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Weitere Werke von Helmut Diekmann

Helmut Diekmann: "Landschaft mit Figuren"; alptraumhaft morbider Kinderlaternenzug vor brennender Stadtkulisse

 

„Landschaft mit Figuren“; alptraumhaft morbider Kinderlaternenzug vor brennender Stadtkulisse

Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt

€ 2.700,-

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u.l. in Schwarz datiert „[19]63“

Rahmengrösse: 127x66cm
Leinwandgrösse: 120,5x60cm

u.l. in Schwarz monogrammiert „HD“, sowie verso am Keilrahmen o.m. (wohl) von fremder Hand in Blei bez. „Helmut Diekmann“
verso am Keilrahmen o.m. (wohl) von fremder Hand in Blei bez.: „Landschaft mit Figuren“; alptraumhaft morbider Kinderlaternenzug vor brennender Stadtkulisse

Zustand
mitunter schwach fleckig; im oberen Bereich leichte Craquelé-Bildung; Leinwand in den Eckbereichen mit leichten Druckstellen; verso am Keilrahmen o.m. in Schwarz nummer. „6“; Rahmen mitunter etwas berieben

 

 

                                

 

 

Die Landschaften und Porträts des Berliners Helmut Diekmann vermitteln oftmals eine düster bedrückende Atmosphäre. Der Betrachter wird herausgezogen aus seiner gewohnten, vertrauten Umgebung und der Maler versetzt ihn in zerstörte, dunkle Orte, belebt mit ganz ebenso dunklen Gestalten.
Der Künstler versetzt uns in der vorliegenden ‚Landschaft mit Figuren‘ in eine nicht näher bestimmbare, (alp-)traumhaft anmutende Szenerie. Vornehmlich aus Blau- und Schwarztönen zeichnet sich eine Flusslandschaft ab. Kahle, abgestorbene Bäume stehen am Ufer, bevor man dahinter eine fahl erhellte Steinbrücke erblickt. Im Hintergrund erheben sich Andeutungen von Ruinen vor einem feuerroten Himmel und für den Betrachter ist es unzweifelhaft, dass es dort brennt. Aus Richtung des Brandes schlängelt sich ein kleiner Laternenzug mit fünf Kindern auf den Betrachter zu. Angeführt von einem düsteren Wesen, das in seiner schwarzen, durchaus festlich wirkenden Kleidung an eine Witwe erinnert, aber durch die vor dem Körper gekreuzten Arme auch etwas Klerikales an sich trägt. Die in schwarzen Höhlen liegenden Augen und die gräuliche Haut verleihen den Kindern etwas Furchteinflößendes, das die Normalitätserwartungen beim Betrachten der durchaus kindlich individuell ausgeführten Körper auf verstörende Weise deutlich bricht. Zumindest zwei der Kinder tragen Laternen bzw. Feuer in den Händen und nicht schwer fällt es damit anzunehmen, dass diese Gruppe zugleich Urheber des Brands ist.
Brillant ausgeführte, beklemmende Komposition!

 

 

Zu Helmut Diekmann (10.08.1941 Berlin – 26.03.1968 ebd.):
Maler, Grafiker; mit 12 Jahren beschließt er Maler zu werden; 1956-57 Besuch der Heinrich-Zernack-Schule (Berlin); 1959-60 Besuch der Meisterschule für das Kunsthandwerk (Berlin); ab 1960 als freischaffender Künstler tätig; Studienreisen nach Belgien und Frankreich; 1960 Ausstellung im „kreuzberger forum“ (Berlin); 1962, 1963 Ausstellung in der „Kleinen Weltlaterne“ (Berlin); 1963, 1964 Ausstellung im Berliner Kunstkabinett; 1966 Ausstellung in der Galerie Europa (Europacenter, Berlin); 1968 Ausstellung im Foyer der Freien Volksbühne (Berlin-Wilmersdorf); 1999 Ausstellung in der Galerie Taube (Berlin)

Literatur
Galerie Taube (1999): Helmut Diekmann 1941-1968. Bilder 1958-1968 [Katalog zur Ausstellung 166, 3. September-23. Oktober 1999]; H.J. Stroot; Viersen
Die kleine Weltlaterne (1966): Helmut Diekmann. Ölbilder, Aquarelle und Graphik [Katalog zur Ausstellung vom 31. Oktober bis 4. Dezember 1966]; o.V.