P A W E L   S T E L L E R

 

 

 

„Drzeworyt Ślązaczka” (‚Holzschnitt Schlesierin‘), 1935

Holzschnitt auf dünnem Ingrespapier, an den oberen beiden Ecken befestigt auf bräunlichen Karton, früherer Rahmenrückwand liegt lose anbei

Blattgröße: 31,1 x 23,1cm
Bildgröße: 28,3 x 21,1cm
Auflage: o.A.

u.r. in Blei datiert „1935“
u.r. in Blei signiert „P. Steller“

€ 450,-

Kaufanfrage

 

Titel
u.l. in Blei betitelt „Drzeworyt Ślązaczka” (‚Holzschnitt Schlesierin‘); einen weiteren Abzug betitelte der Künstler explizit mit „Ślązaczka z Wełnowca“ (‚Schlesierin aus Wełnowiec [Hohenlohehütte]

Zustand
Blatt an den oberen beiden Ecken befestigt auf bräunlichen Karton; in den Randbereichen mitunter leicht knittrig; die beiden unteren Ecken aufgrund früherer Befestigung etwas aufgeraut (Ecke u.l. mit minimalem Loch (außerhalb des Drucks)); im Randbereich rechts unten kleiner Fleck (technikbedingt?); verso auf früherer Rahmenrückwand Etikett von „F.G. Conzen / Düsseldorf“

Provenienz
(wohl frühestens) 1951, Privatbesitz Karljosef Blumberger (11.02.1905 Köln – 1980[?]) [Internist, Professor; ab 1945 Chefarzt der Medizinischen Abteilung des St.-Martinus-Krankenhauses in Düsseldorf; 1947 Ernennung zum Professor; ab 1951 Leiter der Medizinischen Abteilung der Städtischen Krankenanstalten Aschaffenburg; 1952 und 1963 Gastvorlesungen in Italien] [Hierzu auf der früheren Rahmenrückwand o.l. und u.l. Stempel „Prof. Dr. K.J. Blumberger / Leiter der Medizinischen Abteilung der Städtischen Krankenanstalten Aschaffenburg“]

 

 

Zu Pawel Steller (23.01.1895 Hermanice [Hermanitz] – 04.09.1974 Katowice [Kattowitz]):
Maler, Zeichner, Grafiker; er war das fünfte von sieben Kindern des Stahlarbeiters Anton Steller und seiner Frau Helena in Udron; aufgrund der Verlegung der Fabrik verzog die Familie nach Sambor, wo er die Grundschule und aufgrund eines Stipendiums auch das Gymnasium besuchte; 1909-13 Studium an der Staatlichen Industrieschule in Lwiw [Lemberg] (bei Walerian Krycifiski, Tadeusz Rybkowski, Zygmunt Rozwadowski und Stanislaw Rejchan); 1913-14 Studium an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Prag (bei u.a. Arnost [Ernst] Hofbauer); 1915 wurde er zum Kriegsdienst in die österreichische Armee eingezogen; ab 1918 Leutnant in der polnischen Armee; 1921 wurde er aus der Armee entlassen; ab Mai 1921 arbeitete er in der kartographischen Abteilung des Militärgeographischen Instituts in Warschau (zuletzt als Leiter der graphischen Abteilung); 1923-25 Studium an der Kunstschule in Warschau (bei u.a. Wladyslaw Skoczylas, Milosz Kotarbitiski); ab August 1925 Zeichenlehrer in Chorzów [Königshütte]; ab Dezember 1925 Lehrer für Kalligrafie und Kunsthandwerk an der polnischen Männerschule in Katowice [Kattowitz]; 29.09.1925 Heirat mit Elżbietę Sosnowską; 1926 Geburt des Sohnes Stefan; 1926 Mitbegründer der Gruppe „Ryt“; 1931 Zeichenlehrer an den neu eröffneten schlesischen technischen Instituten in Katowice; Steller war in Katowice stark in das Kunst- und Kulturleben eingebunden, nahm an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben teil und die Wohnung der Familie wurde zum Künstlertreffpunkt; den Zweiten Weltkrieg verbrachte er zusammen mit seiner Frau vornehmlich in den Beskiden; unmittelbar nach dem Einmarsch der Roten Armee in Katowice, kehrte Steller zurück und erhielt den Befehl ein Denkmal zu Ehren der Roten Armee zu entwerfen; am 03.04.1945 wurde er zusammen mit 180 anderen Personen aufgrund angeblicher Feindkontakte festgenommen und in dem Lager Nr. 503 (bei Kemerowo) inhaftiert; im November 1946 wurde er entlassen und kehrt nach Katowice zurück; 16.08.1954 Tod der Ehefrau; zweite Heirat mit Stefania Partyka; Stefania Steller gründete 1976 in der ehemaligen Wohnung in Katowice ein Museum mit Werken des verstorbenen Künstlers; von 1983 an wurde das Museum an das Museum der Geschichte von Katowice angeschlossen, jedoch im Jahr 1992 aufgelöst; die Sammlung wurde, nach dem Willen des Künstlers, aufgeteilt zwischen dem Erzdiözesanmuseum Katowice und dem Museum der Geschichte von Katowice; im September 2005 wurde ein Relief zum Andenken des Künstlers enthüllt (Plac Grunwaldzki, Katowice); im selben Jahr fand im Museum der Geschichte von Katowice eine große Ausstellung zu ihm statt
Steller schuf insbesondere Holzschnitten, daneben auch zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen. Als Motive finden sich immer wieder Porträts schlesischer Menschen, sowie Landschaften.

Literatur: “Allgemeines Künstlerlexikon” (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00208604