ist überall“, in: HARBOR-Magazin, 24.03.2025, online.
[3] So eine Beschreibung in der Ausstellungsankündigung 2019 in Schwäbisch Gmünd.
