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Weitere Werke von Ingo Kraft

 

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„Puchow Landschaft VI“

Farbkreiden auf Ingrespapier
verso u.r. in Blei datiert „[19]88/VII“

Blattgrösse: 50×37,6cm

verso u.r. in Blei signiert „I. Kraft“
verso u.r. in Blei betitelt: „Puchow Landschaft VI“

€ 330,-

 

                 

 

Zustand
partiell leichte Druckstellen; in den vier Eckbereichen mehrere kleine Einstichlöcher; in den beiden oberen Ecken jeweils kleine Papierverluste; verso leicht fleckig

 

 

 

Die Bildmittel haben für Ingo Kraft immer den Vorrang vor dem Bildgegenstand. Das mag damit zusammenhängen, daß es für ihn nie ein regelrechtes Naturstudium gegeben hat. Erst nach seiner Theaterlaufbahn ist er in Dresden so richtig auf Motive im Freien aufmerksam geworden. Wahrgenommenes wird tastend nachempfunden, Landschaftliches, Bäume, Häuser. Aber, die Erkenntnisse der Kubisten haben einen starken Einfluß auf den Suchenden. Ingo Kraft vergewissert sich einerseits in der Natur, doch das Erlebte wird zunehmend nur noch reflektiert, verknappt und komprimiert. […] So entgeht er der ‚Kunstlosigkeit‘ einer pseudonaturalistischen Ästhetik, in die ihn eine strenge ‚Wirklichkeitsschule‘ hätte führen können. Und Kraft findet den Weg zur ‚Innerlichkeit‘, wie man vielleicht sagen darf, zu dem ihm eigenen ‚Bildtatsachen’“ (Gert Claußnitzer (2000): Polarität des Synthetischen und des Organischen. Zur Bildwelt des Malers Ingo Kraft, in: Leonhardi-Museum Dresden (Hrsg.): Ingo Kraft. Arbeiten aus zwanzig Jahren; Druckerei Thieme; Meißen; S. 5-16 [hier: 8]).
Die vorliegende expressiv-realistische Arbeit ist ein solches ‚Motiv im Freien‘. Obgleich ein hoher Grad an Abstraktion sich bereits zeigt, bleibt Ingo Kraft im Gegensatz zu späteren Arbeiten noch stärker im Bereich des Gegenständlichen.
Der Lokalisierung entsprechend blicken wir auf einen Hof bei Puchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Puchow ist ein Ortsteil der nur wenige Hundert Einwohner zählenden Gemeinde Kuckssee. Im vorderen linken Bereich erhebt sich ein wohl abgestorbener Baum, wenn es sich nicht gar nur noch um einen Baumstumpf handelt. Dahinter blicken wir die verschiedenen Gebäude des Gehöfts.
In schnellen, satt gezogenen Strichen werden die schwarzen Konturen der Landschaft, des Baums, des Hofs umrissen. Die Ausmalung der Landschaft zeigt sich in einer zarten Farbgebung und tritt gegenüber dem Schwarz zurück, wodurch die Komposition eine gewisse Distanziertheit, Kühle und auch, wie es Gert Claußnitzer formuliert, eine Innerlichkeit erhält. Über allem liegt ein bewegter Himmel in Weiß und Blaugrau.
Wunderbar stimmungsvolle Landschaftskomposition!

 

 

 

Zu Ingo Kraft (geb. 1949 Siegmar-Schönau):
Maler, Zeichner, Grafiker; 1966-69 Abitur und Lehre als Mechaniker; 1971-76 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (Bühnenbild); 1976-78 Bühnen- und Kostümbildner am Landestheater Halle; seit 1977 intensive Beschäftigung mit Malerei und Grafik; seit 1978 freischaffend als Maler und Grafiker (zeitweilig auch Restaurator); ab den 1980er Jahren Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gruppenausstellungen; 1989 Studienreise nach Italien; 1991 Studienreise nach Frankreich; 1991 Stipendium der Heitland-Foundation; 1992, 1995, 1997, 2001 Studienaufenthalte in Südfrankreich; seit 1994 Atelier im Künstlerhaus Dresden Loschwitz; seit 1995 künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; 1999 Studienreise nach Kreta; 2001 Bautzener Kunstpreis; lebt und arbeitet in Dresden

Literatur / Quelle
Leonhardi-Museum Dresden (Hrsg.) (2000): Ingo Kraft. Arbeiten aus zwanzig Jahren; Druckerei Thieme; Meißen
Internetseite des Künstlers [kraft-malerei.de]