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„Dach – ausgebessert“ (1978)

Bleistift, Farbstift auf bräunlichem, faserigem Papier, lose in Passepartout
unten rechts datiert „[19]78“
unten rechts signiert „Piening“

€ 560,-

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Titel
unten mittig betitelt „Dach – ausgebessert“

Größe
Größe: 32,5 x 43,5cm (Zeichnung) bzw. 35,5 x 49,2 cm (Blatt; unterer Rand etwas uneben zugeschnitten)

Zustand
leichte Druckstellen im Blatt; Ecken minimal bestoßen; unterer Rand etwas uneben zugeschnitten; unten links klein in Blei nummeriert „1906“; verso am oberen Rand links und rechts kleine Reste von Klebestreifen

Provenienz
Galerie Brockstedt, Hamburg

 

 

Freundliche Hinweise zur Einordnung des Werkes kamen dankenswerterweise vom Künstler, dem eine digitale Fotografie der Arbeit vorliegt.

 

 

„In der reichen Folge von Blättern mit dem Thema Dach und Haus umkreist Piening nicht nur ein neues Thema, sondern er geht es auch aus anderer Perspektive an: jetzt ist der Bildgegenstand direkt vor uns. Wir sehen nicht herab, sondern direkt auf ihn, wobei unser Blick hinaufgezogen wird, denn zum oberen Bildrand hin lichten sich diese Dachformen auf. Man spürt bei allen diesen Blättern, daß sie sich weit von der Fotovorlage entfernen, ja sie überhaupt von Bild zu Bild gründlicher vergessen. Die Zunahme an imaginativer Kraft ist unübersehbar. Das Ganze hat durch die unten liegende Dunkelzone, in der sich Türen und Fenster öffnen, überhaupt einen ganz anderen Gehalt bekommen. Bisher war das Bild immer geschlossene Oberfläche. Die Schatten sanken nicht ein, die schwarzen Tiefen öffneten sich nicht. Wie eine Haut spannte sich die Zeichnung von Bildrand zu Bildrand.

Hier aber, in diesen Dachbildern, tut sich in dem unteren beschatteten Streifen das Bild auf. – Manchmal hat man sogar den Eindruck, man sähe unter diese mächtige Dachform, die die Tendenz hat, sich zungenartig von der Blattfläche abzulösen und in den Raum vor dem Bild einzudringen. Wir sehen Dach und wir sehen es nicht, wir sehen gespannte Oberfläche und ahnen den Bildraum, vor dem sie sich spannt. Wie Blätter verdecken die Formen die Tiefe, wie Segel sind sie über dem Abgrund eingezogen. Zum erstenmal verliert Pienings Bild seine sich ganz an der Oberfläche konkretisierende visuelle Erscheinung. Es bricht Tiefen auf, es bricht ein in einen Bereich, wo Realität umschlägt ins Phantastische, Irreale“ (Jens Christian Jensen (1978): Über Peter F. Piening, in: Galerie Brockstedt: Peter F. Piening. Ölbilder – Zeichnungen. 1976-1978; Hamburg; unpag.)

 

 

Zu Peter F. Piening (geb. 1942 Breklum/Husum):
Bildhauer, Objektkünstler, Zeichner; Schulzeit in Hamburg; 1962-67 Studium am Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung und an der Universität Mainz (Grafik, Malerei, Kunstgeschichte, Philosophie); 1968 erste Einzelausstellung in der Galerie Brockstedt, Hamburg; seither über 60 Einzelausstellungen und zahlreiche Beteiligungen; 1993 Landesschaupreisträger des BBK Schleswig Holstein; der Künstler lebt und arbeitet seit 1977 in Ahrensburg
Zwischen 1967 und 1984 entstanden vor allem Zeichnungen, aber auch Malereien. Piening nahm hier oftmals eigene Fotografien der Natur als Ausgangspunkt – markante Motive waren bspw. Fenster, Häuser, Dächer. Ab 1983 ging er zur plastischen Gestaltung über. Und seit 2006 bearbeitet Piening mit der Laubsäge Sperrhölzer zu reliefartigen Bildobjekten.