H E L M U T   D I E K M A N N

 

Weitere Werke von Helmut Diekmann

 

Helmut Diekmann: Düsteres Männerporträt mit Pflanzen

 

Düsteres Männerporträt mit Pflanzen

Öl auf Hartfaserplatte, gerahmt [(wohl) Originalrahmen];
o.r. in Schwarz datiert „[19]63“

Rahmengrösse: 54,7x46cm
Plattengrösse: 52,5x44cm

o.r. in Schwarz monogr. „HD“
nicht betitelt

€ 1.100,-

 

 

                

 

Zustand
mitunter sehr leicht beschmutzt; Platte weist im oberen Randbereich fünf und im unteren Randbereich vier Löcher/Vertiefungen auf, die teilweise durch die Platte gehen (diese Löcher sind wohl genuin und keine späteren Beschädigungen, findet sich doch Farbauftrag in den Vertiefungen); am unteren Plattenrand mittig eine der Vertiefungen mit Materialabbruch der Platte (dies wohl ebenso genuin und nicht späterer Schaden); Rahmen leicht beschmutzt

 

 

Die Landschaften und Porträts des Berliners Helmut Diekmann vermitteln oftmals eine düster beklemmende Atmosphäre. Der Betrachter wird herausgezogen aus seiner gewohnten, vertrauten Umgebung und der Maler versetzt ihn in zerstörte, dunkle Orte mit ganz ebenso dunklen Gestalten.
In dem vorliegenden Porträt aus dem Jahr 1963 bildet ein breiter schwarzer Balken quasi die Grundlage des Werks. Ob es sich hierbei womöglich um die Fensterbank, oder um eine Hausinnenwand oder etwas anderes handelt bleibt unklar. Hinter diesem Balken erhebt sich, vor einem diffusen Hintergrund aus Schwarz, Grau und Braun, das Antlitz eines Mannes mit Schultern, Hals, Kopf. Wir werden als Betrachter dezidiert von dem Mann fixiert; und nicht nur das: die zusammengezogenen Augenbrauen, die angedeuteten Mundwinkel lassen an einen ausforschenden, überprüfenden und vielleicht auch erregt wütenden Blick denken. Links und rechts des Kopfes erheben sich dünne tiefschwarze Pflanzenstile, die den Kopf dadurch quasi einrahmen und die geheimnisvoll befremdliche Stimmung noch verstärken.
Befinden wir uns demnach in einem Zimmer und blicken aus dem Fenster, mitten hinein in dieses Gesicht? Zweifelsohne ist der Blick des Mannes nicht beiläufig, vielmehr will er uns doch ansehen, besser: beobachten. Für den Betrachter bleibt aber die Intention hierfür ebenso offen wie die beinahe existenziell drängende Frage nach dem Vorhaben des Mannes und den zwangsläufig damit verbundenen Folgen für uns.
Ungemein verstörendes Gemälde in brillanter Ausführung!

 

 

Zu Helmut Diekmann (10.08.1941 Berlin – 26.03.1968 ebd.):
Maler, Grafiker; mit 12 Jahren beschließt er Maler zu werden; 1956-57 Besuch der Heinrich-Zernack-Schule (Berlin); 1959-60 Besuch der Meisterschule für das Kunsthandwerk (Berlin); ab 1960 als freischaffender Künstler tätig; Studienreisen nach Belgien und Frankreich; 1960 Ausstellung im „kreuzberger forum“ (Berlin); 1962, 1963 Ausstellung in der „Kleinen Weltlaterne“ (Berlin); 1963, 1964 Ausstellung im Berliner Kunstkabinett; 1966 Ausstellung in der Galerie Europa (Europacenter, Berlin); 1968 Ausstellung im Foyer der FReien Volksbühne (Berlin-Wilmersdorf); 1999 Ausstellung in der Galerie Taube (Berlin)

Literatur
Galerie Taube (1999): Helmut Diekmann 1941-1968. Bilder 1958-1968 [Katalog zur Ausstellung 166, 3. September-23. Oktober 1999]; H.J. Stroot; Viersen
Die kleine Weltlaterne (1966): Helmut Diekmann. Ölbilder, Aquarelle und Graphik [Katalog zur Ausstellung vom 31. Oktober bis 4. Dezember 1966]; o.V.