U N B E K A N N T E R   K Ü N S T L E R :
Dreiergruppe mit zwei Frauen und einem Mann (wohl um 1940-50)

 

Weitere Werke von unbekannten Künstlern

 

Dreiergruppe mit zwei Frauen und einem Mann (wohl um 1940-50)

Mischtechnik (Öl, Tempera, Tusche) auf Hartfaserplatte, (wohl) Original- bzw. Künstlerrahmen

unter Umständen o.r. in Schwarz undeutlich / farbschwach dat. [(wohl) um 1940-50]

Rahmengröße: 140 x 102cm
Plattengröße: 130,5 x 92,5cm

nicht betitelt
unter Umständen o.r. in Schwarz undeutlich / farbschwach sign.

€ 4.400,-

Kaufanfrage

 

 

Zustand
durchgehend leicht beschmutzt; im oberen linken Randbereich leichte, retuschierte Kratzspur; im linken oberen Bereich, sowie oben rechts etwas fleckig; Platte an Kanten etwas berieben / bestoßen; verso etwas fleckig; verso o.m. in Weiß nummeriert „680“; verso u.l. und u.r. teilweise abgerissene Papierreste (Etikett?); Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren (an Kanten etwas bestoßen, partiell etwas berieben)

 

 

Vor dem Betrachter zeigt sich eine Dreiergruppe aus zwei Frauen und einem Mann. Die Personen sind dabei nach rechts hin leicht versetzt angeordnet, wobei die ältere Frau den vordersten und die jüngere Frau den mittleren Platz einnimmt, während der Mann den Abschluss bildet. Der Hintergrund bleibt aufgrund der dunklen, schwarzbraunen Ausführung diffus und unbestimmbar. Einzig die weiß hellen Randstücke eines Möbels links von der älteren Frau, bilden ein gewisses Arrangement außerhalb der gezeigten Trias.
Das in verschiedenen rötlichen Nuancen gemalte Kleid der mittigen Frau wird farblich eingerahmt von der Schwärze des Anzugs im rechten und der Schwärze des Kleids im linken Bildbereich, so dass das Werk von einem dunklen Grundton dominiert wird.

Unweigerlich drückt das Bild eine Trauer, und hierbei explizit wohl die Trauer um einen Verlust, aus. Die ältere, weißhaarige Frau wirkt wie gedankenverloren – die Hände aufeinander gelegt, der Blick aus den tiefen Augenhöhlen führt an dem Betrachter vorbei ins Leere. Dagegen gehen die anderen Beiden mit dem Betrachter einen direkten Dialog ein. Der Mann hierbei mit seinem ernsten Blick, sowie den leicht erhobenen Augenbraunen und die Frau mit der wunderbar plastisch dargestellten, uns förmlich auffordernden, ausgestreckten Hand. Die Haare sind bei der älteren Frau wie auch bei dem Mann sehr detailliert und fein ausgeführt, wobei einzelne Strähnen in der noch nassen Farbe schwungvoll nachgezogen wurden.

Deutlich ist das Gemälde der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen. Sowohl die Form der Darstellung wie auch die maltechnische Umsetzung verweisen hierauf und lassen womöglich an einen Künstler aus dem Umfeld der Dresdner Akademie denken. Mögliche Anknüpfungspunkte lassen sich hier finden zu Arbeiten von Ernst Bursche, Kurt Eichler oder auch Wilhelm Lachnit, ohne aber, dass das Werk explizit einem Künstler zugeordnet werden kann.
Unter Umständen lässt sich das Werk auch als Studienarbeit betrachten, was jedoch keinesfalls in einem abwertenden Sinne verstanden werden mag. Das Hauptaugenmerk des Künstlers liegt deutlich bei den fein und nuanciert gezeigten Händen und Gesichtern, während die flächig ausgeführte Kleidung weniger Aufmerksamkeit erfährt. Insbesondere die beiden Hände der jüngeren Frau im roten Kleid sind exzellent gelungen und vermitteln durch die Abstufung des Kolorits, wie auch die dezent pastosen Bereiche dem Betrachter eine erstaunliche Greifbarkeit und Plastizität. Weiterhin finden sich zumindest bei der unteren, rechten Hand der älteren Frau auch Pentimenti, welche auf eine vormals leicht anders angelegte Handhaltung verweisen. Ebenso wirken beispielweise in den Gesichtern beider Frauen die Partien mit Übermalungen in brauner Tuschfeder mehr angedeutet als tatsächlich voll ausformuliert.

Obgleich die Künstlerschaft noch unklar ist, zeigt sich in dem vorliegenden Gemälde eine beachtliche Qualität, die zusammen mit dem keinesfalls einfachen, aber überaus eindringlichen, Sujet den Betrachter in den Bann zu ziehen weiß.