W I L H E L M   G R U N E R T

 

Weitere Werke von Wilhelm Grunert

 

 

Ackerfläche in hügeliger (thüringischer?) Landschaft

Aquarell über leichten Bleistiftvorzeichnungen, auf Velinpapier, an den Rändern umlaufend durch braunes Klebeband befestigt auf hellbräunlichen Karton (frühere Rahmenrückwand)
verso auf hellbräunlichem Karton u.l. in Blei datiert „1944“
u.r. signiert „Grunert“

verkauft

 

 

Größe des unterlegten Kartons: 23×32,5cm
Bildgröße: 16×24,5cm

Zustand
Blatt an den Rändern umlaufend durch braunes Klebeband befestigt auf hellbräunlichen Karton (frühere Rahmenrückwand); in den vier Ecken jeweils ein kleines Einstichloch; unterlegter Karton (frühere Rahmenrückwand) verso etwas fleckig, sowie an den Rändern Reste früherer Befestigung (braunes Klebeband), sowie u.r. klein in Blei bez. „40,-“

Provenienz
Weihnachten 1952, Geschenk des Künstlers an dessen Sohn Rolf Grunert (01.07.1925 Arnstadt – 2006)

 

 

Von 1906 bis 1911 absolvierte Wilhelm Grunert seine Ausbildung am Landeslehrerseminar in Sondershausen. Im Anschluss daran begleitete er verschiedene Lehrerstellungen in Gschwenda, Wenigenehrich, Oberwillingen und Clingen, bevor er 1919 als Lehrer an die Knabenbürgerschule nach Arnstadt kam. In Arnstadt blieb er dann bis zu seinem Umzug nach Hamburg im Jahr 1945 ansässig und tätig. In diese Zeit fällt zudem eine reiche Tätigkeit als Illustrator, Grafiker und Maler.
Vorliegendes Aquarell ist der rückseitigen Datierung nach an das Ende dieser Arnstädter Zeit einzuordnen.
Aus dem Vordergrund breitet sich weit der dunkle, bräunlich-rote Ackerboden aus, der im mittleren Bildbereich durch eine kleine Wiesenfläche, sowie einzelne Bäume begrenzt wird. Eine exponierte Stellung was sowohl den Bildaufbau als auch die Farbgebung angeht, nimmt hierbei die Erhebung in der Bildmitte ein. Auf dieser reckt sich ein Baum nach oben und betrachtet man den dahinterliegenden Himmel, so mag es fast schon so erscheinen, als sei der Baum selbst – und eben nicht die, durch jenen verdeckte Sonne – die Lichtquelle der Komposition. Eine Entsprechung dieser Lichtführung findet sich auch in der Ackerfläche, indem der mittlere Bereich, der zur Erhebung führt, deutlich heller ausgeführt wurde.
Den Hintergrund bildet eine in der Ferne liegende, leicht hügelige Landschaft, die man, obgleich nicht lokalisiert, wohl nach Thüringen im Allgemeinen, wenn nicht gar in die Umgebung von Arnstadt im Speziellen verorten kann.

 

 

Zu Wilhelm Julius Ludwig Grunert (10.03.1891 Lehrte bei Hannover – 10.03.1963 Hamburg):
Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator, Kunsterzieher; Sohn des Stationsassistenten Carl Friedrich Wilhelm Grunert und dessen Ehefrau Henriette, geb. Menden; Besuch der Volks- und Mittelschule in lehrte und der Realschule in Sondershausen; 1906-11 Studium am Landeslehrerseminar in Sondershausen; 1911 Aufnahme als Schulamtskandidat und Anstellung an der Schule in Geschwenda; 1913 Aushilfslehrer in Wenigenehrich; 1914-19 Lehrer in Oberwillingen; 1919 kurzzeitig in Clingen; ab 1919 Lehrer an der Knabenbürgerschule in Arnstadt; 1925 Illustrationen für den Wintersportführer „Winter in Thüringen“; 1928 Illustrationen für „Wanderungen durch das Drei-Gleichen-Gebiet“; 1935 Illustrationen für Paul Sömmerings „Die Lehmannsbrück“ (Arnstadter Heimatschriften, Arnstadt); zusätzlich Musikstudium (Klavier) am Konservatorium in Sondershausen; Heirat mit Terese Alma Gertraud, geb. Schmidt; bis 1945 in Arnstadt ansässig und tätig; ab 1945 wohnhaft in Hamburg und dort als Kunsterzieher tätig in Hamburg-Othmarschen; Studium an der Kunstgewerbeschule Hamburg-Altona; Werke befinden sich im Schlossmuseum Arnstadt

Literatur
KIRCHSCHLAGER, Andreas (2003):Wilhelm Julius Ludwig Grunert, in: Chronik der Stadt Arnstadt; Arnstadt: Kirchschlager; S. 275-276
TRIER, Dankmar: Wilhelm Julius Ludwig Grunert, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00113016