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Weitere Werke von Wilfried Reckewitz
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Wilfried Reckewitz: Abstraktion in Schwarz, Braun und Rot

 

Abstraktion in Schwarz, Braun und Rot

Aquarell und Tusche auf Bütten, verso an den oberen beiden Ecken durch Klebestreifen in Passepartout gesetzt, gerahmt, unter Glas
u.r. etwas undeutlich in Schwarz datiert „10. [16.?] Sept. [19]63“, sowie o.r. lokalisiert „Mettmann“

Rahmengrösse: 55,1x48cm
Blattgrösse: 34x27cm

u.r. in Schwarz signiert „Reckewitz“
nicht betitelt

€ 850,-

 

                            

 

Zustand
Blatt verso an den oberen beiden Ecken durch Klebestreifen in Passepartout gesetzt; Blatt insgesamt (technikbedingt) leicht wellig; Blatt verso an den Rändern leicht farbfleckig; Blatt verso an den oberen beiden Ecken mit Resten früherer Befestigung (Klebestreifen); Blatt verso mittig in Blei nummer. „2038“[?]; Passepartout leicht gebräunt; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren

 

 

Anfang der 1960er Jahre fand Wilfried Reckewitz zu einem künstlerischen Ausdruck mit höherer Abstraktion und zugleich an der Grenze zur Gegenstandslosigkeit. Es entstanden „flächenhaft [betonte] Ordnungen, ‚Erfindungen einer Gegenwelt‘, […] die als Tuschen und Aquarelle vorgetragen werden. […] Durchweg beschränkte sich Wilfried Reckewitz auf einen eng beieinanderliegenden Farbklang, der sich gelegentlich mit nahezu monochromen Schichtungen begnügte. Die Formen blieben bei aller Freiheit des Kolorits vergleichsweise streng […]“ (Kah Jagals (1994): Wilfried Reckewitz 1925-1991. Kunstwege und Engagement nach 1945; Born Verlag; Kassel; S. 16).
Die vorliegende Arbeit aus dem September 1963 entstand in dieser Schaffensphase.
Farbstriche, Farbflächen und mitunter sich überlagernde Farben lassen sich vom Betrachter nicht in gängigen Schemata kategorisieren, sondern zwingen vielmehr zu einem genaueren Schauen und einem ganz individuellen Einlassen auf und Fallenlassen in diese sprichwörtliche ‚Gegenwelt‘. Uns bekannte Formen sind nur rudimentär zu erkennen – statisch wirkende Striche, scheinbare Dreiecke, monochrome Flächen. Und innerhalb dieser so befremdlich erscheinenden Sicht, schafft es Reckewitz durch Auswahl und Anordnung der Farben eine beeindruckende Räumlichkeit und Tiefe in dem Werk zu erzeugen. Wirken die dürren, mastartig gezeigten Striche noch direkt vor uns, so fällt in der Bildmitte das Ganze wie in einem Wirbel nach Hinten, wird vielleicht angezogen von dem dahinter sich ausbreitenden, warm schimmernden Rot.

 

 

Zu Wilfried Reckewitz (29.08.1925 Wuppertal-Barmen -13.01.1991 ebd.):
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Maler, Zeichner, Grafiker, Glaskünstler; aufgewachsen in gutbürgerlichem Haushalt; 1942 Besuch der Meisterschule für das gestaltende Handwerk (Wuppertal-Barmen); 30. Mai 1943 Zerstörung des Wuppertaler Schulgebäudes durch einen Bombenangriff und darauf folgende Umsiedlung nach Schalksmühle bei Dahlerbrück; 1945 Besuch der Kunstakademie Düsseldorf (bei Werner Heuser, Ewald Mataré, Otto Pankok, Otto Coester); 1946 werden Reckewitz´ Werke zum ersten Mal bei der Gruppenausstellung „Junge Ernte“ in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt, von da an zahleiche Einzel- und Gruppenausstellungen; 1948-54 jährlich Studienfahrten in die Niederlande; 1949 Bekanntschaft mit Adolf Röder; ab 15.11.1949 Mitglied des „Rings Bergischer Künstler (RBK)“; 1951 zusammen mit Röder Besuch bei Ida Kerkovius in Stuttgart; 1952 Verleihung des Dr. Ludwig Lindner Preises des RBK; 1954, 1956 Studienreisen nach Spanien; 1955 Bekanntschaft mit Otto Dix; 1957 Heirat; 1958 Mitinitiator der Deutsch-Polnischen Ausstellung I in Warschau und Wuppertal; 1958 Geburt des Sohns Marcus; 1960 zunehmende Hinwendung zum Glas als künstlerischem Ausdrucksträger; 1963 Italienreise; 1964 gemeinsam mit Gertrud Höhler erhält er den Förderpreis des Von-der-Heydt-Museums; 1964 Geburt der Tochter Alexa; ab 1967 jährliche Nordsee-Aufenthalte; 1968 Peter Karlsruhen und Horst Laube drehen den Film „Wege zur Form“ über Reckewitz; 1970 zusammen mit Jürgen Dreier gestaltet er den Bühnenbildentwurf für die Wuppertaler Bühnen zu „Ein Freudenfeuer für den Bischof von O´Casey (Premiere: 04.02.1970); 1972 Mitinitiator der Deutsch-Polnischen Ausstellung II in Wuppertal; 1977-78 Gestaltung des Designs für MS Sunward II und MS Sunward Norwegian; 1983 nach dem Tod von Adolf Röder übernimmt Reckewitz den Vorsitz des RBK; 1985 Retrospektive zum 60. Geburtstag in der Galerie von Rudolf Schaumann

Literatur
JAGALS, Kah (1994): Wilfried Reckewitz 1925-1991. Kunstwege und Engagement nach 1945; Born Verlag; Kassel