H A N S   R I C H A R D   V O N   V O L K M A N N

 

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hans-richard-volkmann
„Lugano, März 1887“

Aquarell, Tempera, Bleistift auf Velinpaper, am oberen Rand durch zwei Klebestreifen unter Passepartout gesetzt, gerahmt, unter Glas
unten links datiert „März 1887“

Blattgrösse: 40,1×29,9cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 38,9×28,9cm
Rahmengrösse: 59,5×49,5cm

unten rechts mit Bleistift monogrammiert „HR.[ligiert]v.V.“
unten links lokalisiert und datiert „Lugano, März 1887“; nicht im Werkverzeichnis (Litt (1989))

€ 800,-

 

 

 

           

 

Zustand
Blattränder vereinzelt mit kleinen Einrissen und kleinen Knickspuren (unter Passepartout nicht sichtbar); kleine Stauchungen/Knickspuren an den Ecken; am Blattrand u.r. kleiner Einriss (etwa 1,5cm), dieser verso hinterlegt/verstärkt; partiell leichte Druckstellen; in Ecke u.r. klein in Blei nummer. „18“; verso leicht nachgedunkelt

 

 

„Bereits in Düsseldorf und Willingshausen künstlerisch geschult, reiste Volkmann im Frühjahr 1887 gemeinsam mit seinen Eltern und zwei Schwestern erstmals nach Bordighera, wo er am 23. Februar 1887 das Erdbeben an der Riviera miterlebt hat. An dieses beeindruckende Naturereignis erinnert eine farbige Skizze, die am 26. Februar entstand. […] Weitere, genau durchgearbeitete Zeichnungen berichten von Landschaftserlebnissen dieser ersten Italienreise“ (Litt, Dorit (1996): Das künstlerische Schaffen des Landschaftsmalers Hans Richard von Volkmann 1860-1927; Bonn: Holos Verlag; S. 36).
Vorliegendes Aquarell datiert auf den März 1887 und entstand während dieser Reise bzw. besser: auf der Rückreise von Italien über das Tessin. Volkmann zeigt hier eine Ansicht bei Lugano. Der Weg führt aus dem Vordergrund in einer Kurze nach rechts und verliert sich dort hinter einer nur skizzenhaft angedeuteten Mauer. Im Hintergrund erheben sich die Berge und alles liegt unter einem lichten Frühlingshimmel. Deutlich legte der Künstler sein Augenmerk auf den linken Bildbereich. Hinter einer halbhohen Mauer zeigt sich ein Gebäudeteil samt Tor. Das von links einfallende Sonnenlicht wirft die Schatten von Mauer und Tor auf den Weg. Und neben der mitunter feinen Zeichenweise, ist es gerade dieses Licht-Schatten-Spiel, durch welches das Blatt seinen Reiz erfährt.
Bedenkt man, dass Volkmann zu dieser Zeit noch in Düsseldorf studierte und seine Zeit als Meisterschüler Schönlebers erst im darauf folgenden Jahr beginnen sollte, so darf man diese Lugano-Ansicht durchaus als frühe Arbeit ansehen.

 

 

Zu Hans Richard von Volkmann (19.5.1860 Halle/Saale-29.4.1927 Halle/Saale):
Maler, Zeichner, Grafiker; Sohn des hallischen Chirurgen Richard von Volkmann (als Dichter bekannt unter dem Pseudonym Richard Leander); Jugendzeit in Halle mit der er stets eng verbunden war; 1880-84 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Hugo Crola, Heinrich Lauenstein, Peter Janssen); in den Sommern 1883-95 immer wieder in Willingshausen tätig; 1885-88 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Eduard von Gebhardt); 1888-92 Meisterschüler von Gustav Schönleber in Karlsruhe; ab 1892 als freischaffender Künstler in Karlsruhe ansässig und fortan dort tätig; er starb während eines Besuches in seiner Heimatstadt; 1928 organisierte die Stadt Halle eine Gedächtnisausstellung; zahlreiche Studienreisen u.a. in die Eifel, den Schwarzwald, nach Mecklenburg, Italien; Mitglied des Künstlerbundes; Werke befinden sich u.a. im Kunstmuseum Moritzburg (Halle/Saale), dem Stadtarchiv Halle/Saale, der Galerie Neue Meister (Dresden), dem Museum of Fine Arts Boston — LITERATUR: LITT, Dorit (1996): Das künstlerische Schaffen des Landschaftsmalers Hans Richard von Volkmann 1860-1927; Bonn: Holos Verlag — MÜLFARTH, Leo (1987): Kleines Lexikon Karlsruher Maler; Badenia-Verlag; Karlsruhe; S. 115, 262 — „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00159532 — Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hrsg.) (1981): Kunst in Karlsruhe 1900-1950; Karlsruhe: C.F. Müller; S. 162