J U L I A N E   W I L H E L M I N E   L Ö H R,   g e b.   B A U S E   ( z u g e s c h r i e b e n )

 

 

 

Idyllische Landschaft mit Fluss und Holzbrücke (um 1790)

Feder und Pinsel in Braun und Grau, teilweise laviert, schwarze Einfassungslinien, auf leichtem Karton, verso am rechten Rand befestigt auf hellbräunlichen Karton

nicht signiert, u.r. auf unterlegtem Karton in Blei bez. „Juliane Wilhelmine Bause“, sowie verso auf unterlegtem Karton nochmals mit Angaben zur Künstlerin bez.
[Die Zeichnung wird als Juliane Wilhelmine Löhr, geb. Bause (04.07.1768 Leipzig – 08.08.1837 ebd.), zugeschrieben angeboten.]

€ 750,-

Kaufanfrage

 

Größe
14,4 x 18cm (Blatt) bzw. 17,5 x 21,4cm (unterlegter Karton)

Entstehungsjahr
nicht datiert, wohl um 1790

Titel
nicht betitelt, idyllische Landschaft mit Fluss und Holzbrücke
womöglich Kopie / Zeichnung nach Johann Sebastian Bach oder Johann Georg Wagner

Bezeichnungen / Vermerke
Blatt: verso mittig in Blei nummeriert „684“[?], sowie verso o.l. in Blei undeutlich bez., sowie verso u.r. klein in Blei bez.
unterlegter Karton: recto – u.l. in Blei bez. „f30. Oost-Indisch-Inkt tekening Juliane Wilhelmine Bause z.o. [i.e. wohl „zie ommezijde“ (siehe Rückseite)]“ / verso – o.l. in Blei bez. „c“, längere Abschrift zur Künstlerin aus Meyers Conversationslexikon, o.r. in Schwarz nummeriert „14“‘
[Die recto und verso auf unterlegtem Karton ausgeführten Bezeichnungen in Blei stammen von derselben Hand.]

Zustand
Blatt verso am rechten Rand befestigt auf hellbräunlichen Karton; im unteren Randbereich mittig leichte oberflächliche Kratzspur; Blattränder sehr leicht uneben zugeschnitten; mitunter sehr leicht stockfleckig; im oberen Bereich mittig kleine, sehr leicht aufgeraute Stelle; in der Blattmitte (bei den hellen Wolkenpartien) kleiner schwarzer Farbfleck; verso leicht fleckig —
unterlegter Karton an Rändern etwas aufgeraut, Ecken/Kanten etwas bestoßen, leicht gebräunt, sowie die Ränder leicht uneben zugeschnitten, sowie verso leicht fleckig

Provenienz
Privatbesitz (Niederlande)

 

 

Zu Juliane Wilhelmine Löhr, geb. Bause (04.07.1768 Leipzig – 08.08.1837 ebd.):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin; die jüngere von zwei Töchtern des Kupferstechers Johann Heinrich Bause (1738 Halle – 1814 Weimar) und dessen Ehefrau Henriette Charlotte Brünner (1742–1818); bei ihrem Vater lernte sie das Zeichnen, Kupferstechen und Radieren, in der Folge kopierte sie vor allem niederländische Meister des 17. Jahrhunderts, sowie auch damalige, an Niederländern sich orientierenden Zeitgenossen; durch ihr Elternhaus kam sie in Kontakt mit Persönlichkeiten des damaligen Kunst- und Kulturlebens; 1789-91 schuf sie eine, nur als Privatdruck veröffentlichte, Folge von Radierungen mit Landschaften nach niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts und ‚hollandisierenden‘ Zeitgenossen (Ferdinand Kobell, Johann Georg Wagner, Johann Samuel Bach, u.a.) („Versuche im Radieren der Frau Hauptmannin Löhr gewidmet von Ihrer ganz ergebensten Juliane Wilhelmine Bause, Leipzig den 13. November 1791“); 1792 Heirat mit dem Leipziger Kaufmann, Bankier, Freimaurer und Kunstfreund Carl Eberhard Löhr (1763 Leipzig – 1813 ebd.) und in der Folge stellt sie die künstlerische Tätigkeit wohl ein; 1794 Geburt der Tochter Henriette; nachdem ihr Mann verstarb musste sie auf Anordnung des französischen Generals Jean Toussaint Arrighi Casanova ihr Haus verlassen; zusammen mit dem erkrankten Vater und ihrer Mutter verzog sie nach Weimar; 1814 verstarb dort der Vater; sie kehrte später nach Leipzig zurück
Werke befinden sich u.a. im Besitz der Albertina (Wien), dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, der Museumslandschaft Hessen-Kassel, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Philadelphia Museum of Art.

Literatur
GLEISBERG, Dieter: Juliane Wilhelmine Bause, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 10110394
GRÖNING, Maren / Sternath, Marie Luise (Bearb.) (1997): Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts; Wien, Köln, Weimar: Böhlau; S. 26
„Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste“; 1785; 31. Bd. (1. Stück); Leipzig: Dyckische Buchhandlung; S. 141