M A R G A R E T H E   K R I E G E R

 

Weitere Werke von Margarethe Krieger

 

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„Frau“

Holzschnitt auf Ingrespapier; verso umlaufend durch braunes Klebeband unter dunkelgrünes Passepartout gesetzt; gerahmt; unter Glas
u.r. in Blei datiert „IX.[19]61“

Rahmengrösse: 42,5×65,5cm
Blattgrösse: 32,5x49cm
Grösse des Passepartoutausschnitts: 26,7×46,7cm

Auflage: u.r. in Blei nummeriert „2./3.“
u.r. in Blei signiert „Margarethe Krieger“
u.l. in Blei bezeichnet: „Frau“

€ 200,-

 

        

 

Zustand
Blatt verso umlaufend durch braunes Klebeband unter Passepartout gesetzt; insgesamt etwas nachgedunkelt; durchgehend leicht stockfleckig; im oberen Blattbereich leicht beschmutzt; Blatt verso etwas beschmutzt; Rahmen mit leichten Gebrauchsspuren

Provenienz
Kunsthandlung W. Welker, Heidelberg [hierzu verso auf Rahmenrückwand o.l. kleines Etikett]

 

 

Das Portrait, das Menschenbildnis nimmt im Schaffen Margarethe Kriegers eine zentrale Stellung ein. In einer reduzierten Formensprache wird der Fokus auf das Wesentliche der Person, besser: der jeweiligen Persönlichkeit, gelegt, um somit der nie enden wollenden Aufgabe, das Innere nach Außen zu kehren, sich anzunähern.
Der vorliegende Holzschnitt spielt deutlich mit den Hell-Dunkel-Kontrasten, wobei die von der Künstlerin rechts oben frei gelassene Fläche das Gegenstück zu dem, in großzügig ausgeführten, schwarzen Flächen, Rest des Blattes bildet. Die Gesamtkomposition verläuft diagonal von oben links nach unten rechts, wogegen der Blick der Frau und deren Gesicht sich nach unten links richtet und damit die Bilddiagonale durchbricht. Von der Ausführung her zeigt diese Frau deutliche Anknüpfungspunkte an Kriegers in Holzschnitt ausgeführte Illustration zu Bertold Brechts „Kinderkreuzzug“ (Abb. & Umschlagbild in Margarethe Krieger (o.J.): Holzschnitte zu Brecht; Ludwigshafen; unpag.).
Wunderbar eindringliche, das individuell Menschliche darstellende Figurenkomposition!

 

 

Zu Margarethe Krieger (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?]):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, Illustratorin; seit früher Kindheit mit der Familie in Heidelberg ansässig; Studium an der Kunstakademie Karlsruhe (bei Karl Hubbuch); 1961 Illustrationen zur Erzählung „Hol über!“ von Ludwig Friedrich Barthel; 1968 Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris); 1973 Internationaler Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris); 1978 Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste; 1979 Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland; 1979 entstanden Illustrationen (Rohrfederzeichnungen) zu Don Quichotte; 1992 Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg); lehrte Kunsterziehung in Weinheim; im Januar 2004 erlitt sie einen Schlaganfall; illustrierte u.a. das biblische Buch „Hiob“, sowie die Geschichte vom verlorenen Sohn; zentrale Motive des Schaffens von Margarethe Krieger waren Leiderfahrung, Not, Reifung, Verzicht und Selbstprüfung; ihren künstlerischen Nachlass vermachte sie der Stadt Kraichtal

Literatur / Quellen
HÄUSLLER, Volkmar (2005): Brecht in der Buchkunst und Graphik; Augsburg; S. 134
„Chiffren des Seins“ in Schwarz und Weiß. Nachruf: Heidelberger Künstlerin Margarethe Krieger verstorben „, in: Mannheimer Morgen (v. 03.08.2010)
Internetseite von Syberberg Filmproduktion [syberberg.de]