L U D W I G   M A R T I N   W I L B E R G

 

Weitere Werke von Ludwig Martin Wilberg

 

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Putti mit Bierkrügen, Girlanden und Blütenzweigen

Aquarell, Deckfarben über Bleistift auf sandfarbenem Velinpapier
u.r. datiert „1886“

€ 525,-

 

 

                        

 

Blattgrösse: 35,3×19,5cm

u.r. signiert „M. Wilberg“
nicht betitelt

Zustand
in den vier Ecken kleine Einstichlöcher; Ecken mit kleinen Knickspuren; linker Blattrand mit Quetschungen und mittig mit kleinem Einriss; am unteren Rand mittig kleiner hinterlegter Einriss; partiell leichte Druckstellen im Blatt; o.l. in Blei bez. „No. 26“; verso o.m. in dunkler Tinte (wohl) vom Künstler bez. „No.27 / No. 227“, sowie u.r. in Blei bez. „no. 26“; verso leicht fleckig, sowie o.l. kleiner Rest früherer Befestigung (Klebestreifen)

 

 

Das vorliegende Aquarell entstand im Jahr 1886 und damit zu einer Zeit als der damals 33jährige Wilberg als Künstler bereits etabliert war. Nach seiner Studienzeit in Weimar und Berlin war er von 1880 bis 1883 als Dozent an der Kunstakademie Leipzig tätig, bevor er Leiter des Kunstgewerbemuseums in Berlin wurde. Diese Position hatte er bis 1905 inne.
Wilberg schuf insbesondere Porträts, figürliche bzw. genrehafte Werke und Landschaftsansichten. Diese in luftigen Aquarellfarben ausgeführte Komposition sticht hier heraus.
Vor einem sommerlich blauen Himmel blicken wir auf eine humorvolle Szenerie. Am oberen Rand hängen zwei Girlanden mit goldenen und roten Blüten, was dem Ganzen den Charakter einer Aufführung verleiht. Aus dem rechten Bildbereich ragen Blütenzweig (vielleicht eines Apfelbaums?) bis über die Blattmitte hinein. In dieser Mitte tummeln sich drei Putti – zwei machen sich an den Zweigen zu schaffen und der dritte, bekrönt mit einem Efeukranz, schwebt mit zwei Bierkrügen schwer beladen zu der steinernen Skulptur (ein Grabstein?) am unteren linken Rand. Das in Stein gehauene Gesicht scheint dem Bier fröhlich entgegen zu blicken. Mit dem langen Bart, dem scharfen Blick wirkt diese Steinfigur wie die Darstellung eines Satyrs.
Ganz wunderbare, sommerlich stimmungsvolle Komposition, die für das Schaffen Ludwig Martin Wilbergs eher als untypisch anzusehen ist.

 

 

Zu Ludwig Martin Wilberg (11.10.1853 Havelberg – 26.12.1936 Potsdam-Neubabelsberg):
Maler, Zeichner; 1872-75 Studium an der Kunstakademie Weimar (bei Karl Gussow, Albert Baur); 1875-78 Studium an der Kunstakademie Berlin; 1880-83 Lehrer an der Kunstakademie Leipzig; 1883-1905 Leiter des Kunstgewerbemuseums Berlin; 1886 Beteiligung an der Jubiläums-Ausstellung der Kgl. Akademie der Künste Berlin; 1891 Beteiligung an der Internationalen Kunst-Ausstellung (veranstaltet vom Verein Berliner Künstler) in Berlin; um 1892 wohnahft am Lützowufer (Berlin), später in Klein-Glienicke bzw. Neubabelsberg (Potsdam)

Literatur
JANSA, Friedrich (Hrsg.): Deutsche Bildende Künstler in Wort und Bild; Leipzig; S. 640
LORENZ, Detlef (2002): Künstlerspuren in Berlin vom Barock bis heute; Dietrich Reimer Verlag; Berlin; S.419