R O L F   G L A S M E I E R

 

 

rolf-glasmeier

 

„Landschafts-Kreuzungspunkt“

Kartonrückwand von Schreibblock (Glock Schreibblock „Wappen“ DIN A4), sowie die letzten teilweise vom Künstler zugerissennen beiden Blockseiten; darüber Rotstift; gerahmt [schlichter geschwärzter Holzrahmen]; unter Glas
u.m. in Blei lokalisiert & datiert „Worpswede 1981“

Rahmengrösse: 23,4×32,3cm
Kartongrösse: 21×29,4cm

u.r. in Blei signiert „Rolf Glasmeier“
u.l. in Blei betitelt: „Landschafts-Kreuzungspunkt“, darunter nochmals betitelt (im Späteren ausradiert)

verso auf Rahmenrückwand mit schwarzem Faserstift beschrieben „Für Rassi [?] Herzlich zum Geburtstag 1982 von Rolf + Ulla Glasmeier“

€ 460,-

 

     

 

Zustand
unterer Rand etwas bestoßen; im unteren Bereich mittig kleiner Fleck; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren (partiell leicht berieben)

 

 

Anfang der 1980er Jahre befasste sich Rolf Glasmeier mit veränderbaren Objekten und Installationen aus gefundenen Materialien/Gegenständen. Die vorliegende Arbeit, die wohl während seines Barkenhoff-Stipendium des Landes Niedersachsen entstand, ist in diese Phase einzuordnen. Auf einem alten Schreibblock mit nur noch zwei teilweise abgerissenen Seiten erschafft Glasmeier seinen „Landschafts-Kreuzungspunkt“, was zugleich auf die besondere Bedeutung der Relation Landschaft/Architektur und Kunst im Schaffen und Denken Glasmeiers verweist. Ganz konkret heißt es bei dem Künstler 1983: „Ich wünsche mir intensivere Zusammenarbeit mit Architekten, Landschaftsplanern, Maurern, Gärtnern, Schreinern, Schlossern und Hausmeistern […]“ (Robert Häusser/Dieter Honisch (1983): Kunst Landschaft Architektur. Architekturbezogene Kunst in der Bundesrepublik Deutschland; Ahrtal-Verlag; Bad Nauenahr-Ahrweiler; S. 64).

 

 

Zu Rolf Glasmeier (28.03.1945 Pewsum bei Emden – 2003 Gelsenkirchen):
1962-65 Schriftsetzerlehre und Fotopraktikum in Essen; Beschäftigung mit seriellen Formationen; ab 1965 Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung Ulm; 1967 Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen; ab 1967 entstanden die so genannten „Kaufhausobjekte“; 1969 1. Preis für Skulptur der 6. Biennale Paris; Stipendium Cité Internationale des Arts Paris; Gründungsmitglied der Gruppe B1; 1970 Villa-Massimo-Preis; Mitglied des Deutschen und Westdeutschen Künstlerbundes; 1971 Mitglied der Neuen Gruppe Saar; 1975 Mitglied der Gruppe „multi“; 1979 Kunstpreis „junger westen“ der Stadt Recklinghausen; 1981 Barkenhoff-Stipendium des Landes Niedersachsen in Worpswede; 1983 Gründungsmitglied der Gruppe „gerade“; 1985-89 Dozent für Typografie an der Fachhochschule Dortmund; 1987 1. Preis beim Wettbewerb zur Gestaltung der Wasseraufbereitungsanlage Überruhr der Stadtwerke Essen; 1989 Professur für experimentelles Gestalten an der Muthesiusschule Kiel; Gründung der „gfg_gruppe für gestaltung“ in Gelsenkirchen-Buer; 1990 Preis für die Gesaltung der Siloanlage UTR Gladbeck beim Wettbewerb des KVR „Gewerbebau und Gewerbeumfeldverbesserung“; 1992 2. Preis beim IBA-Wettbewerb zur Gestaltung der Halde Rungenberg Gelsenkirchen mit Helmut Bettenhausen und Jiri Hilmar; Kuratoriumsmitglied im Kunstfonds Bonn e.V.; 1994 Berufung in den Deutschen Werkbund Stuttgart; zahlreiche Ausstellungen; zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum

Literatur
u.a. HÄUSSER, Robert / HONISCH, Dieter (1983): Kunst Landschaft Architektur. Architekturbezogene Kunst in der Bundesrepublik Deutschland; Ahrtal-Verlag; Bad Nauenahr-Ahrweiler; S. 64-67
Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt (Hrsg.) (2008): Retrospektive Rolf Glasmeier [Katalog zur Ausstellung]; Kerber Art
Barkenhoff-Stiftung Woprswede (Hrsg.) (1981): Kunst Landschaft Skulpturen Objekte Projekte Aktionen Konzerte Lesungen [Dokumentation eines Kunstfestes auf dem Barkenhoff Worpswede am 10. und 11. Oktober 1981]; S. 24-25