U N B E K A N N T :   v. Finkenzoon

 

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Humoristisches Aquarell

„v. Scheltema erwartet den geeignet Augenblick um in die Schlacht einzegreiffen, wahrhafft dargestellet.“ [so am oberen Rand bez.], sowie u.r. in einem Kasten von anderer Hand bez. „Anschaulich Beispiel, wie sich Requarck, der Nichtkämpfer, eine Kampfeshandlung vorstellt.“

Tusche und Aquarell auf leichtem, sandfarbenem Karton; Rückseite geschwärzt
auf dem Türrahmen datiert „19 CMB 32“

u.r. sign./bez. „v. Finkenzoon“, sowie darüber nochmals verkürzt „v. Fkzn“

€ 180,-

 

      

 

Blattgrösse: 25,9×20,9cm

Zustand
Rückseite geschwärzt; Ecken minimal bestoßen; Ränder minimal nachgedunkelt

 

 

Die vorliegende, von dem Pseudonym „v. Finkenzoon“ gemalte, satirisch humoristische Szenerie dürfte aus einer Chronik bzw. einem Jahrbuch stammen (vielleicht einer Burschenschaft?). Man blickt in einen weiten Raum – links ein Tisch, an der Wand ein Landschaftsgemälde, rechts ein Ofen. Die Tür ist aufgerissen und eine wütende Menge will sich Eintritt verschaffen. Der nicht näher benannte „v. Scheltema“ kauert unter dem Tisch und erwartet so das weitere Geschehen, während drei, bereits blutende Männer versuchen die Meute zurück zu halten.
Die unten rechts von fremder Hand ausgeführte Bezeichnung stammt von jenem „v. Scheltema“ und tituliert wiederum den Maler „v. Finkenzoon“ als ‚Requarck, den Nichtkämpfer‘. Zweifelsohne ein Verweis auf Erich Maria Remarque bzw. besser: ein Verweis auf die 1929 erschienene Satire „Vor Troja nichts Neues“ von Max Joseph Wolff (1868-1941), welche unter dem Pseudonym Emil Marius Requark erschien.
Künstlerisch ein eher naiv, ungelenk anmutendes Werk, das durch die Datierung in das turbulente Ende der Weimarer Republik seinen Reiz als humoristisch satirisches Dokument erhält.