E W A L D   B E C K E R – C A R U S

 

Weitere Werke von Ewald Becker-Carus

 

 

„Jungfrau-Gipfel vom Eiger aus gesehen“

Aquarell auf festem Velinpapier, verso am oberen Rand vom Künstler befestigt in bräunliches Passepartout (dieses arg beschädigt)
nicht datiert [(wohl) 1927]

Größe: 77,5 x 55,1cm (Blatt) bzw. 99 x 70cm (Passepartout)

u.l. signiert „E. Becker-Carus“, sowie verso auf Passepartout o.l. Künstlerstempel
u.r. auf dem Passepartout in Tinte betitelt „Jungfrau-Gipfel vom Eiger aus gesehen“

€ 190,-

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Zustand
Blatt verso am oberen Rand befestigt in bräunliches Passepartout; Blatt an den Rändern etwas bestoßen; im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts gleichmäßig etwas gebräunt / nachgedunkelt; partiell leicht (stock-)fleckig; verso etwas fleckig
Original-Passepartout ist stärker beschädigt – linker Teil des Passepartoutdeckels fehlt bzw. ist abgerissen; rechter und unterer Teil des Passepartoutdeckels sind abgerissen und lose anbei; oberer Teil des Passepartoutdeckels mit Einrissen; insgesamt gebräunt, sowie mit Beschädigungen an den Kanten und Ecken

Provenienz
aus dem Nachlass des Künstlers

 

 

Von 1924 bis 1927 studierte Ewald Becker-Carus an der Akademie der bildenden Künste zu Dresden. Zuletzt war er dort Meisterschüler. Nach seinem Studium unternahm er eine ausgiebige Studienreise durch die Schweiz und Oberitalien, sowie zu den bekanntesten deutschen Kunstmuseen und Galerien.
Das vorliegende, farblich wunderschön ausgeführte Aquarell ist zwar undatiert, wird aber aufgrund des Motivs wie auch des Malstils sicherlich während dieser Reise entstanden sein.
Becker-Carus zeigt hier einen Blick auf den Gipfel der Jungfrau, wobei dien kühlen Blautöne des Vordergrunds dabei eine sehr schöne Verbindung mit den wärmeren rötlich-violetten Tönen eingehen. Die Form tritt deutlich hinter der Fläche und der Wirkkraft der Farbe zurück, so dass sich dem Betrachter eine stimmungsvoll beruhigemde, schon kontemplative Ansicht präsentiert.
Insbesondere was das Kolorit angeht sicherlich eine der schönsten Arbeiten aus dieser Schaffensphase.

 

 

Zu Ewald Becker-Carus (17.9.1902 Dingelstedt b. Halberstadt – 5.10.1995 Hamborn b. Paderborn):
Maler, Zeichner, Grafiker, Kunsterzieher; 1919 Abitur; 1922 1.Lehramtsprüfung; 1924-27 Studium an der Akademie der bildenden Künste zu Dresden (bei Prof. Richard Dreher, Schwerpunkte waren Landschaftsmalerei, Akt, Kunstgeschichte); Ernennung zum Meisterschüler; 1927 Studienreise durch die Schweiz und Oberitalien und durch die bekanntesten deutschen Kunstmuseen und Galerien (München, Düsseldorf, Kassel, Berlin, Hamburg, Bremen); ab Herbst 1927 selbständig als freischaffender Maler und Graphiker in Dresden tätig; 1927 Beteiligung an einer Gruppenausstellung im Kunstverein Dresden (Brühlsche Terasse, Dresden); 1928-29 Studium der graphischen Techniken an der Akademie für Graphik in Leipzig mit angeschlossenem pädagogischen Institut ( Abschluss: Werklehrerexamen); 1929 Ruf als Leiter des Werkunterrichts und Erzieher an das Pädagogium zu Niesky/Oberlausitz und dort Ausbau des künstlerischen Unterrichts; 1929/30 Auf Grund privater Malaufträge Sommeraufenthalte in Schweden (Stockholm, Jämtland, Lappland); 1933 Lehrauftrag an der Rudolph-Steiner-Schule Hamburg-Altona (Flottbeker Chaussee, heute: Elbchaussee) für künstlerische Fächer und Werkunterricht; dort bis zum Verbot der Schule 1937 durch die Nationalsozialisten tätig; 1938 freischaffend tätig in eigenem Atelier in Hamburg-Altona (heute: Max Brauer-Allee); 1939 Einrichtung des „Atelier für Malerei und Graphik“ in Hamburg-Blankenese, Elbchaussee 82 (heute: 485) mit Werkstatt für Radierung, Holzschnitt, Schnitzen und Plastizieren; 1940 Einberufung zur Wehrmacht; Kriegsdienst in Norddeutschland bis 1945; 1945 Wiederaufnahme und Ausbau des Ateliers an der Elbchausse zum „Studienatelier für bildende Künste“ mit berufsbildendem Unterricht auf den verschiedenen Gebieten der bildenden Kunst (Schwerpunkt Malerei); 1949 Ruf als Professor an die Staatliche Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Lerchenfeld, dem er nicht Folge leistete, da dies zwangsläufig die Aufgabe des eigenen Studienateliers in Hamburg-Blankenese zur Folge gehabt hätte; stattdessen folgte er der dringenden Nachfrage der 1946 wiedereröffneten Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts insbesondere in der Oberstufe (bis 1971 dort tätig); 1951 erscheint sein Aufsatz „Über das Farbenerleben des Kindes“ (in: Erziehungskunst. Monatsschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners (15. Jg./Heft 8); Verlag Freies Geistesleben; Stuttgart; S. 234-240); 1967 Einzelausstellung in der Anthroposophischen Gesellschaft Hamburg; zu Becker-Carus‘ Schülern gehörten u. a. K.R.H.-Sonderborg, Pit von Frihling, Werner Freytag (bürgerlich: Sauernheimer), Vera Hedrich, Marianne Spälty; im Rahmen der internationalen Waldorfschulbewegung führte er nahezu regelmäßig im Sommer / Herbst öffentliche Künstlerische Kurse in Malen sowie Plastizieren durch, u. a. in: Stockholm, Schweden (1954); Krogerup Höjskole, Dänemark (1956, 1958 und 1959); Hamburg, (1957); Stuttgart, öffentl. päd. Arbeitswoche (1960); Aarhus, Dänemark, Egmont Höjskole (1960, 1961); Helsingfors, Finnland (1961); Wanne-Eikel, Hibernia-Schule (1968); Ejstupholm, Dänemark (1969); Ausstellungsbeteiligungen; Werke befinden sich im Besitz der Waldorfschule Hamburg-Wandsbek, der Waldorfschule Stockholm, im Privatbesitz, sowie bei seinen Erben

Literatur
Familie Kay Rum (Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 34
HEYDORN, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 117
Online-Ausgabe des Allgemeinen Künstlerlexikons (AKL)
KAUPERT, Walter (Hrsg.): Internationales Kunst-Adressbuch 1954/55; Deutsche Zentraldruckerei; Berlin, S. 721