H E N R I E T T E   K U M M E R F E L D

 

 

 

Winterlandschaft mit Kopfweiden an einem Gewässer (wohl um 1900-10)

Öl auf Leinwand, auf Holz, gerahmt
undatiert [wohl um 1900-10] unten rechts signiert „HKummerfeld“
nicht betitelt, Winterlandschaft mit Kopfweiden an einem Gewässer

€ 790,-

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Größe
35 x 57,1cm (ohne Rahmen) bzw. 50,5 x 73cm (mit Rahmen)

Zustand
Leinwand auf Holz; insgesamt leicht beschmutzt, sowie etwas fleckig; in den Ecken und an den Rändern kleine Einstichlöcher; Holz verso etwas fleckig, sowie verso mit Resten eines aufgeklebten Papiers (wohl eine Traueranzeige zum Tod der Künstlerin); Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren

 

 

Henny Kummerfeld nimmt den Betrachter mit vor eine nicht näher genannte Stadt an einem trüben, kühlen Wintertag. Durch den gräulich bewölkten Himmel lässt sich an eine frühabendliche Dämmerstunde denken. Aus dem Vordergrund fließt ein Gewässer in leichten Biegungen der im Hintergrund gelegenen Stadt zu. Markante Kopfweiden säumen den Uferrand und beleben mit ihrem mitunter kräftigen Braunton die weiße Schneelandschaft. Vereinzelt scheint bereits etwas Erde durch den Schnee und vielleicht ist dies ein Anzeichen der sich anbahnenden Schneeschmelze.

Durch das gedämpfte, tonige Kolorit wirkt die gesamte Komposition sehr ruhig und beinahe schon kontemplativ. Der Künstlerin gelingt es hier auf eine wunderschöne Weise diese winterliche Stimmung verbunden mit einem Gefühl der Einsamkeit in der Landschaft dem Betrachter zu vermitteln.

Obgleich Henny Kummerfeld zeitlebens künstlerisch aktiv war, sich an mehreren überregionalen Ausstellungen beteiligte und sich ebenso auch in Vereinigungen von Künstlerinnen engagierte, geriet sie nach ihrem Tod doch in Vergessenheit. Eine Vergessenheit, die zu der künstlerischen Qualität ihres Schaffens in starkem Gegensatz steht. Das vorliegende Gemälde darf als ein sehr gelungenes Werk der Künstlerin betrachtet werden.

 

 

Zu Henriette (Henny) Kummerfeld (19.05.1869 Georgsmarienhütte – 11.02.1915 Düsseldorf):
Malerin; Tochter des Maschinendirektors der Georg-Marienhütte bei Osnabrück Johann Karl Kummerfeld und dessen Ehefrau Luise Auguste Wilhelmine Amalia, geb. Lohde
Über eine künstlerische Ausbildung ist nichts bekannt. Ende Januar 1904 verzog sie von Georgsmarienhütte nach Düsseldorf und blieb dort fortan ansässig. Um 1900 hielt sie sich in der Künstlerkolonie im belgischen Mol auf. Dort lebten und arbeiteten Künstler aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich, den Niederlanden und den USA. Neben Kummerfeld kamen noch u.a. Eugen Kampf, Hermann Lasch, Otto Reichert und Hedwig Petermann aus Deutschland.
Henny Kummerfeld starb im Evangelischen Krankenhaus am Fürstenwall (Düsseldorf).
Sie blieb ledig und hatte wohl auch keine Kinder.
Die wenigen überlieferten Gemälde zeigen v.a. Landschaften und dörfliche Ansichten in verhalten impressionistischer Auffassung. Das Kolorit ist zumeist gedämpft.

Mitgliedschaften
Verein Düsseldorfer Künstlerinnen ; Frauenkunstverband.

Ausstellungen
18.08.-03.09.1907 “Kunsttentoonstelling van schilderijen der Kunstenaars die te Moll en omstreken hebben gewerkt“, Mol; 1909 „Große Berliner Kunstausstellung“; 1912 „Münchener Jahresausstellung“ im Glaspalast; 1914 „Große Berliner Kunstausstellung“; 1914 „Münchener Jahresausstellung“ im Glaspalast; 1914 „Ausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen“, Düsseldorf.

Literatur
Koskull, Maximilian Baron von: Henriette Kummerfeld, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion