H A N S    K O H N E N    (07.10.1910 Mönchengladbach – 30.04.1970 ebd.)

 

Weitere Werke von Hans Kohnen
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junge Bäuerin mit zwei Kühen bei der Feldarbeit (1943)

Bleistift auf bräunlichem Papier, verso durch Klebeband unter Passepartoutmaske, ungerahmt
unten rechts signiert „H Kohnen“

€ 380,-

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Titel
ohne Titel [junge Bäuerin mit zwei Kühen bei der Feldarbeit]

Entstehungsjahr
unten rechts datiert „1943“

Größe
Größe: 21 x 29,6 cm (Blatt) bzw. 30 x 40 cm (Passepartoutmaske)

Zustand
Blatt verso durch Klebeband unter Passepartoutmaske; insgesamt etwas gebräunt; am unteren Rand links und rechts mittig (etwas rechts vom Bauch der Bäuerin) jeweils kleiner bräunlicher Fleck; am unteren Rand links Papier an kleiner Stelle ausgedünnt
in den Randbereichen (montierungsbedingt) etwas knittrig, leicht wellig; partiell leicht (stock-)fleckig
verso etwas fleckig

 

 

Hans Kohnen kam erst spät zur Kunst. Er absolvierte ab 1929 anfangs eine Ausbildung zum Kunstschlosser. In der Folge begann er sein Studium der Malerei und Bildhauerei an der Düsseldorfer Akademie (bei Wilhelm Schmurr), welches er sich durch eine Tätigkeit als Schweißer beim Rheinbrückenbau finanzierte. 1939 wurde er zum Militärdienst eingezogen, war als Soldat in Russland, geriet in Gefangenschaft und kehrte erst 1946 aus dieser zurück. Noch in dem Jahr seiner Rückkehr war er wieder künstlerisch aktiv, engagierte sich in der Künstlervereinigung „Die Kante“ (Mönchengladbach) und stellte Werke aus. In den Folgejahren war er Mitgründer der „Kunstgemeinschaft Niederrhein“ (1948) und der Gruppe „Die Planke“ (1951). Hans Kohnen beginnt sich (verspätet) als Künstler zu etablieren, er erhält lobende Kritiken und bekommt öffentliche Aufträge für Wandmalereien und Gestaltungen. In den 1950er Jahren unternimmt er Studienreisen in den Mittelmeerraum, was ihn nachhaltig beeinflusst.

Mit nicht einmal 60 Jahren verstirbt Hans Kohnen nach langer Krankheit.

Es sind insbesondere die zeichnerischen Arbeiten des Künstlers, die immer wieder bei Ausstellungskritiken hervorgehoben und gelobt wurde. So fasst es Hans H. Molls 1949 trefflich zusammen: „Wir wären um kostbare Blätter moderner niederrheinischer Zeichenkunst ärmer, wenn Kohnen Farben kaufen könnte.“

Diese vorliegende Zeichnung datiert auf 1943 und entstand demnach während der Militärzeit des Künstlers. Womöglich sah er diese ländlich dörfliche Szenerie während eines Heimaturlaubs und hielt diese fest.

Kohnen zeigt eine junge Bäuerin, die mit kräftigen Schritten, den Oberkörper vorgebeugt zum rechten Bildrand geht. Mit ihren Armen zieht sie zwei Kühe. Vielleicht führt sie diese gerade nach der Arbeit vom Feld wieder zurück in den Stall? Bäuerin und Tiere nehmen von dem Betrachter keinerlei Kenntnis und noch nicht einmal das Gesicht der Frau ist zu erkennen. Dagegen fällt gerade der Untergrund mit seinen nur in Strichen angedeuteten Grashalmen und Blumen auf.

Eine sehr schöne, ruhige und im besten Sinne: zeitlose Komposition.

 

 

Zu Hans Kohnen (07.10.1910 Mönchengladbach – 30.04.1970 ebd.):
Maler, Zeichner, Grafiker; ab 1929 absolvierte er eine Ausbildung zum Kunstschlosser; in der Folge begann er sein Studium der Malerei und Bildhauerei an der Düsseldorfer Akademie (bei Wilhelm Schmurr), welches er sich durch eine Tätigkeit als Schweißer beim Rheinbrückenbau finanzierte; 1939 wurde er zum Militärdienst eingezogen, war als Soldat in Russland, geriet in Gefangenschaft und kehrte erst 1946 aus dieser nach Mönchengladbach zurück; nach seiner Rückkehr tätig als freischaffender Künstler; Hans Kohnen beginnt sich (verspätet) als Künstler zu etablieren, er erhält lobende Kritiken und bekommt öffentliche Aufträge für Wandmalereien und Gestaltungen. In den 1950er Jahren unternimmt er Studienreisen in den Mittelmeerraum, was ihn nachhaltig beeinflusst.

Ausstellungen
1946 Städtisches Museum Mönchengladbach
Mai 1949, Galerie Vischer, Mönchengladbach
ab etwa 1950 regelmäßige Beteiligung an den „Winterausstellungen“ des Düsseldorfer Kunstvereins und an den Ausstellungen im „Malkasten“ (Düsseldorf)
ab 1951 regelmäßige Teilnahme an den Ausstellungen der Gruppe „Die Planke“.

Mitgliedschaften
Künstlervereinigung „Die Kante“ (Mönchengladbach)
Mitgründer der „Kunstgemeinschaft Niederrhein“ (1948)
Mitbegründer der Gruppe „Die Planke“ (1951)

Werke Hans Kohnens befinden sich u.a. in folgenden Sammlungen
Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Städtische Kunstsammlungen Düsseldorf
Städtischen Galerie im Park, Viersen

Literatur
Städtisches Museum Abteiberg (Hrsg.) (1990): Kunst der ersten Jahrhunderthälfte 1900 bis 1960. Bestandskatalog, Mönchengladbach: Städtisches Museum Abteiberg, S. 194
Maiburg, Barbara (2000): Kante und Planke. Künstlergruppen in Mönchengladbach; Mönchengladbach: Stadtarchiv, S. 165
„Allgemeines Künstlerlexikon“, Onlineversion
Internetseite zum Künstler [hanskohnen.de]