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Dokumentenkonvolut von / zu Otto Börsch

Das Konvolut besteht zum Großteil aus Dokumenten, welche direkt Otto Börsch (1817-1890) betreffen. Daneben gibt es mitunter auch Dokumente zur näheren Familie Otto Börschs (dessen Eltern, Geschwister, Ehefrau, Schwiegereltern, Sohn, u.a.m.).

reserviert

 

 

 

 

Zustand
durchgehend Gebrauchs-, Lagerspuren (Randläsuren, Knickspuren, mitunter Einrisse)

 

 

Auflistung zum Inhalt des Konvoluts

  1. Auszug aus dem Totenbuch der evangelisch-reformierten Gemeinde Marburg (v. 08.10.1831) zu Wilhelmine Margarethe Börsch, geb. Fay (06.05.1788 Altenhaßlau – 28.10.1830 Marburg, i.e. Mutter von Otto Börsch)
  2. Auszug aus dem Totenbuch der evangelisch-reformierten Gemeinde Marburg (v. 09.10.1846) zu Wilhelmine Margarethe Börsch, geb. Fay (06.05.1788 Altenhaßlau – 28.10.1830 Marburg, i.e. Mutter von Otto Börsch)
  3. Auszug aus dem Totenbuch der evangelisch-lutherischen Gemeinde Kassel (14.03.1850) zu Friedrich August Börsch (09.04.1781 Eckartsberga – 20.07.1844 Kassel, i.e. Vater von Otto Börsch)
  4. Auszug aus dem Taufbuch der evangelisch-reformierten Gemeinde Marburg (05.03.1859)zu Friederike Emilie Cornelia (geb. 21.03.1816, i.e. Schwester von Otto Börsch)
  5. Brief von Henriette Wendt, geb. Dölitzsch (09.12.1789 – 27.04.1859; Ehefrau des Philosophen und Musiktheoretikers Johann Amadeus Wendt (29.09.1783 Leipzig – 15.12.1836 Göttingen) an „Theure Freundin“ [i.e. Frau Börsch] (undatiert, um 24.02.1828, da HW im Schreiben ein Geschenk von Frau Börsch an NW erwähnt, für das sich auch HW bedankt (siehe 6.))
    HW gratuliert zu Geburt eines Sohnes, bedauert dass die Adressatin wieder wegziehen musste. HW berichtet, dass die Adressatin und deren Mann bei einem Besuch zweimal nach Dresden verreisten und dort die Familie von Quandt kennenlernten, deren Hausherr habe sich bei einem Sturz in eine Kiesgrube beide Beine gebrochen und die Schwester der Hausherrin soll verheiratet werden, ist aber so schwer erkrankt, dass sie bald sterben wird.
  6. Brief von Natalie Wendt [Tochter von 5.] an „Hochverehrte Frau Professorin“ (Margarethe Börsch) vom 24.02.1828 (Leipzig).
    NW bedankt sich bei der Adressatin für ein Geschenk, äußert die Hoffnung die Familie der Adressatin in Zukunft besuchen zu können und erzählt kurz von ihren ersten Erfahrungen im Bergsteigen bei Jena.
  7. Brief von Johann Jacob Baeyer (05.11.1794 Müggelheim – 10.09.1885 Berlin; Generalleutnant, Leiter des Geodätischen Instituts Potsdam) an „Hochverehrter Herr Professor“ (Otto Börsch) vom 16. Mai[?] 1870 (Berlin)
    JJB beglückwünscht den Adressaten zum Ruf an die Berliner Gewerbe-Akademie und rät ihm diesen ‚unter allen Umständen‘ anzunehmen. JJB bespricht noch Möglichkeiten wie er OB künftig unterstützen kann.
  8. Promotionszeugnis von Anton Börsch (1854-1920, Sohn von OB) (zweimal vorhanden) (1876)
  9. Erinnerungsblatt an den Tag der Konfirmation von Anton Börsch (v. 04.04.1869)
  10. Maschinenschriftliches Schreiben vom „Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten“ (unterzeichnet „Schmidt“) an „Professor und Abteilungsvorsteher im Königlichen Geodätischen Institut Herrn Dr. Boersch“ (i.e. Anton Börsch) vom 23.07.1903 (Berlin)
    Einladung zur „14 Allgemeinen Konferenz der internationalen Erdmessung“ in Kopenhagen.
