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Wohl Studie zum Werk „Heimkehr“

Tuschfeder auf pergaminähnlichem Papier; mit leichtem Karton hinterlegt; durch Klebeband umlaufend unter Passepartout gesetzt; gerahmt; unter Glas
nicht datiert, (wohl) um 1940

Rahmengrösse: 31,7×33,1cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 21,1x22cm

u.r. in Blei signiert „Oskar Martin Amorbach“
nicht betitelt

€ 550,-

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Zustand
Blatt mit leichtem Karton hinterlegt und durch Klebeband umlaufend unter Passepartout gesetzt; mittig leichte vertikale und leichte horizontale Knickspur; technikbedingt an den Rändern leicht wellig; partiell Druckstellen; im Bereich o.r. (etwa bei dem rechten Hügel) und am linken Rand mittig etwas farbfleckig; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren; verso Rahmenrückwand leicht berieben; verso auf Rahmenrückwand u.r. kleines Etikett „Franz Xaver Müller / Würzburg“

 

 

Die vorliegende Tuschezeichnung dürfte eine Vorarbeit, Studie zu dem 1941 auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München gezeigten, in Tempera ausgeführten Werk „Heimkehr“ (Katalognr. 688) sein und lässt sich damit wohl in diese Zeit datieren. Dieses Motiv wurde beim Verlag Heinrich Hoffmann (München) auch als beliebtes Postkartenmotiv verwendet.
Das Grundmuster erscheint, obgleich gespiegelt dargestellt, in seiner Form identisch zu sein. Dem Titel entsprechend wird die Heimkehr einer bäuerlichen Familie von der Arbeit auf dem Feld dargestellt. Die Frau und Mutter bildet das Zentrum, sie schreitet mit einem Kleinkind auf dem Arm und einem Krug in der anderen Hand über die Türschwelle. Im Inneren sitzt wohl die Großmutter und ist mit Handarbeit beschäftigt. Eine Bildebene dahinter spannt der Mann die Ochsen vom Pflug ab, bevor sie in den Stall zurückgeführt werden können.
Interessant ist bei dem Motivvergleich besonders, dass diese Tuschezeichnung einen ungemein weiteren, offeneren Blick in die umgebende, hügelige Landschaft eröffnet, wogegen dieser Blick im später ausgeführten Werk durch die Hauswände beschränkt wird und sich keinesfalls in dieser Reichhaltigkeit und Tiefe zeigt. Es scheint als wollte Oskar Martin-Amorbach durch dieses Begrenzen der Bildtiefe den Fokus noch stärker auf die Personen und hierbei insbesondere auf die Bäuerin lenken. Diese Annahme wird auch dadurch unterstützt, dass die Tuschezeichnung einen weit höher erscheinenden Raum darstellt. Das bei der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ gezeigte Werk schließt dagegen wenig oberhalb des Frauenkopfes ab.

 

 

Zu Oskar Martin-Amorbach (27.03.1897 Amorbach – 11.10.1987 Roßholzen):
Maler, Kirchenmaler; begann bereits im Kindes- und Jugendalter zu zeichnen; 1913-14 Besuch der Malschule in Bensheim begann er sein Studium an der Kunstakademie München; 1914-16 Studium an der Königlichen Kunstgewerbeschule München; 1916-19 Kriegsdienst; schwere Verwundung; erst 1920 konnte er sein Kunststudium fortsetzen; Meisterschüler bei Franz von Stuck; nach seinem Studium Umzug nach Samerberg (Chiemgau); dort Anschluss an die Künstlervereinigung „Die Welle“; 1923 Rompreis; im Folgenden erhielt er zahlreiche öffentliche Aufträge (u.a. Freskengestaltung in der Stadtpfarrkirche in Lohr am Main, Ausmalung der Kuppeln der Kirche in Waldsassen); im Dritten Reich wurde Martin-Amorbach zu einem sehr geschätzten und oftmals ausgestellten Künstler; 1939 Ernennung zum Professor in München; 1943 Ernennung zum Professor für Historienmalerei an der Akademie für bildende Künste in Berlin; 1950-51 Überarbeitung und Ergänzung der im Krieg zerstörten Fresken der Würzburger Neumünsterkirche; 1957 schuf er das Wandbild „Abendland“ für das Aula-Treppenhaus der Mozartschule in Würzburg; 1981 Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille der Stadt Würzburg; 1982 Verleihung des Ehrentellers der Stadt Amorbach