L U D W I G   M A R T I N   W I L B E R G

 

Weitere Werke von Ludwig Martin Wilberg

 

Ludwig Martin Wilberg: Frankenhausen a. Kyffh.

 

Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis

Bleistift auf sandfarbenem Velinpapier
o.r. in Blei datiert „29/5 [18]98“, sowie u.r. nochmals datiert „[18]98“

Blattgrösse: 12,5x9cm

u.l. signiert „M. Wilberg“
u.r. in Blei bez.: „Frankenhausen a. Kyffh.“

€ 110,-

 

           

 

Zustand
linker Rand im unteren Bereich mit sehr leichten Abrissspuren; minimal fleckig; o.r. on Blei bez. „No.20“; verso vom Künstler voll in Blei beschrieben mit Motivangaben zu weiteren Orten (u.a. Amorbach, Wertheim, Bronnbach); verso leichte Lagerspuren

 

 

Durch das zu beiden Seiten des Vordersgrunds angeordnete Bläterwerk von Bäumen und Sträuchern hiedruch, blicken wir als Betrachter auf die markante 1382 erbaute Oberkirche von Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis. Bekanntheit erlangt hat die Kirche insbesondere durch ihren 56m hohen, ’schiefsten Kirchturm der Welt‘, der sich pro Jahr etwa um 6cm zur Seite neigt. Am Fuße der Kirche sind in zarten Strichen die Andeutungen von weiteren Häusern der Ortschaft erkennbar.
Ein signifikanter und folgenreicher Erdfall ereignete sich 1908, wodurch die Kirche in eine deutliche Schräglage versetzt wurde. Wilberg erfasste diesen Moment zeichnerisch Ende Mai 1898 und damit noch vor diesem Ereignis. Demzufolge ist es auch nicht verwunderlich, dass hier der Kirchturm noch keinesfalls die Neigung zeigt, wie man sie heutzutage bestaunen kann.

 

 

Zu Ludwig Martin Wilberg (11.10.1853 Havelberg – 26.12.1936 Potsdam-Neubabelsberg):
Maler, Zeichner; 1872-75 Studium an der Kunstakademie Weimar (bei Karl Gussow, Albert Baur); 1875-78 Studium an der Kunstakademie Berlin; 1880-83 Lehrer an der Kunstakademie Leipzig; 1883-1905 Leiter des Kunstgewerbemuseums Berlin; 1886 Beteiligung an der Jubiläums-Ausstellung der Kgl. Akademie der Künste Berlin; 1891 Beteiligung an der Internationalen Kunst-Ausstellung (veranstaltet vom Verein Berliner Künstler) in Berlin; um 1892 wohnahft am Lützowufer (Berlin), später in Klein-Glienicke bzw. Neubabelsberg (Potsdam)

Literatur
JANSA, Friedrich (Hrsg.): Deutsche Bildende Künstler in Wort und Bild; Leipzig; S. 640
LORENZ, Detlef (2002): Künstlerspuren in Berlin vom Barock bis heute; Dietrich Reimer Verlag; Berlin; S.419