K U R T   L E W Y   ( z u g e s c h r i e b e n )

 

Weitere Werke von Kurt Lewy (zugeschrieben)
Werke von Kurt Lewy

 

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Surreale Frauenfigur

Öl auf Sperrholzplatte
unten rechts datiert „[19]54″

Grösse: 42×48,2×0,5cm

unten rechts monogrammiert „KL“
nicht betitelt

€ 1.600,-

 

 

 

 

  

 

Zustand
Ränder berieben; insgesamt etwas beschmutzt; Ecken etwas bestoßen; am oberen Rand mittig leichter Farbverlust; verso unten links Sammlungsstempel und Nummerierung in Blei

 

 

Das vorliegende Werk zeigt in seiner surreal-kosntruktiven Aufgliederung eine Frauendarstellung, die Reminiszenzen an insbesondere Boleslaw Biegas erweckt. Die gezeigte Frau mit ihren gewissen Unformigkeiten (zu dicke Beine, extrem dünne Taille) findet sich in zahlreichen Arbeiten Lewys (vgl. bspw. „Lot und seine Töchter“ (Email, 1952; Abb. in Hepp 1990: 55 (E87), „Zwei Frauen“ (Email [um 1951/52]; Abb. in Hepp 1990: 147 (E85)). Für das Schaffen Lewys steht das Werk exemplarisch für die Hinzunahme von „Kurven, Halbkreise und Bögen“ (Hepp 1990: 56) in die Kompositionen. Derartige, durchaus figürliche Darstellungen sind in dem späteren Werk Lewys selten.

 

 

Zu Kurt Lewy (29.07.1898 Essen – 11.11.1963 Freiburg):
1912 entdeckte Lewy die Kunst von Van Gogh, Gauguin und Nolde; 1916 erste nachweisbare künstlerische Betätigung (Tuschzeichnung „Gemüseverkauf“); 1917 Einberufung zum Kriegsdienst (nicht an der Fronst, sondern Büroarbeit, da er keine Gasmaske tragen konnte); 1919-22 Besuch der Städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule zu Essen; 1923 Besuch der Staatlichen Hochschule für bildende Künste zu Berlin; 1924 Volontär in einer Emaillierfabrik (Pforzheim); 1925-35 in Essen freischaffend als Maler, Grafiker, Emailleur tätig; Atelier in Essen-Margarethenhöhe (Atelierhaus)); 1925-32 verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen von Emailarbeiten im Folkwang-Museum Essen, Grassi Museum Leipzig, Museen der Städte Stuttgart, Berlin, Monza; ab 1927 erhielt Lewy zahlreiche Plakataufträge (u.a. für die „Akademischen Kurse“ (Essen)); 14.03.1929 Heirat mit Lilli Lewy, geb. Schulte; September 1929 Einzelausstellung von Emailarbeiten in der Brook Street Art Gallery (London); 1930-33 Dozent an der Kunstgewerbeschule Essen; 1934 Einzelausstellungen im Jüdischen Museum Berlin, Schiller-Bücherstube Basel, Kunsthalle Zahn (Davos); 1935 Emigration nach Brüssel; Dezember 1938 erste Einzelausstellung in Brüssel (im Dekorationsgeschäft Jérome); 1940-42 Internierung in (St. Cyprien, Gurs); März 1942 Flucht aus dem Lager; Juni-Juli 1944 erneute Inhaftierung (St. Gilles, Mechelen); 1944-63 in Brüssel freischaffend tätig; 1952 erste größere Ausstellung nach dem Krieg im Palais des Beaux-Arts (Brüssel); 1953-58 verschiedene Einzel-, Gruppenausstellungen in u.a. Antwerpen, Brüssel, Gent, Mailand, New York, Oslo; 1957 erste Glasfenster entstehen; Oktober 1963 Ausstelung in Drian Galleries (London); 11.11.1963 Lewy verstirbt in einem FReiburger Krankenhaus

Literatur
HEPP, Nicolas (1990): Kurt Lewy. Sein Leben und seine Kunst; Westarp; Hohenwarsleben
Katalog zur Ausstellung „Kurt Lewy. Leben und Werk“ (1986); Alte Synagoge Essen