H E L M U T   D I E K M A N N

 

Weitere Werke von Helmut Diekmann

 

Helmut Diekmann: Porträt eines Mannes, der seinen Kopf in die linke Hand legt

 

Porträt eines Mannes, der seinen Kopf in die linke Hand legt

Öl auf festem Karton; gerahmt
u.l. in Grauweiß datiert „[19]61“

Rahmengrösse: 52,7×72,7cm
Kartongrösse: 50,5×70,5

u.l. in Grauweiß monogr. „HD“
nicht betitelt

€ 1.000,-

 

 

 

              

 

Zustand
leicht beschmutzt; in den Randbereichen mitunter leichte Beschädigungen (unter Rahmen nicht sichtbar); im Bildbereich mittig (etwa im oberen Bereich der linken Hand, sowie am Rand der rechten Wange) oberflächlich leicht berieben; verso Karton etwas berieben und fleckig

 

 

Die Landschaften und Porträts des Berliners Helmut Diekmann vermitteln oftmals eine düster beklemmende Atmosphäre. Der Betrachter wird herausgezogen aus seiner gewohnten, vertrauten Umgebung und der Maler versetzt ihn in zerstörte, dunkle Orte mit ganz ebenso dunklen Gestalten.
Nur ein fahler Lichtschein erhellt das vorliegende Gemälde und zeigt vor uns einen älteren, dunkelhaarigen Mann, der seinen Kopf nachdenklich auf seine linke Hand stützt. Woher das Licht genau kommt, oder um welche Lichtquelle es sich handelt, bleibt ungewiss und man mag vielleicht an eine einzelne Kerze oder eine kleine Lampe denken. Der hellste Bereich des Werks ist des Mannes Stirn. Der hierbei sichtbar zurückgehende Haaransatz verweist oberflächlich auf das fortgeschrittene Alter und lässt unterschwellig zugleich auch an einen geistigen Charakterzug des Dargestellten denken. Vielleicht hat Diekmann hier einen Schriftsteller, einen Gelehrten, oder einen Künstlerkollegen festgehalten?
Durch den überaus reduzierten Einsatz des Lichts, wird der Großteil der Fläche in einen dunklen Schleier getaucht, aus dem sich nur schwach einzelne Farbtöne abheben. Diekmann drängt dadurch den Betrachter dazu in dieser, die Konturen verwischenden bzw. gar nicht erst aufzeigenden Melange aus Grau und Schwarz, eine Innerlichkeit, das Wesen des Porträtierten zu suchen. Frappierend ist hierbei sicherlich das Rot des, in einer verhältnismäßig kleinen Fläche sich zeigenden, Oberhemds. Und vielleicht kann dies auf eine leidenschaftliche, emotionale Seite eines sonst sehr zurückhaltenden, introvertierten Mannes verweisen? Im Gegensatz zu manch anderen Arbeiten Helmut Diekmanns, ist dieses Porträt ruhiger, weniger verstörend, weniger befremdlich. Durch die zurückgenommene Farbgebung entsteht eine melancholische Grundstimmung, die uns dabei auf eine sehr persönliche Art an den Mann herantreten lässt.
Brillant herausgearbeitete Porträtkomposition!

 

 

Zu Helmut Diekmann (10.08.1941 Berlin – 26.03.1968 ebd.):
Maler, Grafiker; mit 12 Jahren beschließt er Maler zu werden; 1956-57 Besuch der Heinrich-Zernack-Schule (Berlin); 1959-60 Besuch der Meisterschule für das Kunsthandwerk (Berlin); ab 1960 als freischaffender Künstler tätig; Studienreisen nach Belgien und Frankreich; 1960 Ausstellung im „kreuzberger forum“ (Berlin); 1962, 1963 Ausstellung in der „Kleinen Weltlaterne“ (Berlin); 1963, 1964 Ausstellung im Berliner Kunstkabinett; 1966 Ausstellung in der Galerie Europa (Europacenter, Berlin); 1968 Ausstellung im Foyer der FReien Volksbühne (Berlin-Wilmersdorf); 1999 Ausstellung in der Galerie Taube (Berlin)

Literatur
Galerie Taube (1999): Helmut Diekmann 1941-1968. Bilder 1958-1968 [Katalog zur Ausstellung 166, 3. September-23. Oktober 1999]; H.J. Stroot; Viersen
Die kleine Weltlaterne (1966): Helmut Diekmann. Ölbilder, Aquarelle und Graphik [Katalog zur Ausstellung vom 31. Oktober bis 4. Dezember 1966]; o.V.