  11. Druck zum 70. Geburtstag von Prof. Wilhelm Foerster (16.12.1832 Grünberg (Schlesien) – 18.01.1921 Bornim). Am Ende Auflistung der gratulierenden Schüler Foersters unter denen sich auch (Anton) Börsch befindet.
  12. „Führungszeugnis“ der Stadt Hanau (unterschrieben vom Oberbürgermeister Karl Cassian (1817-1885, OB 1855-1879)) für Frl. Caroline (Lili) Börsch in Bezug zu deren Umzug nach St. Gallen (vom 24.03.1859)
    CB war Schwester von Otto Börsch (siehe 13.)
  13. Auszug aus dem Taufbuch der evangelisch-lutherischen Gemeinde Marburg (25.03.1859) zu Caroline Auguste Eugenie Natalie Börsch (geb. 26.07.1820 Marburg)
  14. Vermischtes:
    a. Zeugnis für Kriegsspende („Gold gab ich für Eisen“) an den Eschersheimer Pfarrer Eugen Börsch (vom 17.09.1914)
    b. Zeugnis für Kriegsspende („Gold gab ich für Eisen“) an den Eschersheimer Pfarrer Eugen Börsch (vom Sept. 1914)
    c. „Der hochverdienten Königlichen Gewerbe-Akademie zu Berlin zur Jubelfeier ihres fünfzigjährigen Wirkens am 1. November 1871 glückwünschend dargebracht von dem Direktor und den Lehrern der Königl. Gewerbeschule zu Gleiwitz“ (1 Bogen)
    d. Handschriftlicher Zettel (von Otto Börsch) mit Auflistung der „Gehörten Vorlesungen“ vom WS 1838/39 bis WS 1843 (u.a. mehrere Vorlesungen bei Prof. Robert Wilhelm Bunsen) (siehe ebenso 22.)
    e. Seite aus einem Haushaltsbuch für die Zeit 1815-1818 von Wilhelmine Margarethe Börsch (Mutter OBs)
    Verso mit Angaben zu Geburten der Kinder, sowie weiteren familiären Daten.
    f. Zeitungsausschnitt mit Todesanzeige für „Castater-Controleur a.D. Rechnungsrath Fischer“ (verstorben am 21.Februar [o.J.]). Kurz wird hierbei auch der „ehemalige Direktor im geodätischen Institut zu Berlin Professor Dr. Börsch“ erwähnt
  15. Schreiben von Friedrich Wilhelm Börsch und dessen Frau Dorothea an den „lieben Sohn“ (vom 18. April 1815) [wohl Schreiben an Friedrich August Börsch, den Vater von OB]
  16. Schreiben von Friedrich Wilhelm Börsch und dessen Frau Dorothea an den „lieben Sohn“ (vom 30. Juli 1817) [wohl Schreiben an Friedrich August Börsch, den Vater von OB]
  17. Schreiben „Auszug aus dem Protokoll des Ministeriums des Innern“ (Kassel, 22. März 1842) bzgl. der Versetzung von Friedrich Wilhelm Börsch an das Gymnasium Hanau und die damit verbundenen Gehaltszahlungen
  18. Gesammelte Abschriften aus Kirchenbüchern auf einem Bogen bzgl. der Familie von Josefa Börsch, geb. Dittmar (Ehefrau von OB) [Geburts- und Todesanzeige von deren Mutter Elisabeth Lukretia Franziska Dittmar, geb. Gößmann (16.11.1799 Geisa – 08.09.1855 Kassel)), Todesanzeige vom Vater Georg Carl Dittmar (14.07.1793 Fulda – 26.11.1859 Kassel), Kommunionsbescheid und Sterbeurkunde für den Bruder Carl Franz Anton Magnus Dittmar (10.08.1828 Hanau – 04.06.1881 Kassel), Geburtsanzeige der Schwester Maria Katharina Franziska Theresia Josefa Johanna Dittmar (03.12.1823, Heiratsanzeige von deren Eltern) Bestätigung eines Notars, dass die Abschriften korrekt sind (vom 12.12.1886)
  19. Sterbeurkunde von Otto Börsch
  20. Sterbeurkunde von Josefa Börsch, geb. Dittmar (OBs Ehefrau)
  21. Bestätigung von OB wonach er alle Ansprüche am Erbe seiner verstorbenen Tante Caroline Fay (Hanau) an seine Schwester Caroline Börsch abtritt (vom 18.05.1838)
  22. Maturitätszeugnis von OB vom 15.09.1838 (Hanau)
