O L L E   B E R G Q U I S T

 

Weitere Werke von Olle Bergquist
Zur Motivseite ‚Selbstbildnisse‘

 

olle-bergquist-selbstportrait

 

Selbstportrait des Künstlers

Öl auf Hartfaserplatte; gerahmt [Originalrahmen];
nicht datiert

Rahmengrösse: 66,7x78cm
Plattengrösse: 50×61,4cm

nicht signiert; verso am Rahmen links mittig aufgeklebter Zettel mit Echtheitsbestätigung der Tochter des Künstlers (vom Nov. 2014)
nicht betitelt

€ 600,-

 

 

      

 

Zustand
partiell sehr leicht fleckig; Rahmen mit wenigen leichten Gebrauchsspuren (an wenigen Stellen etwas berieben)

 

 

Der Künstler als das handelnde Subjekt wird in einem Selbstbildnis zum Objekt seiner Darstellung. Das reflexive, das sich erforschende Element schwingt allein dadurch stets mit und muss in Kontext gesetzt werden zu der Frage wie der Künstler sich selbst sieht bzw. sehen wollte, um nicht zu sagen: inszenierte.
Im vorliegenden Gemälde von Olle Bergquist zeigt sich der Künstler im Dreiviertelportrait. Alles an ihm erscheint abwartend und ruhig, so als hätte er für eine Zeit seine Arbeit beiseitegelegt, um nachzudenken. Diese Ruhe harmoniert mit der hellen Farbgebung der Person – die dunkelblonden Haare scheinen beinahe einen Weißstich zu haben, das Oberhemd ist in einem sehr hellen Blau gehalten und die Gesichtsfarbe wirkt blass. Ganz entgegen dieses zurückhaltenden Kolorits, zeigt sich der Hintergrund farb- und formenreich. Eine reale Struktur eines Zimmers, eines Ateliers oder etwas ähnlichem lässt sich nicht erkennen. Viel eher scheint hier das emotionale Moment an die Oberfläche zu kommen. In verschiedenen vertikal verlaufenden Farbschichten bildet sich eine Wand aus warmen (Orange, Rot) bis zu kühleren Tönen (Grau).
Seiner zarten Farbgebung entsprechend ist Olle Bergquist vor letzterem positioniert, ohne aber gänzlich von diesen kühleren Farbtönen eingenommen zu sein, wie man besonders im unteren Bereich erkennt. Es ist demnach keinesfalls ein statisches Selbstportrait, sondern vielmehr ein Momenteinfang der Stimmung und der Gefühle, welcher sich nur kurz darauf wieder verändern kann, um dadurch andersartige Farb- und Formgebungen zu präferieren.
In seiner vordergründigen Schlichtheit ein ungemein tiefgehendes, fesselndes Selbstbildnis des schwedischen Künstlers!

 

 

Zu Olle Bergquist (1933-2014):
Schwedischer Kunst- und Literaturkritiker, Schriftsteller und Übersetzer; als Maler wohl Autodidakt; lebte und arbeitete in Katrineholm (Schweden); war u.a. als Kunstkritiker für die Zeitung „Katrineholms-Kuriren“ tätig; verfasste Arbeiten zu u.a. Georg Christoph Lichtenberg („Duellen i Göttingen 1780“ (1991) (‚Das Duell in Göttingen 1780′); „Verstreute Aufzeichnungen aus Georg Christoph Lichtenbergs Vorlesungen zur Experimental-Physik 1781“ (hrsg. und kommentiert von Olle Bergquist, 2004)), 2009 Einzelausstellung seiner Gemälde im Schloss Säfstaholm (Vingåker)

Quelle / Literatur
K:SON-ULLBERG, Iréne: Olle Bergquist, auf: http://ekuriren.se (v. 16.08.2014)
Internetseite des Wallstein-Verlags [wallstein-verlag.de]