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Weitere schwäbische Künstler

 

 

„Am Golf von Korinth“ (1942)

Aquarell über leichten Bleistiftvorzeichnungen, auf leichtem Karton, verso an den Rändern umlaufend durch Klebeband unter altes Passepartout gesetzt
u.r. in Blei datiert „1942“

u.r. in Blei signiert „Adolf Saile“
u.l. in Blei betitelt „Am Golf von Korinth“, nicht im Werkverzeichnis (Kluckert 1985)

€ 320,-

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Größe
22,7 x 30,7cm (Blatt) bzw. 21,7 x 29,7cm (Passepartoutausschnitt) bzw. 34,4 x 45cm (Passepartout)

Zustand
Blatt verso an den Rändern umlaufend durch Klebeband unter altes Passepartout gesetzt; Papier leicht nachgedunkelt; im Eckbereich u.r. und o.r. leichte Quetschungen im Blatt; Eckbereich o.l. mit leichter Quetschung; in der Blattmitte (im Bereich des Meeres) zwei kleine Farbflecken; recto & verso leicht stockfleckig; verso fleckig, sowie verso oben mittig etwas aufgeraut (vormals Aufkleber bzw. Etikett?)
Passepartout nachgedunkelt / gebräunt; an Ecken bestoßen; fleckig

 

 

Die vorliegende, sommerlich warme Ansicht vom Golf von Korinth, wird während des Kriegsdienstes von Adolf Saile entstanden sein. In dieser Zeit (1941 und 1942) beteiligte sich Saile an den süddeutschen Wanderausstellungen „Kunst der Front“, welche unter anderem Station machten in Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Ulm, Konstanz. Dieses hier gezeigte Werk aus dem Jahr 1942 ist in diesen Kontext einzuordnen und bildet damit sicherlich eine speziell biografische, wie auch allgemein zeitgeschichtliche Besonderheit. Unterstrichen wird diese Seltenheit noch durch den Hinweis im Werkverzeichnis: „Es sind nur wenige Ölbilder und Aquarelle erhalten geblieben. Die meisten sind im Krieg verbrannt“ (Ehrenfried Kluckert (1985): Adolf. V. Saile. Werkverzeichnis (hrsg. von der Städtischen Galerie Filderstadt), Filderstadt, S. 20). Dementsprechend ist für das Jahr 1942 nur ein Ölbild nachweisbar („Frau in weiß“); die zeitlich gesehen nächsten Aquarellen sind erst wieder 1936 bzw. 1945 verzeichnet.

 

 

Zu Adolf Valentin Saile (10.10.1905 Stuttgart – 01.09.1994 ebd.):
Maler, Zeichner, Glasmaler; Sohn des Glasmalers Wilhelm Saile; entstammte einer Stuttgarter Glasmaler-Familie (die Firmengründung erfolgte 1868); Saile war insbesondere in den Regionen Stuttgart und Pforzheim als Glasmaler tätig; 1924-27 Studium der Architektur bis zum Vorexamen an der TH Stuttgart, im Anschluss Lehre als Glasmaler im väterlichen Betrieb, sowie später Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei Altherr, Breyer, Waldschmidt) und Privatunterricht bei Adolf Hölzel; 1935 erste Italienreise; 1936 Meisterprüfung als Glasmaler; im Zweiten Weltkrieg wohl bei der Luftwaffe (in u.a. Griechenland) eingesetzt, anschließend Kriegsgefangenschaft (bis 1946); 1941-42 Beteiligungen an den Wanderausstellungen „Kunst der Front“ (Stationen u.a. in Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Ulm, Konstanz); nach dem Zweiten Weltkrieg anfangs mit der Familie in Uhingen ansässig, später Wiederaufbau des zerstörten Stuttgarter Ateliers; bis 1965 Lehrauftrag für Glasmalerei an der Kunstakademie Stuttgart
Mitglied im „Verband Bildender Künstler Württemberg“
Arbeiten / Glasfenster: 1934 katholisches Münster St. Paul in Esslingen am Neckar; 1930er Jahre Johannes-Fenster und Marien-Fenster in der St. Johannes Baptista in Lautlingen; 1950 Bezirksamtsturm Pforzheim; 1950er Jahre Brenzkirche in Weil der Stadt; 1958 Erlöserkirche und Stiftskirche in Stuttgart; 1959 Glasfenster in der ehemaligen Gaststätte Schüttelfass in Pforzheim; 1964 Charfenster der Johanneskirche in Giengen an der Fils; 1967 Martinskirche in Weil im Schönbuch; 1960er Jahre Friedenskirche in Amstetten; 1972 St. Peter-Kirche in Bräunisheim; 1974 Chorfenster der Pfarrkirche von Gruibingen; 1974 Passionsfenster im Chor der ev. Kunibertkirche in Untereisesheim

Literatur
Kluckert, Ehrenfried (1985): Adolf. V. Saile. Zeichnungen, Entwürfe, Glasfenster (hrsg. von der Städtischen Galerie Filderstadt), Filderstadt
Kluckert, Ehrenfried (1985): Adolf. V. Saile. Werkverzeichnis (hrsg. von der Städtischen Galerie Filderstadt), Filderstadt