H A R D Y    S C H N E I D E R – S A T O    (27.06.1919 Hoyerswerda – 18.12.2002 Karlsruhe)

 

Weitere Werke von Hardy Schneider-Sato

 

 

Bildnis einer russischen Frau (1943)

Bleistift und Deckweiß auf Karton, verso durch Klebestreifen unter blauer Passepartoutmaske
unten rechts in Blei signiert „Sato“

unten rechts in Blei datiert „[19]43“
Größe: 25,8 x 19,7 cm (Blatt) bzw. 34,9 x 28,9 cm (Passepartoutmaske) bzw. 25 x 18,9 cm (Passepartoutausschnitt)

ohne Titel: Bildnis einer russischen Frau

€ 330,-

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Zustand
verso durch Klebestreifen unter blauer Passepartoutmaske; Blatträndern mit kleineren Beschädigungen; partiell leicht fleckig; Blatt verso fleckig (in den Randbereichen stärker), sowie verso mittig in Blei bez. „P1“, sowie verso am oberen Rand Reste von Papier; Passepartout verso oben rechts nummer. „26“, sowie u.r. bez. „P1“

Ausstellung
(möglicherweise) 1975, „Sato. Retrospektive“, Museum Ettlingen, Ettlingen (dann im Bereich „Bilder aus Russland“ wohl Teil der Sammelkatalognummer 40 „Frauenporträts aus verschiedenen Republiken“ )

 

 

Hardy Schneider-Sato wurde direkt bei Kriegsbeginn 1939 als Soldat eingezogen. In der Folge wurde er im Osten eingesetzt, geriet 1943/44 in russische Gefangenschaft aus der er erst 1949 entlassen wurde. Während der Gefangenschaft machte er die prägende Bekanntschaft mit dem Zen-Meister Joshimo Sato, der ihn als seinen Schüler annahm und unterrichtete. Daher führte der Künstler fortan den Namen des Lehrers („Sato“) als Beinamen.

Vor und während der Gefangenschaft war er weiterhin künstlerisch tätig, doch konnten von diesen Kriegsbildern „nur noch die Skizzen aus Rußland gerettet werden“ (Hubert Knauber). Die vorliegende Zeichnung ist eine dieser wenigen, aus Russland geretteten Arbeiten.

Möglicherweise war diese Zeichnung Teil der großen Retrospektive 1975 im Museum Ettlingen. Hierauf verweist die Katalognummer 40, die den damaligen „Bildern aus Russland“ zugeordnet ist und unter dem Titel „Frauenporträts aus verschiedenen Republiken“ mehrere Arbeiten des Künstlers beinhaltet.

Für die Künstlerbiografie im Speziellen eine besondere Arbeit, die in ihrem gefühlvoll melancholischen Ausdruck so gar nicht zu dem Entstehungsjahr und dem damaligen kriegerischen Kontext passen möchte.

 

 

Zu Hardy Schneider-Sato (27.06.1919 Hoyerswerda – 18.12.2002 Karlsruhe):
Maler, Zeichner, Grafiker; erster Malunterricht beim Heimatmaler Karl Leder; 1936-37 Zeichenunterricht bei Otto Dix; Studium der Mathematik, Geodäsie und Kunst in Dresden; ab 1939 Kriegsdienst im Osten und 1944 Gefangenschaft; in einem Lager in der Mandschurei lernte er einen Zen-Meister namens Joshimo Sato kennen, der ihn als Schüler annahm – daher auch der Beiname „Sato“; russische Offiziere erkannten sein künstlerisches Talent und er wurde in ein Kulturlager nach Moskau geschickt, wo er als Freskomaler und Porträtist tätig war; Ende 1949 entlassen aus der Gefangenschaft; Otto Dix und auch der befreundete Künstler Willy E. Nocken (1919 Düsseldorf – 1995 Karlsruhe) ermutigten ihn zur Malerei, so dass Schneider-Sato nach Karlsruhe zog und dort von 1951-54 die Kunstakademie besuchte (bei Hans Gaensslen und Wilhelm Schnarrenberger); ab Studienbeginn hatte er in Karlsruhe ein eigenes Werbeatelier (in der ehemaligen Villa des Künstlers Friedrich von Keller); später Umzug nach Durlach; im Juni 1970 Gründung einer Galerie (Zunftstraße 9, Karlsruhe-Durlach) um junge Künstler zu unterstützen; 1970 Gründung des Durlacher Rings zur Rettung der historischen Altstadt; bis zu seinem Tod war Schneider-Sato als freischaffender Künstler tätig; 1975 Retrospektive im Museum Ettlingen

Literatur
Groeg, Otto J. (1975): Who’s who in the Arts [Bd. 2]; Ottobrunn: Who’s Who-Book and Publishing; S. 185
Mülfarth, Leo (1987): Kleines Lexikon Karlsruher Maler; Karlsruhe; S. 247
pitzner, Wolfram / Knauber, Hubert (1975): Sato. Retrospektive [Schriftenreihe der Museumsgesellschaft Ettlingen e.V., Bd. 7], Karlsruhe
„Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion