H A N S – W O L F F    V O N    P O N I C K A U    (11.09.1899 Frankfurt a.M. – 11.07.1958 Münster)

 

Weitere Werke von Hans-Wolff von Ponickau
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„Der Mondsüchtige“ (1935)

Holzschnitt auf bräunlichem Karton
undatiert [1935] [siehe unten];
unten rechts in Blei signiert „Ponickau“

Größe: 34 x 29,6 cm (Blatt) bzw. (etwa) 24,5 x 17 cm (Druck)
Auflage: unbekannt

€ 520,-

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Titel
unten links in Blei betitelt „Der Mondsüchtige“

Entstehungsjahr
undatiert [1935];
Die Datierung folgt der Angabe bei Gerhard H. Kock: Noch vor Sputnik im All. Hans-Wolff von Ponickaus „Kosmos“ im Institut für physiologische Chemie, in: Westfälische Nachrichten, v. 30.07.2016. Hier heißt es: „Zwar heißt ein Holzschnitt von 1935 „Der Mondsüchtige“ und zeigt einen Menschen, der nach dem Mond greift.”

Zustand
das Blatt hatte vormals mittig eine horizontale Faltung, diese wurde restauratorisch bearbeitet und geglättet ist aber noch sichtbar; oberer, rechter und unterer Rand mit leichten Abrissspuren; Papier leicht nachgedunkelt; partiell leicht stockfleckig; linker Rand oben mit kleiner ausgebesserter Fehlstelle; leichte Druckstellen im Blatt
verso oben mittig in dunkler Tinte Künstlername und Titel; verso oben rechts, sowie oben links und unten links Nummerierungen[?] in Blei; verso leicht fleckig

Literatur / Erwähnung
„Die Titel seiner [d.h. Ponickaus] Arbeiten verraten einiges über Haltung und Werk Ponickaus: „Zehn Grotesken“ lautet einer von 1928; im „Metaphysischen Tagebuch“ von 1943 ist von „Entlarvung“, „Ende“ und „Dämonen erwachen“ die Rede. Mit „Werdende Welt“, „Planetarische Revolution“ oder „Steine aus einer anderen Welt“ (1956) blickt Hans-Wolff von Ponickau in außerirdische Sphären. Visionär? Vielleicht.

Zwar heißt ein Holzschnitt von 1935 „Der Mondsüchtige“ und zeigt einen Menschen, der nach dem Mond greift. Und erst 1969 war die Mondlandung. Aber derart hellseherisch war der Künstler dann wohl nicht . . .“ (Gerhard H. Kock: Noch vor Sputnik im All. Hans-Wolff von Ponickaus „Kosmos“ im Institut für physiologische Chemie, in: Westfälische Nachrichten, v. 30.07.2016).

 

 

Nach einem abgeschlossenen Studium der Landwirtschaft, began Hans-Wolff von Ponickau 1923 ein Studium an der Münchner Kunstakademie (bei Josef Eberz). Von 1925 bis 1929 besuchte er schließlich noch das Städelsche Kunstinstitut. In der Folge wechselte er seinen Wohnsitz zwischen Münster, Tecklenburg und Frankfurt a.M., bevor er sich ganz in Münster niederließ. Er war „Schanze“-Mitglied und von 1953 bis 1958 auch deren Kanzler.

In den ausgehenden 1920er und beginnenden 1930er Jahren war Ponickau sehr vom Expressionismus beeinflusst und es entstanden mitunter skurrile und düstere Grafiken. Dieser ausdrucksstarke „Mondsüchtige“ ist in diese Schaffensphase einzuordnen.

 

 

Zu Ernst Karl Sigmar Hans-Wolff von Ponickau (11.09.1899 Frankfurt a.M. – 11.07.1958 Münster):
Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator; Studium der Landwirtschaft in Bonn (1923 Abschluss als Diplom-Landwirt); 1923-25 Studium an der Kunstakademie München (bei Josef Eberz), sowie von 1925-29 an dem Städelschen Kunstinstitut (bei Johann Vincenz Cissarz, Hans Leistikow, Franz Karl und Franz Karl Delavilla); in den 1920er Jahren war er stark vom Expressionismus geprägt; 1929-31 in Münster ansässig; 1931-32 in Frankfurt a.M. ansässig; 1932 Umzug nach Tecklenburg, sowie darauf erneut in Münster ansässig; während des Zweiten Weltkriegs verzieht er aus Münster nach Haus Marck (bei Tecklenburg); nach 1945 wendet sich Ponickau vermehr der Abstraktion zu
Ponickau arbeitete v.a. mit Aquarell-, Temperafarben, sowie mit dem Holzschnitt. Er illustrierte Kinder-, Märchenbücher und entwarf auch Exlibris. Das Spätwerk weist zudem metaphysische, kosmische Tendenzen auf.

Mitgliedschaften
1922 Corps Rhenania Bonn
ab 1942 Mitglied der „Schanze“
1953-58 deren Kanzler

Ausstellungen (Auswahl)
1963 sind Werke von ihm vertreten bei der Ausstellung „Sammlung Kloppenburg“ (Städtisches Gustav-Lübcke-Haus Hamm)
1986 fand in Münster eine Ausstellung zu Ehren des Künstlers statt
1991, „Wolff von Ponickau – Expressionistische Druckgraphik“ (Münster, Westfälisches Landesmuseum)

Werke befinden sich u.a. Landesmuseum Münster, Stadtmuseum Münster.

Literatur
„Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00073376
KOCK, Gerhard H.: „Hans-Wolff von Ponickaus „Kosmos“ im Institut für physiologische Chemie“, in: Westfälische Nachrichten (v. 25.02.2009)