P A U L A   W I M M E R

 

Weitere Werke von Paula Wimmer

 

 

Neujahrsgruß für das Jahr 1908

Bleistift, sowie einmal Tuschfeder (Skizze unten links), auf sandfarbenem Zeichenpapier
nicht datiert [1907]

u.m., sowie o.r. nachträglich in blauem Kugelschreiber signiert „P. Wimmer“
Neujahrsgruß für das Jahr 1908, hierzu o.r. bez. „Glückliches 1908!“, sowie fünf weitere Skizzen mit weiblichem Akt

€ 110,-

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Blattgrösse: 27,7×37,4cm

Zustand
Blatt am oberen Rand mit Abrissspuren und Resten der früheren Heftbindung; Druckstellen im Blatt; mitunter etwas fleckig (im Bereich u.r. stärker fleckig); im Bereich o.r. (beim „ü“ von „Glückliches…“) bräunlicher Fleck; verso fleckig

 

 

Neben dem Neujahrsgruß für das Jahr 1908 finden sich auf dem vorliegenden Skizzenblatt fünf Vorarbeiten. Viermal davon in Bleistift und einmal in Tuschfeder ausgeführt. Und es ist gerade die Tuschezeichnung, welche das Geschehen am Besten erkennen lässt. Eine Dame im Kleid zieht einen schweren Vorhang zum Teil zurück, so dass der Betrachter im linken unteren Bereich einen kleinen Einblick auf den Rücken eines dort stehenden Aktes erhält. Die einzelnen Studien zeigen dabei Unterschiede in der Ausführung und lassen so ein wenig am Arbeitsprozess der Künstlerin teilhaben.

 

 

Paula Wimmer (09.01.1876 München-Solln – 15.06.1971 Dachau):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin; Tochter des Justizrats und Anwalts Karl Wimmer und dessen Frau Pauline, geb. Kanzler; Tod der Mutter kurz nach der Geburt; Wiederverheiratung des Vaters mit ‚Tante Anna‘; um 1900 erste Ausbildung bei Carl Johann Becker-Gundahl an der Kunstakademie München; Bekanntschaft mit Franz von Stuck und Max Feldbauer; 1900-10 Studienreisen mit der Stiefmutter nach Rom, Florenz, Venedig, Paris; Freundschaft mit der Bildhauerin Marie Janssen; in Paris einige Monate Besuch der Privatschule der Nabis an der „Académie Ranson“; 1911 Rückkehr nach München und Besuch der privaten Malschule von Max Feldbauer; zusammen mit Feldbauer Reisen nach Griesbach und in die Bretagne; ab 1911 Beteiligung an den Kunstausstellungen der Juryfreien in München, sowie vertreten in der Galerie Thannhauser; 1914-16 zusammen mit der Stiefmutter Aufenthalt in Berlin und dort Bekanntschaft mit u.a. Paul Cassirer, Fritz Gurlitt, Paul Westheim, Alfred Kubin, Else Lasker-Schüler; 1916 Umzug nach Dachau; 1916 Beteiligung an der Münchner Jahresausstellung im Glaspalast; 1918 Verleihung der österreichischen Silbernen Staatsmedaille für das Gemälde „Schleißheim“; 1919 Mitbegründerin der Künstlergruppe Dachau; weitere zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen u.a. im Münchner Glaspalast, sowie bei der Münchner Secession; 1934-35 Beteiligungen an der „Großen Münchner Kunstausstellung“ (Neue Pinakothek); 1937 bei der Aktion „Entartete Kunst“ wird ein Werk beschlagnahmt; 1946 Neugründungsmitglied des Münchner Ortsverbandes der GEDOK; 1958 Beteiligung an der Ausstellung „Aufbruch in die Moderne“ (Haus der Kunst, München); um 1965 Aufenthalte in Wien und Regensburg; 1976 Ausstellung zum 100. Geburtstag der Künstlerin in der Kreis- und Stadtsparkasse Dachau

Literatur
Dachauer Galerien und Museen (1994): Paula Wimmer 1876-1971 [Katalog zur Ausstellung in der Gemäldegalerie Dachau 25.11.1994 bis 31.01.1995]; Freising: Sellier
HERES, Horst (1985): Dachauer Gemäldegalerie; Dachau: Bayerland; S. 288