S U S I   L E W I N S K Y

 

Weitere Hamburger Künstler

 

susi-lewinsky
„Marin-Bay View“

Öl auf Leinwand; aufgezogen (wohl) auf Karton; gerahmt (nicht geöffnet) [Rahmung durch „Worden´s fine framing / San Francisco“; hierzu verso u.l. kleines Etikett] nicht datiert, spätestens 1972

€ 750,-

 

   

 

Rahmengrösse: 56,8×33,1cm
Bildgrösse: 40×15,2cm

u.r. monogrammiert „SL“; sowie verso o.l. auf dem Etikett zur Ausstellung im Zellerbach Plaza von der Künstlerin bez.; weiterhin nochmals von der Künstlerin verso o.r. in Schwarz signiert
verso o.l. auf dem Etikett zur Ausstellung im Zellerbach Plaza von der Künstlerin betitelt: „Marin-Bay View“; weiterhin nochmals von der Künstlerin verso o.r. in Rot betitelt

Zustand
Rahmen ungeöffnet; Passepartout u.l. leicht beschädigt; Rahmen partiell etwas berieben und bestoßen; verso Rückwand (braunes Papier) mit Einrissen; Ausstellungsetikett o.l. teilweise ein- bzw. abgerissen

Ausstellung
1972, „Small Format Show [San Francisco Women Artists]”, Crown Zellerbach Plaza, San Francisco [hierzu verso o.l. Ausstellungsetikett mit handschriftl. Angaben der Künstlerin]

 

 

Das vorliegende Gemälde von Susi Lewinsky dürfte um 1970-72 entstanden sein. Die Familie der Künstlerin war zu dieser Zeit bereits seit gut 15 Jahren in San Francisco ansässig. Susi Lewinsky konnte auch schon erste künstlerische Erfolge, wie eine Einzelausstellung im ‚California Palace of Legion of Honor‘ in San Francisco, verzeichnen. Das vorliegende Gemälde zeigt in ruhigen, sanft-matten Farben einen Blick auf die kalifornische Küste. Im Hintergrund erkennt man angedeutet die Golden Gate Bridge. Das Werk lebt von der mitunter dickeren, satteren Farbgebung, wodurch allzu feine Details vor dem Auge des Betrachters nicht auftreten und der Fokus deutlich auf der Stimmung liegt, welche die Künstlerin malerisch einfangen wollte. Wunderbare Landschaftskomposition aus dem Schaffen einer nur selten angebotenen Künstlerin!

 

 

Zu Susi Lewinsky (27.1.1911 Hamburg – 4.6.2004 San Francisco):
Tochter des Börsenmaklers Herwig Trauman; zeichnete bereits als Jugendliche; 1929-33 Studium der Pädagogik, Psychologie und Philosophie an der Universität Hamburg; parallel dazu besuchte sie Kurse in Aktzeichnen und Materialkunde an der Landeskunstschule Hamburg; Bekanntschaft mit Gretchen Wohlwill und Eduard Bargheer; ein Semester studierte sie Aktzeichnen an der Kunstgewerbeschule in Prag; aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde ihr der Abschluss zur Oberschullehrerin verwehrt, so dass sie als Volksschullehrerin ihr Studium beendete; ebenso war ihr aus demselben Grund der Antritt des bereits gewährten Studiums an der Kunstakademie Berlin nicht mehr möglich; 1933-39 Tätigkeit als Lehrerin an der israelitischen Töchterschule Hamburg; 1936 folgte sie der bereits 1934 nach Palästina ausgewanderten Familie, kehrte aber kurz darauf wieder nach Hamburg zurück; am 11.04.1939 wanderte sie nach England aus und absolvierte beim Dreadnought Hospital (London) eine Ausbildung zur Krankenschwester; in London lernte sie Georg Lewinsky kennen, den sie 1939 heiratete; 1939 Auswanderung nach El Salvador; zwischen 1940 und 1945 kamen ihre Kinder Miriam, Bernard und Hanna zur Welt; 1943-45 Besuch der „Academia de Dibujo y Pintura Valero Lecha“ (San Salvador); 1947 Einzelausstellung im Mikra Studio (Tel Aviv); 1956 Einzelausstellung im ‚American-Salvadoran Cultural Center‘ (San Salvador); 1957 Übersiedlung der Familie nach San Francisco; 1964 Einzelausstellung im California Palace of Legion of Honor (San Francisco); 1983 Einzelausstellung in der Galerie Pascal de Sarthe (San Francisco); Susi Lewinsky stellte oftmals mit den „San Francisco Women Artists (SFWA)“ aus; anfangs malte sie vornehmlich mit Aquarellfarben, ab ihrer Zeit in El Salvador begann sie auch mit Ölfarben zu arbeiten; Susi Lewinsky ist die Großmutter von Monica Lewinsky (*1973)

Literatur
BRUHNS, Maike (2001): Kunst in der Krise (Band 2); Dölling und Galitz; Hamburg; S.260-261
BRUHNS, Maike (2007): Geflohen aus Deutschland. Hamburger Künstler im Exil 1933-1945; Edition Temmen; Bremen; S.48-49
LIXL-PURCELL, Andreas (Hrsg.) (1993): Erinnerungen deutsch-jüdischer Frauen. 1900-1990; Reclam; Leipzig; S. 199ff.