W E R A    V O N   B A R T E L S   ( z u g e s c h r i e b e n )

 

Weitere Werke von Wera von Bartels (zugeschrieben)

 

 

‚Bildnis Engelbert Humperdinck‘ (um 1911-15)

Bleistift auf leichtem Karton
undatiert [um 1911-15];
unten rechts in Blei signiert „W. Bartels“ (die Zeichnung wird als an Wera von Bartels zugeschrieben angeboten)
Größe: 25 x 17,7 cm

€ 840,-

Kaufanfrage

 

 

 

Titel
am unteren Rand der Namenszug ‚Bildnis Engelbert Humperdinck‘, dieser stammt nicht von Humperdinck persönlich; womöglich war die Zeichnung gedacht als Illustrationsvorlage
Vorlage der Zeichnung wird ein Porträtfoto Humperdincks, welches 1910 während dessen New York-Aufenthalt entstand, gewesen sein. Eine Abbildung des Fotos ist weiter unten als Vergleich angefügt.

Zustand
leichte Druckstellen im Blatt; Ecken leicht bestoßen; sehr leicht nachgedunkelt; partiell leicht fleckig; verso am oberen Rand Reste von bräunlichem Klebestreifen; verso oben rechts klein in Blei nummeriert „36“; verso mittig (wohl) Ausfuhrstempel „KIV + ENG. / LIC. D’EXP.“, sowie darunter Stempel „Kunstverlag Ackermann / München“
Der Namenszug „E. Humperdinck“ stammt nicht von Engelbert Humperdinck, sondern wurde vielmehr von der Künstlerin angefügt.

 

 

Die komplett überarbeitete Fassung der “Königskinder” wurde am 28. Dezember 1910 an der Metropolitan Opera in New York uraufgeführt. Die damalige Leitung lag bei Alfred Hertz (1872 Frankfurt am Main – 1942 San Francisco).

Neben dem New Yorker Opernhaus hatten sich noch weitere Institutionnen darum beworben die Uraufführung abhalten zu können. Da sich Humperdinck aber sehr gerne und mit Freude an die New Yorker “Hänsel und Gretel”-Produktion und deren Erfolg erinnerte, gab er der Metropolitan Opera den Zuschlag. Zu den Endproben und der Aufführung reiste er selbst nach New York und während dieses Aufenthalts entstand jenes Porträtfoto, welches als Vorlage für die vorliegende Zeichnung identifiziert werden kann.

Wera von Bartels ist zumeist bekannt für ihre plastischen Tierarbeiten, doch entstanden daneben auch immer wieder Zeichnungen und Aquarelle. Insbesondere Porträts lassen sich hierbei nachweisen [so befinden sich bspw. Porträtzeichnungen und -skizzen von sowohl Hans von Bartels als auch Wera von Bartels als Teil des Nachlasses von Wiltrud Herzogin von Urach, Gräfin von Württemberg (1884-1975) im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Sign.: GU 119 Bü 664).] und in seinem Text im “Thieme-Becker” zur Künstlerin schreibt E.W. Bredt explizit: „Außer den modellierten Tierfiguren hat W. v. B. auch durch gezeichnete Porträts schon Merkenswertes, etwas, das Außergewöhnliches verspricht, geliefert.“

Möglicherweise war das vorliegende Porträt gedacht als Illustrationsvorlage für den renommierten „Kunstverlag Ackermann“ in München, doch ist unklar ob es tatsächlich zu einer Verwendung hiervon kam.

 

 

Zu Wera Wanda Annette Marie von Bartels (04.01.1886 München – 22.07.1922 ebd.):
Zeichnerin, Illustratorin, Modelleurin; Tochter des Maler Hans von Bartels (25.12.1856 Hamburg – 05.10.1913 München), von dem sie auch ihren ersten Unterricht erhielt; ansonsten bildete sie sich autodidaktisch weiter; tätig als freie Mitarbeiterin bei der Porzellanfabrik der Gebrüder Heubach in Lichte /Thüringen; um 1908 war sie tätig bei der Nymphenburger Porzellan-Manufaktur München; 1915 Heirat mit Werner von Heimburg (Scheidung wohl 1920)

Neben plastischen Arbeiten (Tiere und figürliche Motive), schuf sie auch Aquarelle und Zeichnungen. „Außer den modellierten Tierfiguren hat W. v. B. auch durch gezeichnete Porträts schon Merkenswertes, etwas, das Außergewöhnliches verspricht, geliefert“ (E.W. Bredt).

Ausstellungen
Beteiligungen an den Münchner Jahresausstellungen im Glaspalast. 1901 Beteiligung an einer Ausstellung in der Galerie Heiermann, München. 1913 Beteiligung an einer Ausstellung in der Walker Art Gallery, Liverpool. 1914 Beteiligung an der Biennale Venedig. 2014 wurden Werke von ihr bei der Ausstellung „“Ab nach München! Künstlerinnen um 1900“ im Stadtmuseum München gezeigt

Preise
1906 „Prix d’honneur“ während der Ausstellung „L’art de la femme“, Paris

Literatur
Ebnet, Werner (2016): Sie haben in München gelebt. Biografien aus acht Jahrhunderten; München: Allitera Verlag; S. 72
Körner, Hans-Michael (Hrsg.) (2005): Große Bayerische Biographische Enzyklopädie [Band 1. A-G]; München: Saur; S. 101
Tide, Jürgen: Wera von Bartels, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 10106527

 

 


Porträtfoto Humperdincks, welches 1910 während
dessen New York-Aufenthalt entstand: