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Weitere Pfälzer Künstler

 

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(1) Portrait des Johann Philipp Pfisterer (23. Dez. 1801 Pleikartsforst – 26. Febr. 1856 ebd.)
(2) Portrait der Eva Margaretha Pfisterer, geb. Knauf (12. Aug. 1811 Kleingemünd – 05. Febr. 1892 Heidelberg)

(1) Portrait des Johann Philipp Pfisterer (23. Dez. 1801 Pleikartsforst – 26. Febr. 1856 ebd.) [hierzu verso auf dem Blatt u.m. in schwarzer Tinte von Herbert Grass bez., nochmals von Herbert Grass auf der Rahmenrückwand auf Etikett bez.];
(2) Portrait der Eva Margaretha Pfisterer, geb. Knauf (12. Aug. 1811 Kleingemünd – 05. Febr. 1892 Heidelberg) [hierzu verso auf dem Blatt u.m. in schwarzer Tinte von Herbert Grass bez., nochmals von Herbert Grass auf der Rahmenrückwand auf Etikett bez.]

€ 850,-

 

 

Bleistift auf sandfarbenem Papier; gerahmt; unter Glas
(1) u.r. etwas undeutlich in Blei lokalisiert und datiert „Heidelb. im Jan. 1855“
(2) u.r. in Blei datiert „1855“

Rahmengrösse: (1) 43,6×32,7cm; (2) 43,6×32,7cm
Blattgröse: (1) 40,6×29,8cm; (2) 40,3×29,9cm

 
(1) u.r. in Blei signiert „G. Ph. Schmitt“, sowie verso auf dem Blatt u.m. in schwarzer Tinte von Herbert Grass bez. „Zeichnung v. Gg. Phil. Schmitt“, nochmals von Herbert Grass auf der Rahmenrückwand auf Etikett bez.
(2) u.r. in Blei gewidmet und signiert „Zur freundlichen Erinnerung / von G. Ph. Schmitt“, sowie verso auf dem Blatt u.m. in schwarzer Tinte von Herbert Grass bez. „Zeichnung v. Gg. Phil. Schmitt“, nochmals von Herbert Grass auf der Rahmenrückwand auf Etikett bez.

Zustand
(1) insgesamt etwas nachgedunkelt/gebräunt; Ecken/Ränder leicht bestoßen; am unteren Rand mittig und links, sowie am linken Rand mittig kleine Einstichlöcher; partiell Druckstellen im Blatt; im rechten Randbereich mittig teilw. stärkere Druckstellen; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren
(2) insgesamt etwas nachgedunkelt/gebräunt; Ecken/Ränder leicht bestoßen; am unteren Rand mittig kleiner Einriss (Länge etwa 1mm); partiell Druckstellen im Blatt; im rechten und linken Randbereich mittig teilw. stärkere Druckstellen; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren

Provenienz
(für beide Zeichnungen; laut den rückseitigen Bez. bzw. den rückseitigen Etiketten):
1) [(wohl) direkt von den Portraitierten an deren Tochter] Antonie Scheirmann, geb. Pfisterer
2) aus dem Nachlass von 1) an deren Enkel (bzw. Urenkel der Portraitierten) Herbert Grass (25.06.1886 Mannheim – 10.12.1978 Heidelberg), Künstler (tätig v.a. in Heidelberg-Schlierbach)

 

 

 

 

Georg Philipp Schmitt verließ 1830 München, war wohl kurze Zeit in Wolfstein ansässig, bevor er sich dann im Dezember 1830 in Heidelberg niederließ. Dort fand er recht schnell Zugang zum gesellschaftlichen Leben und damit auch zu potenziellen Kunden für seine Portraitmalerei. Das Portraitieren war durchgehend die wichtigste Einnahmequelle der Familie Schmitt (vgl. hierzu Jens Stöcker (2008): Georg Philipp Schmitt 1808-1873. Zum 200. Geburtstag [Katalog zur Ausstellung im Theodor-Zink-Museum Kaiserslautern. 2. Oktober bis 14. November 2008]; Kaiserslautern; S. 29) und so dürften die beiden hier vorliegenden Zeichnungen ebenso als Auftragsarbeiten entstanden sein. Zu einer Zeit als der Künstler bereits voll etabliert war.
Die Dargestellten Johann Philipp Pfisterer und dessen Ehefrau Eva Margarete, geborene Knauf, waren auf dem Pleikartsförster Hof (Heidelberg) ansässig. Johann Philipp Pfisterer war dort Landwirt und Gastwirt. Das Ehepaar hatte insgesamt vier Kinder: Johanna (das jüngste Kind), Georg Philipp, Fritz, Antonie (das älteste Kind) (vgl. hierzu: Dieter Neuer (2003): Georg Philipp Pfisterer (1837-1905). Landwirt auf dem Pleikartsförster Hof und Gemeinderat in Kirchheim, in: Heidelberger Geschichtsverein (Hrsg.): Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt; Heft 8; S. 183-200 [hier: 183]).
Den rückseitigen Bezeichnungen folgend ist das Portraitpaar in den Besitz der erwähnten älteren Tochter Antonie übergegangen. Es kann angenommen werden, dass die beiden Zeichnungen in Familienbesitz blieben und schließlich zu Antonies Enkel bzw. dem Urenkel der Portraitierten Herbert Grass kamen.

Zu Georg Philipp Schmitt (28.10.1808 Spesbach – 19.01.1873 Heidelberg):
Maler und Zeichner; Georg Philipp war das sechste Kind von Simon Joseph und Caroline Schmitt; als G.P.S. ein Jahr alt war zog die Familie nach Wolfstein um, wo er seine Kindheit und Schulzeit erlebte; 1820 Tod der Mutter; 1822 zieht der Vater mit Georg Philipp und zwei seiner Brüder nach Heidelberg um; dort Besuch des Gymnasiums und erster Zeichenunterricht bei Johann Christian Xeller (1784-1872); im Febr. 1825 empfahl Xeller seinen Schüler Georg Philipp Schmitt an Peter Cornelius, der kurz zuvor an die Kunstakademie München berufen wurde; Ende Juni 1825 beginnt er dort auch sein Studium; der Kontakt zu Xeller besteht weiterhin fort; neben Cornelius war auch Julius Schnorr von Carolsfeld ein Lehrer Schmitts in München; Ende November 1829 erhält er von Cornelius ein jährliches Stipendium von 150 Gulden und Cornelius setzt sich zudem dafür ein, dass Schmitt vom Militärdienst freigestellt wird; 1830 verlässt er München und lässt sich im Dezember diesen Jahres in Heidelberg als freier Maler nieder; in Heidelberg erhielt er Portraitaufträge aus gehoben Gesellschaftskreisen und bald war er auch über Heidelberg hinaus als Portraitist gefragt; 1832 Bekanntschaft mit Graf Charles de Graimberg (1774-1863), mit dem ihn bald eine Freundschaft verband; Graimberg beauftragte Schmitt zudem Portraitzeichnungen von Professoren anzufertigen; 13.12.1833 Heirat mit Eva Katharina, geb. Kayser (1808-1888); der Ehe entstammten sechs Kinder; die Portraitaufträgen bildeten die Haupteinnahmequelle Schmitts, daneben entstanden noch Stillleben, Landschaften und Werke mit religiösen Thematiken

Literatur
STÖCKER, Jens (2008): Georg Philipp Schmitt 1808-1873. Zum 200. Geburtstag [Katalog zur Ausstellung im Theodor-Zink-Museum Kaiserslautern. 2. Oktober bis 14. November 2008]; Kaiserslautern