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Zu Wolfgang Willrich (31.03.1897 Göttingen – 18.10.1948 ebd.):
Maler, Zeichner; Sohn des Gymnasiallehrers Dr. Hugo Willrich und dessen Frau Laura, geb. Jacoby; schon als Kind hatte er künstlerische, sowie handwerkliche Talente (musizieren, malen, zeichnen, schnitzen, meisseln); 1915 Abituar am Staatlichen Gymnasium zu Göttingen; Oktober 1915 bis Februar 1916 Besuch der Staatlichen Kunstschule zu Berlin; danach Kriegsdienst als Soldat im Infanterieregiment 251 (eingesetzt in Russland, sowie in Flandern und Frankreich); Verleihung des Eisernen Kreuzes; 1917 während der Stellungskämpfe zeichnet Willrich die ersten Skizzen und Porträts seiner Kameraden; Ende März 1918 bis 1920 französische Kriegsgefangenschaft im Chateau Oléron; 1919 nimmt Willrich an einem Wettbewerb zur Exlibris-Gestaltung, ausgeschrieben von der „Deutschen Kriegsgefangenenfürsorge – Bern“ teil, bei dem er einen Anerkennungspreis erhält; 1920-27 Studium an der Kunstakademie Dresden (bei Richard Müller, Hermann Dittrich, Georg Lühring), das er mit Staatsexamen abschließt; während dieser Zeit Studienreisen durch Deutschland, die Schweiz, Italien und Frankreich; 18.04.1923 Weihe der Ehrentafel im Göttinger Gymnasium, zu der Willrich ein großes Triptychon (7,10 x 3 m) geschaffen hat; 1927-30 Mitglied im „Tannenbergbund“; 1927-31 Ausbildung zum Zeichenlehrer wissenschaftlicher Richtung, was ein Studium der Biologie, Philosophie und Pädagogik an der Universität Dresden verlangte; 29.12.1931 Heirat mit Charlotte, geb. Herber; 1932 Asessorenexamen, sowie kurze Zeit Lehrer an einer privaten Kunstschule und an einem Gymnasium in Dresden; 1933-34 tätig für das Reichskulturministerium; 12.05.1934 wird er von Reichsbauernführer und Reichsminister Richard Walther Darré als „freier Mitarbeiter“ nach Berlin berufen, um für diesen Ausstellungen zu organisieren, Referate zu halten und zu zeichnen; Willrich war nie Mitglied der NSDAP oder ihrer Gliederungen; 1934-39 förderndes Mitglied der SS; einen von Himmler angebotenen hohen Ehrenrang innerhalb der SS lehnte Willrich ab; 17.08.1934 Geburt des Sohnes Walter; 1934-38 regelmäßiger Referent in der HJ-Reichsführerschule Potsdam; 1937 erschien Willrichs anti-modernistische Schrift „Säuberung des Kunsttempels“ (München: Lehmann); Willrich ist zudem in dieser Zeit beteiligt an den Beschlagnahmen und Ausstellungen im Rahmen der „Entarteten Kunst“-Aktion; 22.01.1937 Geburt der Tochter Gerda; 1937-42 Beteiligungen mit insgesamt 30 Werken an den „Großen deutschen Kunstausstellungen“ (Haus der deutschen Kunst, München); 29.04.1938 Geburt der Tochter Thora; 1939 seine Meldung als Kriegsfreiwilliger wird aus Altersgründen abgewiesen; 1939 erhält Willrich die Erlaubnis Soldaten der U-Boot-Streitkräfte zu zeichnen; Jan.-Febr. 1940 Beteiligung an der Ausstellung „Polenfeldzug und U-Boot-Krieg in Bildern und Bildnissen“; durch diese Ausstellung wird die Wehrmacht auf Willrich aufmerksam und zieht ihn als Feldwebel ein; ab 29.07.1942 Zuteilung zur „Staffel der bildenden Künstler“; zahlreiche Porträtarbeiten Willrichs finden als Postkartenmotive weite Verbreitung; Anfang 1945 verzog Willrich von Berlin nach Göttingen, wohin bereits seine Familie aufgrund erhöhter Bombenangriffe auf Berlin geflüchtet war; ab 14.04.1945 amerikanische Kriegsgefangenschaft aus der er am 28.01.1946 schwerkrank vorzeitig entlassen wird; Rückkehr nach Göttingen

Literatur / Quellen
Klee, Ernst (2009): Kulturlexikon zum Dritten Reich; Fischer; Frankfurt a.M.; S. 600
PETERS, Klaus J. (1990): Wolfgang Willrich. War Artist – Kriegszeichner; R. James Bender; San Jose (CA)
ROH, Franz (1962): „Entartete“ Kunst. Kunstbarbarei im Dritten Reich; Fackelträger-Verlag; Hannover; S. 77-79
VELTZKE, Veit (2005): Kunst und Propaganda in der Wehrmacht; Kerber; Bielefeld; S. 255
Internetseite zum Künstler [wolfgang-willrich.de]