P E T E R   V O N   C O R N E L I U S   ( z u g e s c h r i e b e n )

 

 

Peter von Cornelius (zugeschrieben)

 

Porträt von Wilhelm Scheidt (1791-1809)

Öl auf Leinwand, komplett auf Holz aufgezogen, gerahmt [(wohl) Originalrahmen] nicht datiert, (wohl) um 1809

Rahmengrösse: 11,8×11,8cm
Leinwandgrösse: 8x8cm (im Oval)
Sichtgrösse: 8,6×9,6cm

nicht signiert, verso in blauer Tinte bez. „Nach Angaben Lina Ulmanns von Peter Cornelius, der zu seiner Zeit auch Ida Scheidt im Kirchfeld malte.“
Porträt von Wilhelm Scheidt (1791-1809), hierzu verso in blauer Tinte bez. „Wilhelm Scheidt / 1791-1809 / aus dem Kirchfeld / Sohn von Gottfried Wilhelm“

€ 830,-

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Zustand
in den Randbereichen mitunter leicht fleckig, sowie partiell etwas berieben; partiell sehr schwache, kleine Farbverluste; verso Holzplatte etwas berieben; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren (im oberen und unteren Bereich mit kleinen restauratorischen Ausbesserungen)

 

 

Das vorliegende Porträtgemälde zeigt der rückseitigen Bezeichnung folgend den aus Kettwig stammenden Wilhelm Scheidt (1791-1809), Sohn des Gemeinderats und Tuchfabrikanten Gottfried Wilhelm Scheidt (1764 Kettwig – 1821 ebd.). Die Familie Scheidt betrieb ein gut florierendes Tuchmacherunternehmen. Es wurde in die Niederlande, nach Belgien, Polen und Russland geliefert. In Kettwig bzw. in Essen sind heute noch mehrere Gebäude mit Bezug zur Familie Scheidt erhalten, wie bspw. eine klassizistische Villa in der Kirchfeldstraße 16.
In der rückseitigen Bezeichnung des Gemäldes heißt es weiterhin, dass dieses Porträt von Peter Cornelius stamme, der 1809 nachweislich die im Kindesalter verstorbene Ida Scheidt (geb. 1808) posthum als Psyche malte. Dass Cornelius neben Ida Scheidt auch deren Bruder Wilhelm porträtiert haben soll, wird in der Literatur zum Künstler nicht erwähnt. Da die beiden Geschwister im selben Jahr (1809) verstarben, könnte man sich beide Porträts als in Auftrag gegebene familiäre Erinnerungsstücke denken.
Die rückseitig genannte Lina Ullmann ist die Tochter des in Kettwig tätigen Färbers Carl Robert Ulmann (geb. 1810 Kettwig). Der obige Gottfried Wilhelm Scheidt (1764 Kettwig – 1821 ebd.), Vater des hier Porträtierten, war dessen Pate. Die Großeltern väterlicherseits von Lina Ulmann sind Carl Friedrich Ulmann (1789 – [vor 1833] Kettwig) und Susanna Scheidt (geb. 1790 Kettwig), Tochter von eben jenem G.W. Scheidt und damit zugleich Schwester Wilhelm Scheidts (1791 Kettwig – 1809). Lina Ulmann ist demnach die Großnichte von Wilhelm Scheidt.
Die Zuordnung an Peter Cornelius stammt der rückseitigen Bezeichnung entsprechend ebenso von Lina Ulmann.

 

 

Zu Peter von Cornelius (23.09.1783 Düsseldorf – 06.03.1867 Berlin):
Maler, Zeichner; Sohn des Malers Johann Christian Aloys Cornelius (1748–1800); die erste künstlerische Ausbildung erhielt er durch seinen Vater; 1798-(etwa) 1805 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf; 1809-11 in Frankfurt a.M. ansässig und tätig; 1811 und 1814-15 entstehen seine Faust-Illustrationen; 1811-19 Aufenthalt in Rom und dort Kontakt mit Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Johann Konrad Hottinger, Joseph Sutter, Ludwig Vogel und Joseph Wintergerst; 1814 Heirat mit Carolina Grossi; 1819 Rückkehr nach Deutschland; er erhielt von Kronprinz Ludwig den Auftrag zur Freskierung der neuen Glyptothek in München erhielt; 1821-25 Leiter der Düsseldorfer Kunstakademie; ab 1825 in München ansässig und dort Leiter der dortigen Kunstakademie; von Ludwig wurde er in den Adelsstand berufen; 1841 Übersiedlung nach Berlin; 1843 gestaltete er einen Freskenzyklus in der Grabstätte der Hohenzollern; 1853-61 ansässig in Rom