H E R M A N N   H A A S E

 

Weitere Werke von Hermann Haase

 

Hermann Haase: Soolquellen und Illmenau

 

1) „Die Soolquellen m. dem Gestänge“
2) „An d. Illmenau verladen“
[so jeweils u.r. in Blei bez.]

2 Zeichnungen auf 1 Karton; jeweils Tusche (grau laviert) auf festerem sandfarbenem Karton; befestigt/montiert auf festen braunen Karton

€ 230,-

 

 

 

 

 

                        

 

Entstehungsjahr
1) u.l. in Schwarz dat. „[18]94“
2) u.r. in Schwarz dat. „[18]94“

Blattgrösse
1) 20,1×15,8cm
2) 20×16,8cm

Grösse des unterlegten Kartons: 32,8x48cm

Signatur
1) u.l. in Schwarz sign. „H. Haase / Hbg.“
2) u.r. in Schwarz sign. „H. Haase / Hbg.“

Zustand
beide Blätter befestigt/montiert auf festen braunen Karton; 1) – am oberen, rechten, unteren Rand kleine Einstichlöcher; partiell etwas fleckig; in Ecke u.r. klein in Blei nummer. „2“[?]; 2) – in Ecke o.r., sowie am unteren Rand mittig kleine Einstichlöcher; unterlegter Karton an den Ecken etwas bestoßen; Ecke u.r. mit Knickspur, sowie verso durch kleinen Klebestreifen hinterlegt

Provenienz
auf unterlegtem Karton u.l. unbek. Sammlungsstempel in Violett [‚AL in Wappen mit Pfeil‘]

 

 

Zu Hermann Haase (21.08.1862 Hamburg – 31.07.1934 Marktzeuln):
Maler, Grafiker, Illustrator; über Kindheit und Jugend ist wenig bekannt; Besuch der Volksschule auf der Uhlenhorst; danach Schüler an der Hamburger Gewerbeschule (Maschinenfachklasse); im Anschluss daran Lehrling der Hamburger xylographischen Anstalt und Druckerei von J.F. Richter; Haase wurde als Schüler der Malklasse an der Hamburger Gewerbeschule angenommen, arbeitete aber weiterhin in der Druckerei von J.F. Richter; durch seine Tätigkeit bei Richter kam Haase in Kontakt mit Justus Brinckmann (1843-1915); ab etwa 1883 übergab Brinckmann immer wieder Aufträge an Haase; 1881-82 führte Haase zusammen mit dem befreundeten Hans Speckter (1848-1888) für das Rauhe Haus (Hamburg-Horn) den Zyklus der „Werke der Barmherzigkeit“ (nach Peter von Cornelius) aus; die Freundschaft mit Speckter blieb prägend für Haase; 1882 beauftragte Speckter Haase mit der zeichnerischen Aufnahme von alten Vierländer Grabsteinen, was ihn das erste Mal in Kontakt brachte mit der Vierländer Kulturlandschaft; ab etwa Mitte der 1880er Jahre war Haase tätig für den Ofenbauer Adam Hermann Wessely (1845-1922), der auf Anregung Brinckmanns die vormals auch in Hamburg beliebte Blaumalerei von Fliesen und Kacheln wiederbeleben wollte; Haase gestaltete für Wessely zahlreiche Entwürfe; nebenher war Haase als freier Mitarbeiter für den Lederkünstler Georg Hulbe (1851-1917) tätig; neben diesen kunstgewerblichen Tätigkeiten arbeitete Haase auch als Gebrauchsgraphiker (bspw. Kalenderdeckblätter) und Illustrator (u.a. „Die Gartenlaube“, „Universum“); ab 1885 befasste sich Haase verstärkt mit der bäuerlichen Lebenswelt der Vierländer; 1889 wurde Haase Mitglied im Verein „Volkskunst“ und blieb dort bis zu dessen Auflösung 1894; für die Vereinszeitschrift „Beiträge zu einer Volkskunst“ (erschienen zw. 1891-93) lieferte Haase zahlreiche Zeichnungen; 1891 erschien Haases Mappenwerk „Malerische Ecken und Winkel Hamburgs“ (mit 20 Zeichnungen); 1898 nahmen die Aufträge von Wessely und Hulbe ab, so dass die finanzielle Situation für Haase angespannter wurde; Brinckmann versorgte ihn wieder verstärkt mit Aufträgen, was aber nicht ausreichte; Ende 1898 organisierte Brinckmann im Museum für Kunst und Gewerbe die erste Einzelausstellung Haases; ab etwa Mitte 1899 band Brinckmann Haase enger an das Museum für Kunst und Gewerbe; anfangs bekam er Aufträge die vorhandenen Werke dokumentarisch in Form von Aquarellen und Zeichnungen für das von Brinckmann gegründete „Hamburger Denkmal-Archiv“ festzuhalten; 1911 wurde Haase für ein Probejahr angestellt und ab 1912 erhielt er eine Festanstellung als künstlerischer bzw. wissenschaftlicher Hilfsarbeiter des Museums, was Haase von finanziellen Sorgen befreite; nach dem Ersten Weltkrieg war Haase weiterhin für das Museum für Kunst und Gewerbe (jetzt unter Max Sauerlandt) und für das neu gegründete Denkmalschutzamt (unter Richard Stettiner) tätig; Ende der 1920er Jahre wurde Haase pensioniert und wandte sich nun verstärkt Blumen-, Pflanzenstudien und von Kindern selbst erstelltes Spielzeug zu, welches er zeichnerisch festhielt; gerade für die Spielzeug-Thematik reiste Haase durch ganz Deutschland und während einer solchen Reise verstarb er am 31. Juli 1934 in Marktzeuln in Oberfranken; Haase schuf vornehmlich Zeichnungen (Blei, Feder), aquarellierte Zeichnungen und Aquarelle; in seiner frühen Schaffensphase entstanden wohl auch Holzstiche; Arbeiten in Öl sind nicht bekannt; am 13. Mai 1970 fand zur Eröffnung des Museumsdorfes Volksdorf vom Museum für Hamburgische Geschichte eine Ausstellung mit Werken Haases statt

Literatur
BAUCHE, Ulrich (1970): Hermann Haase, Maler und Dokumentator der Heimat, in: Unsere Heimat, die Walddörfer. Zeitschrift für Heimatkunde und Heimatpflege […]; Bd. 6; S. 120-121
HEYDORN, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 125
MATTHES, Olaf (2011): Hermann Haase, Maler und Dokumentar der Vierlande; edition wartenau; Hamburg