K A R L   O T T O   H Y

 

Weitere Werke von Karl Otto Hy

 

 

„Haus, J.[ohann] W.[ilhelm] Lehr“ (1930)

Aquarell, partiell mit Deckfarben, über Bleistift auf Velinpapier, verso durch Klebestreifen unter Passepartoutmaske gesetzt

€ 570,-

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Signatur
u.r. signiert „KO HY“, sowie verso auf dem Passepartout o.m. in Blei nochmals signiert und ortsbez. „K.O. Hy Wiesbaden“

Entstehungsjahr
u.r. im Bild etwas undeutlich datiert „193[0?5?]“, sowie u.r. auf dem Passepartout in Blei datiert „1930“

Titel
auf dem Passepartout u.l. in Blei bez. „Haus, J.[ohann] W.[ilhelm] Lehr“, wohl Entwurf / Vorarbeit für ein Wandbild

Größe
Größe: 36,1 x 44,8cm (Passepartout) bzw. 26 x 36,1cm (Blatt) bzw. 20,4 x 30,6cm (Passepartoutausschnitt)

Zustand
Blatt vom Künstler verso durch Klebestreifen unter Passepartoutmaske gesetzt; in den Randbereichen leicht wellig; im mittleren Bereich unten (etwa beim Oberkörper des sitzenden Hirten) fleckig; im linken Bereich mittig (beim weißen, unausgemalten Bereich) fleckig; Passepartoutmaske recto & verso etwas fleckig, sowie verso Reste früherer Befestigung (Klebereste)

 

 

Nach einer Lehre zum Dekorationsmaler, besuchte Karl Otto Hy die Kunstgewerbeschulen in Mainz und Wiesbaden (1925-29). Seine damaligen Lehrer waren u.a. Hans Christiansen (1866-1945), Otto Fischer-Trachau (1878-1958) und Otto Arpke (1886-1943). Bereits neben seinem Studium arbeitete er für den bedeutenden Wiesbadener Architekten Joachim Wilhelm Lehr (1893-1971) und auch in der Folgezeit war er an zahlreichen Restaurierungen und Gestaltungen von Bauwerken beteiligt.

Das vorliegende Werk datiert auf 1930 und der Bezeichnung nach ist es zudem eng mit eben J.W. Lehr verbunden. Demzufolge dürfte es sich um eine Vorarbeit für ein Wandbild handeln, wobei die Aufteilung des Motivs an ein Triptychon denken lässt. Ob dies ein Wandbild für das Privathaus von Lehr sein sollte und, ob es tatsächlich auch zur Ausführung kam, ist nicht bekannt.

Karl Otto Hy zeigt hier eine, vornehmlich in rötlich warmen Farben ausgeführte, arkadische Landschaft mit Tieren und Menschen. Leichte Hügel ziehen sich bis zum Hintergrund, Bäume und Sträucher lockern die Ansicht auf. Am leicht bewölkten Himmel fliegen drei weiße Vögel. Der linke Bildbereich bleibt menschenleer, während in der Mitte drei Hirten lagern und rechts sind zwei nur zart bekleidete Frauen dabei Wasser aus einer Quelle zu schöpfen.

Überaus schöne, stimmungsvolle Komposition.

 

 

Zu Karl Otto Hy (28.10.1904 Rüdesheim – 05.04.1992 Wiesbaden):
Maler, Zeichner, (Werbe-)Grafiker, Architekt; 1911 Zuzug von Rüdesheim nach Wiesbaden; Schulbesuch in Heidelberg und Wiesbaden; erster Kunstunterricht in der privaten Malschule von Hermann Bouffier (Wiesbaden), daneben Besuche im Atelier von Kaspar Kögler (1838-1923); 1919 Ende der Schulzeit und anfänglicher Wunsch Schlosser zu werden, da es aber hierbei keine freien Lehrstellen gab, ging er in die Ausbildung zu einem Dekorationsmaler; 1925-29 Studium an den Kunstgewerbeschulen in Mainz und Wiesbaden (u.a. bei Hans Christiansen (1866-1945), Otto Fischer-Trachau (1878-1958), Otto Arpke (1886-1943)); neben dem Studium arbeitete Hy bei dem Wiesbadener Architekten Joachim Wilhelm Lehr (1893-1971); ab 1930 freischaffend tätig, zu seinen Kunden zählten v.a. Reklamefirmen, Kaufhäuser, Brauereien, Hotels; daneben auch als Architekt tätig; 1937 Ausgestaltung der Wandelhalle in der Herbert-Anlage mit Sgraffiti (Wiesbaden); 1938 Beteiligung an der „Kunstausstellung in Frankfurt am Main, der Stadt des Deutschen Handwerks“ (Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt a.M.); 1942 zur Wehrmacht eingezogen und anschließend russische Kriegsgefangenschaft; 1948 Rückkehr aus der Gefangenschaft nach Pforzheim und von dort Umzug nach Wiesbaden; nach 1945 als Architekt in Wiesbaden tätig und dabei beteiligt bei Restaurierungen und Innenraumgestaltungen von u.a. dem Staatstheater, dem Kaiser-Friedrich-Bad, der Trauerhalle am Südfriedhof, des Großen Sitzungssaals des Magistrats; 1962 Umzug nach Georgenborn (Gemeinde Schlangenbad); ab 1978 Vorsitzender des „Rings bildender Künstler“; 1980 Beteiligung an der Ausstellung „Wiesbadener Künstler aus 3 Generationen“ (Museum Wiesbaden, Wiesbaden); 1987 Ausstellung zusammen mit Franz Ruzicka (Nassauischer Kunstverein Wiesbaden); 2014 vertreten bei der Ausstellung „Landschaftsbilder – ein Zwischenreich von Natur und Zivilisation aus Imagination und Realität“ (Kunstarche Wiesbaden e.V.); Werke befinden sich u.a. im Besitz der Stadt Wiesbaden („Frühling“, Öl, 1957), des Museums Wiesbaden („Die Kaiserstraße in Wiesbaden“, Öl, 1934), der Ortsverwaltung Wiesbaden-Dotzheim („Blick vom Neroberg über Wiesbaden“, Öl)

Literatur
HILDEBRAND, Alexander (1992): Akribie und Atmosphäre, in: Wiesbadener Leben; 6/1992; Seite 15
Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden (Hrsg.) (1980): Wiesbadener Künstler aus 3 Generationen; Wiesbaden: Wilhelm Lautz; unpag. (Kat.Nr. 37-38)
„Karl Otto Hy. Optische Kultur – Wiesbadener Maler wird 80 Jahre alt“ (Autorenkürzel AH), in: Wiesbadener Kurier, vom 27./28.10.1984, Seite 9
„Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 42431199