U D O   K A L L E R

 

Weitere Werke von Udo Kaller

 

Udo Kaller: Ansicht eines Dorfs in Franken

 

Ansicht eines Dorfs in Franken

Öl über leichten Bleistiftvorzeichnungen auf Leinwand, befestigt auf Karton, unter Passepartout, gerahmt, unter Glas [Rahmung durch „Galerie Weigl“ (Nürnberg); hierzu verso auf Rahmenrückwand o.m. kleines Etikett];
o.r. in Blei datiert „[19]87“

Rahmengrösse: 23,8×23,8cm
Leinwandgrösse: 12,2×11,6cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 11,9x11cm

o.r. in Blei signiert „Kaller“
nicht betitelt

verkauft

 

              

 

Zustand
Leinwand befestigt auf Karton; sehr leicht fleckig; Leinwandränder sehr leicht uneben beschnitten (unter Passepartout nicht sichtbar); Rahmen mit wenigen leichten Gebrauchsspuren (schwach berieben; verso Rahmenrückwand etwas fleckig)

 

 

Herzlichen Dank an den Künstler für freundliche Hinweise zur Einordnung des Werks!

 

 

„Im Leben wie in seiner Kunst also ist Udo Kaller der Ordnung der Dinge auf der Spur. Auf seine sehr eigene, unverwechselbare und dennoch stetig sich wandelnde Weise erforscht dieser Maler und Zeichner die uralte Frage danach, was unsere Welt im Innersten zusammenhält. Die bildgewordenen Antworten, die Kaller bei diesen klug kalkulierten Expeditionen findet, tragen seit jeher eine markante Handschrift, deren Duktus sich ändern mag, deren grundsätzliche Haltung aber seit Jahrzehnten konstant ist. Wobei die sehr treffende Selbsteinschätzung des Künstlers eine nützliche Wegweisung gibt: ‚Ich bin ein gegenständlicher Konstruktivist.‘“ (Michael Becker (2002): Die Ordnung der Phantasie. Zum Werk des Nürnberger Künstlers Udo Kaller, in: Galerie Bode (2002): Udo Kaller. Malerei; Verlag Nürnberger Presse; Nürnberg; S. 5-6 [hier: S. 5]).
Es ist gerade die zuletzt genannte Selbstbeschreibung Kallers, die bei Betrachtung des vorliegenden Gemäldes als sehr passend erscheint. In einem kleinen Format blicken wir auf einen fränkischen Landschaftsausschnitt – im Vordergrund eine braungrüne Wiesen- oder Weidefläche, durch welche sich ein kleiner Weg schlängelt, dahinter mehrere kleine Häuser und alles liegt unter einem diffus bleibenden, wenn nicht gar irreal wirkenden, weißlich grauen Himmel. Die Gebäude sind auf ihre einzelnen zentralen Flächen (Dächer, Wände) reduziert, welche Kaller jeweils in einer flächig monochromen Farbgebung ausführt. In diesem Sinne werden einzelne Nuancen im Kolorit, Hervorhebungen durch Lichteinfall oder ähnliches ganz bewusst ausgeblendet. Diese konstruktive Anordnung der dörflichen Landschaft entgeht deutlich der möglichen Gefahr schlicht romantisierend oder ‚heimelig‘ zu wirken. Vielmehr mag man dieses, womöglich ganz bewusst nicht lokalisierte, Motiv als idealtypisch erachten, in welches der Betrachter seine ganz eigenen sowohl positiven als auch negativen Erfahrungen, Hoffnungen, Wünsche und Vorstellungen legen mag.

 

 

Zu Udo Kaller (geb. 1943 in Gleiwitz (Oberschlesien))
Maler, Zeichner, Grafiker; 1958 Übersiedlung nach West-Deutschland; 1959 Mittlere Reife; 1959-62 Ausbildung zum Farblithografen in Ulm; 1960 Mitglied der Künstlergilde Ulm; 1960 erste Beteiligung an einer Gruppenausstellung in der „Oberen Stube“ (Ulm); 1962-64 Studium an der Kunstakademie München (bei Xaver Fuhr); 1964-70 Studium an der Kunstakademie Nürnberg (bei Hermann Wilhelm, Ernst Weil, Franz Winzinger); 1968 Meisterschüler; 1968 erste Einzelausstellung in der „Kleinen Galerie“ (Nürnberg); 1968 Jugendpreis der Künstlergilde Ulm für Malerei; 1969 Jugendpreis der Künstlergilde Ulm für Grafik; 1970-72 Lehrtätigkeit in Nürnberg und Spardorf; 1971 Jugendpreis der Künstlergilde Ulm für Malerei; 1972 Kulturförderungspreis der Stadt Nürnberg, sowie Jugendpreis der Künstlergilde Ulm für Malerei; ab 1972 als freischaffender Künstler in Nürnberg tätig; ab 1973 erste Wettbewerbe bei „Kunst am Bau“; 1976-2002 Zusammenarbeit mit der Nürnberger Gobelin-Manufaktur (es entstehen 17 Wandteppiche); 1978 Förderungspreis des Oberschlesischen Kulturpreises des Landes Nordrhein-Westfalen; 1980 Stipendium des Freistaats Bayern für die internationale Sommerakademie Salzburg; 1983 Förderpreis des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen; 1987 USA-Reise; 1991 Premio Agazzi, Internationaler Mal- und Grafikpreis (Italien); 1999 Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten; 1999, 2000 Aufenthalte in Sizilien; 2002 Sonderpreis des Verlegers der Nürnberger Nachrichten Bruno Schnell; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen

Literatur
Galerie Bode (2002): Udo Kaller. Malerei; Verlag Nürnberger Presse; Nürnberg
KALLER, Udo (Hrsg.) (2004): Udo Kaller. Hundert Ansichten von hundert Ansichten; Verlag Nürnberger Presse; Nürnberg
Internetseite des Künstlers [udo-kaller.de]