P E T E R   M A R T I N U S   D I L L E N

 

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Peter Martinus Dillen

 

Stillleben mit Gladiolen, Zitronen, Vasen und einer Pietà-Skulptur

Öl auf Platte, gerahmt [Rahmung durch „Schriks Galerie / Lijstenmakerij / Mierloseweg 284 / Helmond“, hierzu verso auf Rahmen u.l. kleines Etikett];
nicht datiert, wohl um 1960-70

Rahmengrösse: 82,5x65cm
Plattengrösse: 73×55,5cm

u.r. in Schwarz sign. „P.M. Dillen“
nicht betitelt

€ 900,-

 

 

                         

 

Zustand
Firnis in den Bereichen o.l. und o.r. etwas fleckig, gebräunt; im Randbereich o.l. oberflächlich sehr schwach berieben; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren (an den Rändern etwas berieben, sowie mit minimalen Abplatzern)

 

 

Herzlichen Dank an Herrn Rainer Dillen, Sohn des Künstlers, für freundliche Hinweise zur Einordnung des Werks!

 

 

Der Blick fällt in ein Zimmer und vielleicht handelt es sich hierbei um ein Zimmer des Hauses in Rosenheim. An der grünlich türkisfarbigen Wand hängen locker versetzt vier Bilder, bei denen aber weniger das Motiv, als vielmehr die sich von der Zimmerwand abhebende Farbgebung im Fokus steht. Zwischen der Wand und dem Betrachter hat P.M. Dillen ein Stillleben aus verschiedenen Objekten arrangiert – im Vordergrund erstrahlen in kräftigem Gelb Zitronen in einer Schale, dahinter steht eine zart geformte Pietà-Skulptur, an die sich ein Steinkrug mit zwei roséfarbenen und einer roten Gladiole anschließt. Zwei Keramikvasen in Blaugrau und einem dunklen Türkis schließen die Sicht zum rechten Rand hin ab. Während diese beiden Vasen und auch der Steinkrug sich dem Kolorit der Wand und des Tisches anpassen, heben sich die Blüten der Gladiolen, die Zitronen, aber auch das Blau der Gottesmutter deutlich von der Umgebung ab.
Insbesondere farblich eine sehr schöne, überaus eigenständige Stillleben-Komposition!

 

 

Zu Peter Martinus Dillen (06.08.1890 Mierlo-Hout – 28.12.1985 Rosenheim):
Maler, Zeichner, Grafiker; geboren in Mierlo-Hout (Nord-Brabant), wo seine Eltern einen Bauernhof besitzen; 1896-1902 Besuch der Volksschule in Mierlo-Hout; bereits in dieser Zeit entstehen erste Zeichnungen; nach der Volksschule arbeitet er auf dem elterlichen Hof; in seiner Freizit malt und zeichnet er; Besuch von Abendzeichenkursen bei August Asselberg in Helmond; 1905 erhielt er auf Einladung des Fabrikanten Pieter Fentener van Vlissingen (1853-1927) eine Anstellung in der Zeichenabteilung der Textildruckerei von Van Vlissingen; ab 1908 gesteht Pieter F. van Vlissingen Dillen eine geringere Arbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn zu, so dass sich dieser mehr seiner Kunst widmen kann; 1914 erste große Ausstellung in der Kunsthandlung Wisselingh & Co. (Amsterdam); 1916-20 Besuch der Kunstakademie Amsterdam (bei Nicolaas van der Waay und Antoon Derkinderen); 1920 Rückkehr nach Mierlo-Hout; es entstehen Radierungen; 1922 durch Tausch erhält Dillen ein Auto, das er zu einem Wohnwagen umbaut; es folgen Reisen durch die Niederlande, Belgien und Frankreich; 1927 Tod seines Förderers Pieter Fentener van Vlissingen, für den Dillen ein Grabmonument schafft; 1930 Heirat mit der deutschstämmigen Marianne Rolffs; das Ehepaar verzieht mit dem Wohnwagen nach Süddeutschland; der Ehe entstammen zwei Kinder; sein Atelier in Mierlo-Hout behält er weiterhin und kehrt immer wieder dorthin zurück; 1936 Bau eines Hauses in Rosenheim; Dillen legt eine kleine Landwirtschaft an; 1963 Tod seiner Ehefrau; 1980 umfassende Ausstellung in Helmond und Rosenheim zum gesamten künstlerischen Schaffen

Literatur
Gemeentemuseum Helmond / Städtische Galerie Rosenheim (Hrsg.) (1980): Peter Martinus Dillen; Dorer-Druck; Rosenheim