H A R R Y    F R Ä N K E L

 

Weitere Werke von Harry Fränkel
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„Nr. 4/68 (Geteiltes Oval)“ (1968)

Siebdruck in Braun, Schwarz, Orange auf Karton
unten rechts datiert „[19]68“, im Werkverzeichnis exakter datiert auf „August 1968“
unten rechts signiert „Fränkel“

€ 560,-

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Größe
Größe: 54,5 x 79,4 cm (Blatt) bzw. (etwa) 50,5 x 65 cm (Druck)

Titel
Werkverzeichnis-Nr. 140: „Nr. 4/68 (Geteiltes Oval)“ [Galerie Lohr / Renate Thiemann-Gerold (1991): Harry Fränkel, Werkverzeichnis der Schnitte und Siebdrucke; Friedrichsdorf: P.R. Wilk]

Auflage
unten rechts nummeriert „5/13“

Zustand
Blattränder gebräunt; seitliche Randbereiche etwas gebräunt, sowie mit leichten Quetschungen; am unteren Rand mittig (etwas links von der Signatur) leichter Feuchtigkeitsschaden; im Eckbereich oben links, wohl technikbedingt, leicht farbfleckig; im linken Druckbereich (im äußeren linken Bereich des Orange) zwei Flecken; im unteren Druckbereich des Orange links fleckig; verso gebräunt, sowie verso oben links in Blei bezeichnet „Jesko“[?]

 

 

„Mit den Siebdrucken betritt Harry Fränkel im August 1968 ein neues Arbeitsfeld und es ist nicht verwunderlich, daß wir in diesen Arbeiten bald eine Veränderung des Formencharakters wahrnehmen. Zwar zeigt uns der Siebdruck „Nr. 1/68“ (Wvz.-Nr. 137) noch freie Formen, die wir zu kennen meinen, auch ein markantes kleines Dreieck ist da, ebenso entdecken wir in „Nr. 4/68“ (Wvz.-Nr. 140) neben dem seit 1951 im gesamten Schaffen immer wieder auftauchenden Oval die Verwandtschaft zu früheren Formen und Linien […]“. [Galerie Lohr / Renate Thiemann-Gerold (1991): Harry Fränkel, Werkverzeichnis der Schnitte und Siebdrucke; Friedrichsdorf: P.R. Wilk; unpag. [S. 12].]

Vorliegende Grafik „Geteiltes Oval“ ist damit direkt in diese Anfangszeit der Siebdrucke Harry Fränkels einzuordnen.

 

 

Zu Harry Fränkel (15.11.1911 Dortmund – 28.04.1970 Bochum):
Maler, Grafiker; Sohn eines jüdischen Kaufmanns; im Norden Dortmunds wuchs er zusammen mit einem älteren Stiefbruder und zwei jüngeren Brüdern auf; 1928-31 Besuch der Kunstgewerbeschule Dortmund (bei Walter Herricht und Max Guggenberger); nebenbei arbeitete er als Pressezeichner; das geplante Studium an der Kunstakademie Düsseldorf konnte er aufgrund der Machtergreifung durch die NSDAP nicht antreten; 1933 ging er einem Handwerker gleich auf die Walz, lebte von Gelegenheitsarbeiten und verkaufte mitunter auch Zeichnungen; im Winter 1933/34 kehrte er nach Dortmund zurück; in Dortmund musste er sich mit jeder möglichen Arbeit über Wasser halten, die nur irgendwie an seine Ausbildung grenzte (Kinomaler, Dekorateur, Werbegrafiker,…); während dieser Zeit war er weiterhin künstlerisch tätig, porträtierte und zeichnete seine Umgebung; ein enger Freund in diesen Zeiten war der spätere Bildhauer Artur Schulze-Engels (1910-1995); 1938 ließ er sich auf Anraten eines Mitarbeiters vom Arbeitsamt zum technischen Zeichner umschulen; im Oktober 1944 wurde er in ein Arbeitslager bei Kassel gesperrt; nach 1945 ging er nach Dortmund zurück und arbeitete als Pressezeichner; künstlerisch war er hier sehr beeinflusst von Frans Masereel; anfangs engagierte sich Fränkel auch für die Kommunisten, was aber um 1947/48 endete, da Fränkels Werke für diese mitunter anstößig bzw. anklagend erschienen; um 1952/53 beginnt Fränkel sich der Gegenstandslosigkeit anzunähern und 1956 hat er mit den „Jahreszeiten“-Holzschnitten die Abstraktion vollends erreicht; es folgt eine Phase des Konstruktivismus, die Fränkel aber selbst wenig später etwas auflockert; in den 1950er/60er Jahren erhält er Aufträge für „Kunst am Bau“; 1968 wendet er sich neben dem Holzschnitt vor allem dem Siebdruck zu

Fränkel bevorzugte vor allem Holzschnitte und später auch Siebdrucke, daneben entstanden auch Werke in Öl, Gouache, Aquarell, sowie Collagen.

Mitgliedschaften: 1947 „Dortmunder Künstlerbund“; 1953 „Künstlergruppe Niederrhein 53“; 1956 „Dortmunder Gruppe“; 1964 „Westdeutscher Künstlerbund“

Einzelausstellungen (Auswahl): 1953, 1962, 1970, 1985 Museum am Ostwall, Dortmund; 1955 Lukas-Kunststuben Bernd Clasing, Münster; 1959 Märkisches Museum Witten; 1964 Abendgalerie Gerhardt, Hagen; 1970 Museum Städtische Kunstsammlungen Bonn; 1971 Galerie KEO, Hagen; Nov. 2011 bis Jan. 2012 Museum Haus Konstruktiv, Zürich

Werke befinden sich u.a. im Besitz von: Museum am Ostwall, Dortmund; Kunstmuseum Bonn; Städelmuseum, Frankfurt a.M.; Haus Konstruktiv, Zürich

Literatur (Auswahl)
Galerie Lohr (Hrsg.) (1991): Harry Fränkel, Werkverzeichnis der Schnitte und Siebdrucke; Friedrichsdorf: P.R. Wilk
Meißner, Günter: Harry Fränkel, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“, Online-Version, Künstler-ID: 00644833
Zimmermann, Rainer (1994): Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation; Hirmer; München; S. 405