E M I L   F U C H S

 

 

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Porträt eines Mannes im mittleren Alter

Bleistift, partiell mit Deckweiß gehöht; auf sandfarbenem Karton; unter Passepartout (vormalige Montierung am Rand ist gelöst); gerahmt; unter Glas
u.r. am Ende der Widmung in Blei datiert „15/II 1891“

Rahmengrösse: 56x48cm
Blattgrösse: 44,6×38,6cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 40,3x32cm

u.r. am Ende der Widmung in Blei signiert „Emil Fuchs“
nicht betitelt

reserviert

 

 

Zustand
Karton nachgedunkelt und lichtrandig; am oberen und unteren Kartonrand etwas beschmutzt; Kartonränder aufgrund früherer Montierung (Klebung) aufgeraut und berieben; Passepartout etwas berieben und bestoßen; am Passepartoutrand u.r. leichter Wasserschaden; Rahmen mit Gebrauchsspuren

 

Unten rechts Widmung des Künstlers in Blei: „Meinem edlen Gönner In treuer Dankbarkeit und Ergebung 15/II 1891 Emil Fuchs

 
 

Zwischen 1888 und 1891 studierte Emil Fuchs an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin bei Fritz Schaper und Anton von Werner. In seiner 1925 in New York (G.P. Putnam´s Son) veröffentlichten Autobiografie „With Pencil, Brush and Chisel: The Life of an Artist“ beschreibt der Künstler diese Phase:
„Here [i.e. in Berlin] I had my chance. I could study, and study undisturbed in Berlin, as I had never studied in Vienna. And here I may say I made best use of my opportunities” (S. 13).
1891 erhielt Fuchs für sein Relief “Griechische Wettläufer” den Rom-Preis der Akademie. Er reiste über Venedig nach Rom und war dort bis 1897 ansässig, bevor er nach London verzog und schließlich 1915 nach New York übersiedelte.
Die vorliegende Zeichnung entstand der Widmung entsprechend in diesem so wichtigen, frühen Jahr für Emil Fuchs. Seine Ausbildung war beendet und er war dabei sich als Künstler zu etablieren.

 


Zu Emil Fuchs (09.08.1866 Wien – 13.01.1929 New York):

Emil Fuchs war ein österreichisch-jüdischer Bildhauer, Medailleur, Maler, Grafiker und Zeichner.
Familie: Sohn von Leopold Fuchs (?-22.09.1887) und Josephine, gesch. Götzel, geb. Kuffner (10.11.1828 – 21.06.1889); Emil Fuchs hatte zwei Schwestern (Helene (06.11.1864-?, 1890 verh. mit Michael Fleischmann (13.06.1857) und Therese (10.04.1871 – 08.11.1942, 1892 verh. mit Rudolf Pollack (25.02.1856-?)), sowie eine Halbschwester (Anna Götzel (09.04.1852 – 01.11.1911).
Leben und Werk: Bis 1889 Studium an der Kunstakademie Wien (bei Edmund von Hellmer); 1889-91 Studium an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin (bei Fritz Schaper und Anton von Werner); 1891 Rom-Preis; 1891-97 Aufenthalt in Rom; 1896 Goldmedaille in München; 1897-1915 in London ansässig, dort Lehrer an der Royal Academy und Hofmaler von Edward VII.; 1902 erste Einzelausstellung in der Grafton Gallery (London); er erhielt in dieser Zeit zahlreiche Auftragsarbeiten (u.a. von Queen Victoria und King Edward VII.); 1909 erhielt er den Royal Victorian Order; 1915 aufgrund starker anti-deutscher Ressentiments während des Ersten Weltkrieges emigrierte er nach New York; 1925 große Retrospektive im Fine Arts Building in New York; 1925 Veröffentlichung seiner Autobiografie „With Pencil, Brush and Chisel: The Life of an Artist“; 1925 $1.000-Preis in dem „Brown and Bigelow Competition“ (New York); 1928 Krebserkrankung; am 13. Januar 1929 erschoss er sich in seinem Atelier, da keine Hoffnung auf Heilung bestand
Der Nachlass befindet sich im Brooklyn Museum (New York).
Werke befinden sich im Metropolitan Museum (New York), im British Museum.
Fuchs war Mitglied der Royal Society of British Artists.

Literatur
FUCHS, Emil (1925): With Pencil, Brush and Chisel: The Life of an Artist; G.P. Putnam´s Son; New York [Autobiografie] BLUMESBERGER, Susanne / Doppelhofer, Michael / Mauthe, Gabriele (Red.) (2002): Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft: 18. Bis 20. Jahrhundert [Bd. 1]; München: Saur; S. 394
GAY, Vernon (1983): Discovering Pittsburgh’s Sculpture; University of Pittsburgh Press; S. 407
GARDNER, Albert (Hrsg.) (1965): American Sculpture: A Catalogue of the Collection of the Metropolitan Museum of Art.“; New York Graphic Society; S. 93
KAUFMANN, Sandor (1943) (Hrsg.): American Jewish cyclopedia; New York: Cosmopolitan Press; S. 68
STUCHTEY, Henriette: Fuchs, Emil, in: “Allgemeines Künstlerlexikon” (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00109568