W A L T E R   G U T B R O D

 

Weitere Werke von Walter Gutbrod

 

 

Düstere verschneite Waldlanschaft

Ölfarbe, teilweise mit Terpentin verdünnt, auf festerem Karton, verso am oberen Rand punktuell auf weißes Papier befestigt
nicht datiert, auf unterlegtem Papier o.r. von fremder Hand in Blei bez. „März ? 1970“

€ 75,-

Kaufanfrage

 

Grösse des unterlegten Papiers: 21,1×14,7cm
Grösse: 8×12,5cm

nicht signiert, verso u.l. Künstlerstempel

Zustand
Blatt verso am oberen Rand punktuell auf weißes Papier befestigt; am rechten Rand unten minimalst bestoßen; verso sehr leicht (farb-)fleckig; unterlegtes Papier mit Druckstellen

 

 

Die Bäume und der Wald bilden im Schaffen Walter Gutbrods einen selbstständigen Bereich und wurden vom Künstler immer wieder thematisch aufgegriffen. In seiner ganz eigenen Manier, zu der vor allem auch seine Malweise mit verdünnten Ölfarben beitrug, entstanden zahlreiche Ansichten von einzelnen Bäumen, kleinen Baumgruppen oder auch Waldpartien. Je nach Stimmungslage, nach Temperament Gutbrods, sieht sich der Betrachter einer immer neuen, anderen Sicht gegenübergestellt. Doch trotz aller Unterschiede und Mannigfaltigkeiten macht Barbara Lipps-Kant gerade für dieses Sujet doch eine Gemeinsamkeit aus. Sie schreibt dazu: „Vielleicht liegt in seinen Arbeiten über den Wald, die Meditationen gleichen oder wie ein Gebet sind, sein Dank an das Wunder der Schöpfung“ (Barbara Lipps-Kant (2013): Ein reiches Künstlerleben – in Bildern durchmessen, in: Heck, Thomas Leon (Hrsg.): Walter Gutbrod 1908-1998. Malerei und Zeichnung; Dußlingen: Nous-Verlag; S. 7-12 [hier: 11]).
Es geht Gutbrod demnach nicht allein darum das Gesehene als solches wiederzugeben, sondern vielmehr zeigt er dessen Wesen, oder noch genauer: er versucht dem Betrachter mit den Mitteln der Malerei zu vermitteln was für ihn damals das Wesen des Erschauten war.
So beinhaltet auch die vorliegende Arbeit trotz ihres kleinen Formats eine erstaunliche, den Betrachter unweigerlich fesselnde Stimmung. In erstaulich wenigen Strichen und einer reduzierten Farbpalette entsteht eine winterliche Landschaft. Im Vordergrund erheben sich einzelne Bäume gen Himmel und füllen mit ihren dunklen Ästen den gesamten oberen Bildbereich aus. Dieses Dunkle tritt dabei in eine gewisse Spannung zur Helligkeit des Schnees am Boden, wobei das mittig dezent eingefügte Blau wie eine Ruhepol zwischen beidem liegt.
Beeindrucke kleinformatige Komposition Walter Gutbrods!

 

 

Zu Walter Gutbrod (05.07.1908 Stuttgart-Zuffenhausen – 06.06.1998 Ludwigsburg):
Maler, Zeichner, Kunsterzieher; bereits als Jugendlicher erste Mal- und Zeichenversuche; 1927-32 Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei u.a. Hans Spiegel, Robert Breyer, Alex Eckener); 1929 Aufenthalt in Nancy; 1930 Aufenthalt in Paris; 1931 Aufenthalt in Bodman am Bodensee; 1932 Lehramtsprüfung; ab 1932 wohnhaft in Duisburg und dort Lehrtätigkeit an einem privaten Institut; 28.12.1933 standesamtliche Trauung mit Lydia, geb. Siegel (1909-2004) (kirchliche Trauung am 06.01.1934); der Ehe entstammten die Töchter Regine und Linde; 1934 Reisen in die Niederlande, die Eifel und nach Spiekeroog; ab 01.04.1935 Amtsverweser im Katharinenstift Stuttgart; 1937-79 Kunstlehrer am Schiller- und Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg; dazwischen kurzzeitige Lehrtätigkeit in Korntal (1940); 1943 Bodenseeaufenthalt; 1962 Frankreichreise; 1966, 1972, 1975, 1976, 1990 Paris-Aufenthalte; 1979 Pensionierung und Intensivierung der künstlerischen Tätigkeit; neben der bildenden Kunst war Gutbrod auch leidenschaftlicher Pianist und spielte auch vor Publikum (durch diese Leidenschaft lässt sich auch sein Künstlersignum mit den drei Noten erklären); zahlreiche Reisen und Studienaufenthalte

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Einzelausstellungen: 1971 Rathaus Bietigheim-Bissingen, 1978 Landratsamt Ludwigsburg, 1983 Landratsamt Ludwigsburg, 1988 Landratsamt Ludwigsburg, 1997 Buchhandlung Aigner Ludwigsburg, 1999 Stadtmuseum Ludwigsburg, 2000 Kunsthaus Watzel Ludwigsburg, 2002 Zehntscheuer Münsingen, 2005 Kreissparkasse Münsingen, 2008 Landratsamt Ludwigsburg, 2013 Kunsthalle Heck Dusslingen, 2013 Buchhandlung Aigner Ludwigsburg; — Gemeinschaftsausstellungen: 1965 Stuttgarter Sezession Kunstgebäude am Schlossplatz, 1966 Spendhaus Reutlingen, mit Anton Greiner und Johannes Schönert, 1967 Stuttgarter Sezession Kunstgebäude am Schlossplatz, 1973 Haus Baden-Württemberg Bonn

MITGLIEDSCHAFT: Stuttgarter Sezession
ANKÄUFE: Städtisches Museum Ludwigsburg, Landratsamt Ludwigsburg, Staatsgalerie Stuttgart

Literatur
HECK, Thomas Leon (Hrsg.) (2013): Walter Gutbrod 1908-1998. Malerei und Zeichnung; Dußlingen: Nous-Verlag [mit einem Beitrag von Barbara Lipps-Kant] NAGEL, Gert K. (1986): Schwäbisches Künstlerlexikon; Kunst & Antiquitäten; S. 51
TRIER, Dankmar: Gutbrod, Walter, in: „Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00400815