J O H A N N   H E I N R I C H   R A M B E R G

 

 

Johann Heinrich Ramberg

 

„Junges Mädchen, als Mann gekleidet, kehrt mit ihrem Partner vom Duell zurück“

Aquarell auf Papier, montiert in Passepartout
u.l. in Feder datiert „1827“, sowie u.r. auf dem Passepartout nochmals in Schwarz datiert

Passepartoutgrösse: 39×54,8cm
Blattgrösse: 7x11cm

u.l. in Feder signiert „J.H. Ramberg inv. fect. / Hannover“, sowie u.r. auf dem Passepartout nochmals in Schwarz sign./bez.[?] betitelt im Katalog von Amsler & Ruthardt (1911, Berlin, S. 114) mit „Junges Mädchen, als Mann gekleidet, kehrt mit ihrem Partner vom Duell zurück“

€ 760,-

 

 

                          

 

Zustand
Blatt montiert in Passepartout; leicht wellig; im Blattbereich u.r. etwas bräunlich (getilgter oder rückseitiger Sammlungsstempel?); Passepartout etwas fleckig und nachgedunkelt, sowie an den Ecken bestoßen; obere beide Ecken mit kleinen Einstichlöchern; im oberen und unteren Bereich in Blei gezogene horizontale Linie; Passepartout verso o.r. in Blei bez./nummer., sowie mittig in Rot nummer. „271“ und u.r. in Blei bez. mit Angaben zur Auktion bei Amsler & Ruthardt

Provenienz
1) Wilhelm von Donop (28.11.1805 London – 15.10.1865 Detmold), Kammerherr
2) Wilhelm Runnenberg (Lebensdaten unbek.), Rechtsanwalt und Gerichtspräsident in Detmold
3) 16. März 1901, Amsler & Ruthardt, Berlin, Auktion 62 [„Katalog werthvoller und seltener Kupferstiche, Radirungen, Schabkunstblätter und Lithographien von alten und neuen Meistern: zumeist aus dem Nachlasse des zu Detmold verstorbenen Herrn Rechtsanwalt Runnenberg, darunter eine sehr reichhaltige Ridinger-Sammlung sowie aus dem selben Nachlasse die berühmte Johann Heinrich Ramberg-Sammlung ehemals im Besitze des Kammerherrn Wilhelm von Donop“], Los 1883 [hierzu verso u.r. in Blei bez. „Vente Runnenberg-Detmold / Berlin Mars 1901]

 

 

Zu Johann Heinrich Ramberg (22.07.1763 Hainholz bei Hannover – 06.07.1840 ebd.):
Maler, Zeichner, Illustrator; Sohn des Kriegssekretärs, Kommerzrates und Architekten Johann Daniel Ramberg (1732-1820) und der Sophie Margarethe, geb. Gerstenberg (1739–1811); erhielt anfangs Zeichenunterricht beim Vater; 1780 fertigte er während einer gemeinsam mit Pascha Johann Friedrich Weitsch (1723-1803) durchgeführten Harzreise ein Album mit Landschaftsansichten an, welches dem hannoversch-englischen König Georg III. in London vorgelegt wurde, der Ramberg zu einem Studium an der Royal Academy of Arts in London verhalf; 1781-88 Studium in London (bei Benjamin West); während dieser Zeit erhielt er bereits Illustrationsaufträge und schuf für den König Witzblätter und Karikaturen; es entstanden die ersten Radierungen; 1788 Studienreise in die Niederlande; 1789 entwarf er den Theatervorhang für das Hoftheater im Leineschloss in Hannover (ging 1852 über in das Neue Königliche Theater, verbrannte 1943); 1791 Unterricht im Radieren in Dresden; 1791-92 weitere Aufenthalte in u.a. Prag, Wien, Venedig, Parma, Rom, Neapel; 1792 Rückkehr nach Deutschland; durch Kontakte zum Leipziger Verleger Georg Joachim Göschen erhielt Ramberg Illustrationsaufträge für Werke von u.a. Schiller, Goethe, Gellert, Wieland; 1793 Ernennung in Hannover zum Königlichen Hof- und Cabinettmaler; in Hannover tätig als Theaterdekorateur, Illustrator, er entwarf weiterhin Wand- und Deckenbilder; 1797 Heirat mit Luise Timmen; der Ehe entstammten vier Kinder; ab etwa 1810 gilt er als der maßgebliche Buchillustrator Deutschlands

Literatur
DANNOWSKI, Hans Werner (2000):Dann fahren wir nach Hannover. Ansichten und Eindrücke aus einer Stadt; Schlütersche GmbH & Co. KG; Hannover; S. 148-150
JANZIN, Marion / GÜNTNER, Joachim (2014): Das Buch vom Buch. 5000 Jahre Buchgeschichte; Schlütersche GmbH & Co. KG; Hannover; S. 261
KREMERS, Anorthe / REICH, Elisabeth (Hrsg.) (2014): Loyal Subversion? Caricatures from the Personal Union between England and Hannover (1714-1837); Vandenhoeck & Ruprecht; Göttingen; S. 10