  23. Studienbeleg von OB aus Marburg (1838-44)
  24. Bogen (2 Bl.) „Prüfungszeugnisse“ für OB an der Universität Marburg vom WS 1838/39 bis WS 1842/43
  25. Ablehnung einer Praktikantenstelle in Kassel (vom 19. Mai 1844)
  26. Abschrift aus dem Kirchenbuch der evangelisch-lutherischen Gemeinde Marburg (10.10.1846) zu Geburt von OB
  27. Zeugnis über Erlangung des Kasseler Bürgerrechts (vom 5. März 1851)
  28. Praktikumszeugnis für OB während seiner Zeit am Kasseler Gymnasium 1844-45 (vom 22. März 1855)
  29. Abschrift des Praktikumszeugnisses (s.o. 28.) für OB während seiner Zeit am Kasseler Gymnasium 1844-45 (vom 22. März 1855) [verso: Abschrift des Zeugnisses für seine Tätigkeit als Trigometer in Kassel (1845-55) (vom 01. Mai 1855)]
  30. Bescheinigung der Ehe (12. April 1851) zwischen OB und Josepha Therese Aloyse, geb. Dittmar (vom 25. Juni 1864)
  31. Schreiben eines Universitäts-Syndicus[?] an OB (vom 25.09.1865) und verso OBs Rückantwort (vom 02.11.[?]1865)
  32. Schreiben der „Direction der Civil-Witwen- und Waisen-Anstalt“ (Kassel) an OB mit dessen Erklärung am unteren Rand und verso (vom 16. Juni 1864; OBs Erklärung vom 01.07.1864)
  33. Promotionsurkunde von OB (v. 04.03.1863) in dreifacher Ausführung; einmal davon mit handschriftlichen Annotationen von Prof. Wilhelm Scheffer (1803-1883)
  34. Schreiben von der Königl. Reg. Abt. des Innern (unterzeichnet „Bischoffshausen“ (wohl Edwin Henry von Bischoffshausen (zu Berge) (1810-1884)) an OB in welchem ihm verkündet wird, dass sein Dienstverhältnis an der Kasseler Gewerbeschule zum 01.10.1870 aufgehoben wird (v. 17.03.1870)
  35. Schreiben von der Königl. Reg. Abt. des Innern (unterzeichnet „Bischoffshausen“ (wohl Edwin Henry von Bischoffshausen (zu Berge) (1810-1884)) an OB in welchem ihm verkündet wird, dass am 20.12.1870 beschlossen wurde ihm ein neues Dienstverhältnis („als Lehrer für den geodätischen Unterricht“) an der Kasseler Gewerbeschule anzubieten, worauf sich OB an den Direktor wenden möge (v. 27.12.1870)
  36. Schreiben des „Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten“ (unterzeichnet Falk, i.e. Adalbert Falk (1827-1900)) in dem OB zum Sections-Chef ernannt wird (vom 07.07.1873)
  37. Schreiben des „Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal –Angelegenheiten“ (unterzeichnet Falk, i.e. Adalbert Falk (1827-1900)) in dem OB das Patent zum Professor erteilt wird, verbunden mit dem Vertrauen, dass OB dem König weiterhin die Treue halten werde (vom 08.06.1874)
  38. Auszug aus dem Taufbuch der Stadt Fulda (18.12.1886) zu Josepha Theresia Aloysie Dittmar (geb. 21.06.1825 Fulda, i.e. Ehefrau von OB)
  39. Handschriftliche Leichenrede zum Tode von Friederike Emilie Cornelia (geb. 21.03.1816)
    Hierzu verso in Blei bez. „Leichenrede am Grabe meiner Urgroßmutter Frau Friederike Börsch“ (siehe 4.)
  40. Handschriftlicher Lebenslauf von OB (1 Bogen) (undatiert)
    OB beschreibt hier in schönen, persönlichen Worten die Zeit von seiner Kindheit, seine Erziehung, die Rolle von Vater und Mutter, über Schulzeit, bis zum Ende seiner Studienzeit und kurz danach. Gegen Ende schildert OB bspw. „Meinen Plan noch die Universität Göttingen zu besuchen um dort Gaus zu hören, für welchen mich H- Prof. Gerling zu begeistern wußte, mußte ich leider wegen äußerer Verhältnisse aufgeben […]“

