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Weitere schwäbische Künstler
Weitere Künstler des Expressiven Realismus

 

Wilhelm Geyer

 

Szene aus Christi Leben

Lithographie auf dünnem Reispapier
nicht datiert, (wohl) um 1960-65

Blattgrösse: 59,5×39,6cm

u.l. in Blei signiert „W. Geyer“
nicht betitelt, Szene aus Christi Leben, Heilung eines Aussätzigen?

verkauft

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Zustand
durchgehend Druckstellen im Blatt; Ränder mitunter leicht uneben beschnitten; leicht fleckig (im Bereich u.r., sowie mittig rechts etwas stärker fleckig); Ecke u.l. mit leichter Knickspur; im Blattbereich o.r. etwas knittrig

 

 

Zu Wilhelm Geyer (24.06.1900 Stuttgart – 05.10.1968 Ulm):
Maler, Zeichner, Grafiker, Glaskünstler; 1919-26 Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei Heinrich Altherr und als Meisterschüler bei Christian Landenberger); Bekanntschaft mit HAP Grieshaber; 1920 Wanderung mit Walter Wörn nach Berlin (Auseinandersetzung mit Werken von Lovis Corinth); 1923 mit Hermann Breucha Reise nach Hamburg; 1925 Romreise; 1926-27 Zeichenlehrer in Rottweil; ab 1927 freier Maler in Ulm; 1927 Einzelausstellung im Schwörhaus Ulm; 1928 Heirat; im selben Jahr Eröffnung seines eigenen Ateliers, sowie Erstellung des ersten Wandbildes in der Ulmer St. Maria Suso-Kirche (1944 verbrannt); 1929 Donaufahrt und Mitbegründer der Stuttgarter Neuen Sezession; 1931 Vorsitzender der der Stuttgarter Neuen Sezession und Reise nach Paris; 1932 Radtour mit Carl Pflüger nach Italien; 1933 Beteiligung an der ersten Ausstellung des „Deutschen Künstlerbundes“ (Kunstverein Magdeburg & Heimatmuseum Saarbrücken); 1934 Beteiligung an der Ausstellung „Süddeutsche Kunst in München“ (Neue Pinakothek, München); 1936 Beteiligung an der (vorzeitig geschlossenen) Ausstellung „Malerei und Plastik“ (Kunstverein Hamburg/Deutscher Künstlerbund); 1937 bei der Aktion „Entartete Kunst“ werden 19 (Mappen-)Werke aus der Staatsgalerie Stuttgart und dem Stadtmuseum Ulm beschlagnahmt; 1940-42 Kriegsdienst; während der Kriegszeit entstehen zahlreiche Malbriefe an die Familie und seinen Freund Werner Oberle; 1942-43 in München im Atelier des befreundeten Architekten Manfred Eickenmeyer am Fensterzyklus für St. Margaretha (Margrethausen) tätig; 1943 nach der Hinrichtung der befreundeten Geschwister Scholl, die wohl ohne Geyers Wissen in seiner Münchner Wohnung Flugblätter druckten, 100tägige Gestapo-Haft in München wegen der Verbindung mit der Widerstandsgruppe der Weißen Rose; 1945 Erblindung auf dem linken Auge; im selben Jahr Mitbegründer der Gesellschaft Oberschwaben; 1946 Mitglied der Freien Aussteller-Gruppe in Stuttgart; 1947 entwirft er eine Denkschrift zur Wiedereröffnung der Stuttgarter Kunstakademie; Mitbegründer der Oberschwäbischen Sezession, der „Gesellschaft 50“ (Ulm), sowie der „Freien Gruppe Stuttgart“; 1953 eigenes Wohn- und Atelierhaus in Ulm; 1954 Oberschwäbischer Kunstpreis; 1957 Gold-Medaille für Glasmalerei auf der Biennale für Christliche Kunst in Salzburg; in den 1950/60er Jahren zahlreiche Reisen (1957 und 1961 Italien; 1961, 1966 und 1968 Croix-Valmer/Südfrankreich; 1962 Palästina; 1966 London; 1967 Bologna); 1960 Ernennung zum Professor; Geyer schuf ein umfangreiches malerisches, zeichnerisches, grafisches Werk; daneben schuf er etwa 1.000 Glasfenster für über 180 katholische Kirchen und Bauten zwischen Bodensee und Niederrhein (152 davon befinden sich in der Diözese Rottenburg-Stuttgart); Werke befinden sich in zahlreichen Museen und öffentlichen Sammlungen

Literatur
AGEL, Gert K. (1986): Schwäbisches Künstlerlexikon; Kunst & Antiquitäten; S. 46
SCHNEIDER, Erich (Hrsg.) (2009): Expressiver Realismus. Die Sammlung Joseph Hierling [Schweinfurter Museumsschriften 166/2009]; Schweinfurt; S. 112
TRIER, Dankmar: Geyer, Wilhelm, in: „Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00055700
ZIMMERMANN, Rainer (1994): Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation; Hirmer; München; S. 376