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Rudolf Hengstenberg: Wohl mediterrane Fluss- Seelandschaft mit Fischerbooten

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Rudolf Hengstenberg: Darstellung eines greifenden Kleinkinds

 

Zu Rudolf Hengstenberg (16.08.1894 Untermais (bei Meran, Südtirol) – 05.01.1974 Bremen):
Maler, Zeichner, Grafiker; sein Vater, der Ingenieur Rudolf Hengstenberg, stammt aus einer westfälischen Theologenfamilie und besaß das Meraner Gaswerk, die Mutter, Mathilde Hengstenberg, geborene Weißenborn, ist Tochter eines Gothaer Bauunternehmers; 1899 nach dem Verkauf des Gaswerks zieht die Familie nach Berlin, in eine großzügige Villa in Wannseenähe; Besuch der Oberrealschule in Zehlendorf, nach einer Nichtversetzung der Oberrealschule in Potsdam; 1914 Eintritt als Kriegsfreiwilliger ins „Garde du Corps“ in Potsdam (Einsätze in Frankreich, an der Ost- und Südfront, mehrfache schwere Verwundungen); 1919 Beginn eines Architekturstudiums an der Technischen Hochschule in Berlin; 1920 Wechsel an die Hochschule Stuttgart zu Paul Bonatz, dann Beginn eines Studiums an der dortigen Kunstakademie zunächst bei Christian Landenberger, nach zwei Semestern bei Heinrich Altherr; 1924 Hengstenberg verläßt als Meisterschüler Heinrich Altherrs die Stuttgarter Akademie und siedelt sich als freier Künstler in Potsdam an; zunächst Bezug einer Atelierwohnung in der Nähe des Heiligensee, 1932 Übernahme einer Atelierwohnung vom Maler Heinrich Graf Luckner in der Mangerstraße 15; regelmäßige Beteiligung an den Frühjahrs- und Herbstausstellungen der Preußischen Akademie der Künste; Förderung durch den Maler Ludwig Dettmann; 1926 Hengstenberg schließt sich einem kleinen Kreis um den Maler Egon v. Kameke an, zu dem auch die Maler Heinrich Basedow und Schwormstedt sowie der Schriftsteller Rudolf Paulsen gehören; 1931 unter dem Eindruck der Auseinandersetzungen der politischen Extreme am Ende der Weimarer Republik Eintritt in die NSDAP; 1935 das Großgemälde „Bauhütte“ entsteht im Auftrag des Reichsarbeitsministers für das Ministeriumsgebäude in Berlin; 1937 das Gemälde „Bauhütte“ wird in den deutschen Pavillon auf der Pariser Weltaustellung gebracht und erhält einen ersten Preis; das eigentlich für Paris in Auftrag gegebene Bildthema „1. Mai-Feier im Berliner Lustgarten“ wird von den Auftraggebern als zu expressionistisch gewertet, als Folge bleiben weitere öffentliche Aufträge aus; 1937 werden bei der Aktion „Entartete Kunst“ zwei Werke beschlagnahmt; 1938 Auszeichnung mit dem deutsch-amerikanischen Harry-Kreismann-Preis; 1939 auf Befehl des Oberkommandos des Heeres Kriegsmaler (Einsatz an der West- und Ostfront, später bei der „Staffel der bildenden Künstler“); 1942 Heirat mit der aus Wismar stammenden Photographin Lilli Hahn; 1943 nicht zuletzt auf Betreiben des Bremer Bildhauers Ernst Gorsemann Übernahme der Leitung der Bremer Kunsthochschule (damals Nordische Kunsthochschule), Ernennung zum Professor und Übersiedlung nach Bremen; 1945 nach erneutem Kriegseinsatz schwere Verwundung und amerikanische Kriegsgefangenschaft; im September Rückkehr zu seiner Frau nach Bremen; 1946 Ablehnung einer durch Karl Hofer und Heinrich Ehmsen angetragenen Berufung an die Berliner Kunsthochschule; Übersiedlung von Bremen-Oberneuland nach Bremen-St. Magnus; dort später Bau eines Hauses mit Atelier (Am Kapellenberg); 1948 nach der sog. Entnazifizierung Aufhebung des Ausstellungs- und Unterrichtsverbots; ab 1950 Öffentliche Aufträge für Wandmalereien in Schulen und Krankenhäusern in Bremen-Nord sowie für ein großes Wandgemälde im Funkhaus von Radio Bremen; Schriften über Fragen der Kultur, Kunst und Religion; ab 1965 allmähliche Einstellung der künstlerischen Tätigkeiten und Rückzug aus der Öffentlichkeit

Literatur/Quelle
BARFOD, Jörn (1994): Der Maler Rudolf Hengstenberg; Husum
VELTZKE, Veit (2005): Kunst und Propaganda in der Wehrmacht; Kerber; Bielefeld; S. 250-251
Internetseite der Rudolf-Hengstenberg-Gesellschaft e.V.