 

 

Zu Otto Börsch (05.09.1817 Marburg – 21.07.1890 Berlin):
Mathematiker, Geodät; Sohn des Professors Friedrich August Börsch (09.04.1781 Eckartsberga – 20.07.1844 Kassel) und dessen Frau Wilhelmine, geb. Fay (06.05.1788 Altenhaßlau – 28.10.1830 Marburg); der Vater hatte 1812-15 und 1833-42 eine Professorenstelle am Hanauer Gymnasium inne, so dass Otto Börsch einen Großteil seiner Jugend in Hanau verbrachte; Besuch des Gymnasiums in Hanau; 1838-44 Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften in Marburg (Prof. Dr. Christian Ludwig Gerling hatte hier einen besonderen Einfluss auf ihn); Studienabschluss mit Staatsexamen; Oktober 1844 – März 1845 Praktikant für Mathematik und Naturwissenschaft am Gymnasium Kassel; im März 1845 beurlaubt und später auf eigenen Wunsch entlassen; ab 03. November 1845 als Trigonometer bei der kurhessischen Landesaufnahme in Kassel tätig (bis 01.05.1854); 12.04.1851 Heirat mit Josepha Therese Aloyse, geb. Dittmar; ab 11. Mai 1860 Trigonometer in Gelnhausen; später Dozent für Geodäsie und Elementarmathematik an der höheren Gewerbeschule (Polytechnische Schule) Kassel (bis zum 01.10.1870); ab 1862 war er in Kassel maßgeblich an der von Johann Jacob Baeyer (Berlin) durchgeführten europäischen Gradmessung beteiligt; 1863 wurde er in Marburg mit der Arbeit „Bestimmung der Genauigkeit von Winkel- und Linien-Messungen aus Beobachtungen abgeleitet“ promoviert; 1868 erschien seine Arbeit „Anleitung zur Berechnung der rechtwinkligen sphärischen Coordinaten und Dreieckspunkte […]“ (Kassel: Württenberger); 1868 erhielt er eine Berufung nach Berlin als Mitglied des preußischen geodätischen Institutes; 1869 erschien „Tafeln für geodätische Berechnungen zwischen den geographischen Breiten von 35° und 71° […]“ (Kassel: Waisenhaus-Druckerei); ab 1871 an der Gewerbe-Akademie in Berlin tätig; 1873 Ernennung zum Sektionschef am Kgl. Preußischen Geodätischen Instituts

Literatur
GROSS, F.G.C. (1861):Statistische Rückblicke auf die Geschichte des Gymnasiums; Cassel: Hof- und waisenhaus-buchdruckerei; S. 2
SIEBERT, Karl (1919): Hanauer Biographien aus drei Jahrhunderten [hrsg. v. Hanauer Geschichtsverein]; Hanau: Verlag des Hanauer Geschichtsvereins; S. 17-18
VIERHAUS, Rudolf (2005): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE) [Bd. 1]; München: K.G. Saur; S. 791