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Weitere Werke von Ingo Kraft

 

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„Gewitter I“

Farbkreiden auf Ingrespapier
verso u.r. in Blei datiert „[19]88/VII“

Blattgrösse: 49,9×37,7cm

verso u.r. in Blei signiert „I. Kraft“
verso u.r. in Blei betitelt: „Gewitter I“

€ 290,-

 

                 

 

Zustand
partiell leichte Druckstellen; in den vier Eckbereichen kleine Einstichlöcher; am oberen Rand mittig Einriss (Länge etwa 2cm); partiell leicht fleckig; verso etwas fleckig, sowie verso o.l. und o.r. Reste früherer Befestigung (Klebestreifen)

 

 

 

Die Bildmittel haben für Ingo Kraft immer den Vorrang vor dem Bildgegenstand. Das mag damit zusammenhängen, daß es für ihn nie ein regelrechtes Naturstudium gegeben hat. Erst nach seiner Theaterlaufbahn ist er in Dresden so richtig auf Motive im Freien aufmerksam geworden. Wahrgenommenes wird tastend nachempfunden, Landschaftliches, Bäume, Häuser. Aber, die Erkenntnisse der Kubisten haben einen starken Einfluß auf den Suchenden. Ingo Kraft vergewissert sich einerseits in der Natur, doch das Erlebte wird zunehmend nur noch reflektiert, verknappt und komprimiert. […] So entgeht er der ‚Kunstlosigkeit‘ einer pseudonaturalistischen Ästhetik, in die ihn eine strenge ‚Wirklichkeitsschule‘ hätte führen können. Und Kraft findet den Weg zur ‚Innerlichkeit‘, wie man vielleicht sagen darf, zu dem ihm eigenen ‚Bildtatsachen’“ (Gert Claußnitzer (2000): Polarität des Synthetischen und des Organischen. Zur Bildwelt des Malers Ingo Kraft, in: Leonhardi-Museum Dresden (Hrsg.): Ingo Kraft. Arbeiten aus zwanzig Jahren; Druckerei Thieme; Meißen; S. 5-16 [hier: 8]).
Das vorliegende „Gewitter“ ist ein solches ‚Motiv im Freien‘.
Den Bereich des Gegenständlichen reizt der Künstler in einem hohen Grad an Abstraktion aus, ohne aber in Gegenstandslosigkeit über zu gehen. Es ist dabei besonders die Farbgebung, die dem Betrachter eine Orientierung innerhalb der Landschaft vermittelt. – Das Blau des Himmels oben, das Grün der Erde unten, dazwischen brechen vereinzelt gelbliche Sonnenstrahlen durch die schwarzgraue Wolkendecke. Dominiert wird die Ansicht durch die satte schwarze Strichführung, die sich sowohl im Bereich der Wolken, als auch auf der Erde findet.
Die schlichte Naturgewalt dieses Unwetters und das damit verbundene persönliche Erlebnis werden hierdurch auf eine ganz eigentümliche, unmittelbar kraftvolle Weise dargestellt.

 

 

 

Zu Ingo Kraft (geb. 1949 Siegmar-Schönau):
Maler, Zeichner, Grafiker; 1966-69 Abitur und Lehre als Mechaniker; 1971-76 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (Bühnenbild); 1976-78 Bühnen- und Kostümbildner am Landestheater Halle; seit 1977 intensive Beschäftigung mit Malerei und Grafik; seit 1978 freischaffend als Maler und Grafiker (zeitweilig auch Restaurator); ab den 1980er Jahren Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gruppenausstellungen; 1989 Studienreise nach Italien; 1991 Studienreise nach Frankreich; 1991 Stipendium der Heitland-Foundation; 1992, 1995, 1997, 2001 Studienaufenthalte in Südfrankreich; seit 1994 Atelier im Künstlerhaus Dresden Loschwitz; seit 1995 künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; 1999 Studienreise nach Kreta; 2001 Bautzener Kunstpreis; lebt und arbeitet in Dresden

Literatur / Quelle
Leonhardi-Museum Dresden (Hrsg.) (2000): Ingo Kraft. Arbeiten aus zwanzig Jahren; Druckerei Thieme; Meißen
Internetseite des Künstlers [kraft-malerei.de]