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Küchenstillleben

Öl auf Leinwand, aufgezogen auf festen Karton, gerahmt
nicht datiert

u.r. signiert „Julius Wichmann“
nicht betitelt

€ 1.500,-

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Grösse
Rahmengrösse: 80,2×101,5cm
Bildgrösse: 66x88cm

Zustand
partiell leicht fleckig; an den Rändern rahmungsbedingt leicht berieben; in den Eckbereichen o.r. und o.l. vereinzelt kleine Verluste der Farbschicht; verso an den Kartonrändern umlaufend weißes Klebeband; Rahmen an den Ecken mitunter leicht bestoßen

 

 

Von schräg oben geht der Blick auf einen schlichten, ebenso leicht schräg ins Bild gehenden Küchentisch. Auf der weit herunter hängenden weißen Decke sind alle Zutaten angeordnet, die zur Zubereitung eines Kuchens benötigt werden. – Von den Eiern, über die Butter, das Mehl, Wasser und anderem mehr, bis schließlich zur Rührschale und einem Holzlöffel im vorderen Bereich.
Für ein Stillleben mag dies ein vielleicht ausgefallenes bzw. ungewöhnliches Arrangement sein, doch übt vielleicht gerade dadurch diese Anordnung ‚toter Dinge‘ einen gewissen Reiz aus. Das Alltägliche wird aus dem gewohnten Kontext gerissen, die Normalitätserwartungen des Betrachters gebrochen, wodurch ein genaueres Hinsehen schon beinahe vom Künstler erzwungen wird. Die hier dargestellten Objekte zeichnen sich dabei besonders durch die wunderschöne Formwiedergabe aus, die besonders bei den Eiern, aber auch der blauen Kanne ins Auge fällt. Es wirkt alles ganz zufällig und zugleich im Gesamtarrangement doch erstaunlich ästhetisch.
Überaus gelungene Stilllebenkomposition!

 

 

Zu Julius Wichmann (28.06.1894 Halle (Westf.) – 1965 Berlin):
Maler; Jugendzeit in Halle; Teilnahme am Ersten Weltkrieg und anschließend Rückkehr nach Halle; Studium an den Kunstakademien in Breslau und Weimar; es entstanden Porträts von Haller Bürgern; 1921 Ausstellung in der Galerie Fischer, Bielefeld; 1926-32 Parisaufenthalt; 09.06.1928 Heirat in Paris mit der Grafikerin & Holzschneiderin Renate Geisbert (1898 Berlin – 1972 ebd.); 1929 Ausstellung in der Galerie Caspar, Berlin; 1932 Rückkehr des Paars nach Deutschland und ansässig in Berlin; 1936 Ausstellung in der Galerie Ferdinand Möller, Berlin; 1937 Beteiligung an der Ausstellung „Westfalens Beitrag zur deutschen Kunst der Gegenwart“, Haus Rothenburg, Münster; 1941-52 ansässig in Borgloh (bei Osnabrück); den Lebensabend verbrachte der Künstler erneut in Berlin; 1950 Kollektivausstellung im Städtischen Museum Osnabrück

Literatur
KROLL, Bruno (1944): Deutsche Maler der Gegenwart: die Entwicklung der deutschen Malerei seit 1900; Berlin: Rembrandt-Verlag; S. 198
„Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, Künstler-ID: 00002336