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Weitere Werke von Walter Gutbrod
Zum Themenflyer ‚Einsamkeit in der Kunst‘

 

 

Anonyme Stadtansicht

Öl über leichten Bleistiftvorzeichnungen, auf Pressspan
nicht datiert, verso in der WV-Nr. datiert auf 1927

nicht signiert
nicht betitelt, verso Werkverzeichnisnummer in blauem Kugelschreiber auf weißem Etikettaufkleber

€ 170,-

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Blattgrösse: 12,8×17,5cm

Zustand
leicht fleckig; Ecken/Kanten etwas berieben und mitunter etwas bestoßen; linker Rand mit Spuren vom Abschneiden der Platte; verso leicht fleckig

 

 

Einem Fluss gleich schlängelt sich die graue Straße aus dem Vordergrund in einer leichten Neigung in das Bild hinein und entzieht sich schließlich dem Auge des Betrachters. Die dunklen Konturen des Hauses links und der Mauer bzw. des Baumes rechts rahmen die Sicht quasi ein. Das Auge wird so mit dem Straßenverlauf geführt, am Bürgersteig entlang, vorbei an kleinen Baumgruppen, mehrgeschossigen Häusern bis zum hinteren Bildbereich, den ein schon weit entferntes weißes Haus mit rotem Dach markiert. Menschen sind nirgendwo zu sehen und auch die Häuser, als die menschlichen Wohnstätten par excellence, sind nur rudimentär, in ihren Grundstrukturen gezeigt und wirken durch diese reinen Farbflächen nicht nur anonym, sondern in gewisser Weise auch verstörend und bedrohlich. Ein fein nuancierter, luftiger Himmel liegt über allem und vermittelt eine schon beinahe lockere Stimmung, welche mit der Schwere und Anonymität der urbanen Darstellung in eine spannungsreiche Verbindung geht.
Sehr schöne, dichte Komposition aus der frühen Schaffensphase des Künstlers!

 

 

Zu Walter Gutbrod (05.07.1908 Stuttgart-Zuffenhausen – 06.06.1998 Ludwigsburg):
Maler, Zeichner, Kunsterzieher; bereits als Jugendlicher erste Mal- und Zeichenversuche; 1927-32 Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei u.a. Hans Spiegel, Robert Breyer, Alex Eckener); 1929 Aufenthalt in Nancy; 1930 Aufenthalt in Paris; 1931 Aufenthalt in Bodman am Bodensee; 1932 Lehramtsprüfung; ab 1932 wohnhaft in Duisburg und dort Lehrtätigkeit an einem privaten Institut; 28.12.1933 standesamtliche Trauung mit Lydia, geb. Siegel (1909-2004) (kirchliche Trauung am 06.01.1934); der Ehe entstammten die Töchter Regine und Linde; 1934 Reisen in die Niederlande, die Eifel und nach Spiekeroog; ab 01.04.1935 Amtsverweser im Katharinenstift Stuttgart; 1937-79 Kunstlehrer am Schiller- und Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg; dazwischen kurzzeitige Lehrtätigkeit in Korntal (1940); 1943 Bodenseeaufenthalt; 1962 Frankreichreise; 1966, 1972, 1975, 1976, 1990 Paris-Aufenthalte; 1979 Pensionierung und Intensivierung der künstlerischen Tätigkeit; neben der bildenden Kunst war Gutbrod auch leidenschaftlicher Pianist und spielte auch vor Publikum (durch diese Leidenschaft lässt sich auch sein Künstlersignum mit den drei Noten erklären); zahlreiche Reisen und Studienaufenthalte

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)
Einzelausstellungen: 1971 Rathaus Bietigheim-Bissingen, 1978 Landratsamt Ludwigsburg, 1983 Landratsamt Ludwigsburg, 1988 Landratsamt Ludwigsburg, 1997 Buchhandlung Aigner Ludwigsburg, 1999 Stadtmuseum Ludwigsburg, 2000 Kunsthaus Watzel Ludwigsburg, 2002 Zehntscheuer Münsingen, 2005 Kreissparkasse Münsingen, 2008 Landratsamt Ludwigsburg, 2013 Kunsthalle Heck Dusslingen, 2013 Buchhandlung Aigner Ludwigsburg; — Gemeinschaftsausstellungen: 1965 Stuttgarter Sezession Kunstgebäude am Schlossplatz, 1966 Spendhaus Reutlingen, mit Anton Greiner und Johannes Schönert, 1967 Stuttgarter Sezession Kunstgebäude am Schlossplatz, 1973 Haus Baden-Württemberg Bonn

MITGLIEDSCHAFT: Stuttgarter Sezession
ANKÄUFE: Städtisches Museum Ludwigsburg, Landratsamt Ludwigsburg, Staatsgalerie Stuttgart

Literatur
HECK, Thomas Leon (Hrsg.) (2013): Walter Gutbrod 1908-1998. Malerei und Zeichnung; Dußlingen: Nous-Verlag [mit einem Beitrag von Barbara Lipps-Kant] NAGEL, Gert K. (1986): Schwäbisches Künstlerlexikon; Kunst & Antiquitäten; S. 51
TRIER, Dankmar: Gutbrod, Walter, in: „Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00400815