S T I L L L E B E N

 

Stillleben gelten oftmals als rein ‚dekorativ‘ und mit weniger inhaltlicher Tiefe behaftet als bspw. Stadtansichten, Landschaften, Portraits. Ein Stillleben-Arrangement, wie ein Blumenstrauß in einer Vase, wird dann zwar als ‚schön‘ empfunden, was aber auch schon alles ist.
Unterschlagen wird, dass sich ein Blumenstrauß, ebenso wie bspw. eine portraitierte Person in einem Zimmer, in einem bestimmten Kontext befindet. Das kann zum Beispiel in einem mehr oder weniger festlich gerichteten Zimmer, im Freien, vor einer Landschaft, oder aber auch in einem farblich minimalistisch gehaltenen, nicht näher bestimmbaren Raum sein. Daneben kann der Künstler weitere Objekte (Obst, Gemüse, Blätter, Bücher, Fotos, Tiere und vieles mehr) dem Stillleben beifügen, wodurch sich weitere Interpretationsebenen eröffnen. Und die oftmals statische, alles andere als dynamische Anordnung eines Stilllebens zwingt uns förmlich zur Ruhe, was an sich schon ein wunderbarer, oftmals so nötiger, Effekt der Bildbetrachtung ist.